Kolbermoor – In jüngster Sitzung des Bauausschusses wurde dem Gremium, unter großem Zuschauerinteresse, der Entwurf für den künftigen Bebauungsplan Nummer 1 „Bergsiedlung“ vorgestellt, erarbeitet vom Planungsbüro Fuchs Architekten. Den Startschuss zur Überarbeitung hatte der Stadtrat in seiner Mai-Sitzung gegeben (wir berichteten).
Zu den städtebaulichen Zielen des Planentwurfs zählen, wie Bürgermeister Peter Kloo in der Sitzung erläuterte: die Weiterentwicklung des allgemeinen Wohngebietes, die Möglichkeiten der Nachverdichtung aufzuzeigen (Baudichte 0,25), die Schaffung von qualifiziertem Baurecht, das Festschreiben der „Erschließungsanlagen“ wie Straßenbreite, Wendehämmer, Fuß- und Radwege – und in diesem Zusammenhang auch die rad- und fußwegläufige Vernetzung des Wohngebietes mit dem Tonwerksgelände und dem dortigen Rundweg um den Tonwerksweiher.
„In dem Entwurf ist der Ist-Bestand aufgenommen, die möglichen Bauräume werden dargestellt, nächster Schritt ist nun die Einbindung der Anlieger im Rahmen einer Anliegerversammlung“, fasste Kloo zusammen. Insbesondere hinsichtlich der Erschließungsflächen und der Straßenbreiten erwartet er eine „massive Diskussion“ mit den Anliegern, was sinnvoll wäre und was nicht.
Entsprechende Protestschreiben zum Bebauungsplanentwurf sind von Seiten der Anlieger im Vorfeld nicht nur ans Rathaus, sondern auch an die Mitglieder des Bauausschusses gesandt worden – weshalb diese nun in der Sitzung mit Interesse nachhakten. Größter Dorn in den Augen der Anlieger: die angedachten Straßenbreiten von im Schnitt 4,50 Metern – wozu auch entsprechende Grundabtretungen notwendig würden. „Und das, obwohl kein Mensch so breite Straßen braucht, bei uns fahren nur ein paar wenige Autos und das sind alles Anwohner“, erklärte Andreas Mayr im Gespräch mit unserer Zeitung. Ihre Forderungen unter anderem nach weniger breiten Straßen und weniger ausladenden Wendeplätzen untermauerten die Anlieger mit einer Unterschriftenliste, die ebenfalls im Rathaus abgegeben wurde.
Die offenen Fragen, so versprach es Bürgermeister Kloo den Stadträten, sollen nun erst einmal mit den Anwohnern im Rahmen einer Anliegerversammlung geklärt werden. Kloo erklärt die Straßenbreite im Vorentwurf mit der Notwendigkeit, dass auch Müllfahrzeuge, Schneepflug oder Feuerwehr problemlos passieren können sollten. „Überall, wo die Straßenbreite unter vier Metern ist, kommt es immer wieder zu Schwierigkeiten“, weiß der Rathaus-Chef aus Erfahrung.
Den Billigungs- und Auslegungsbeschluss zum Bebauungsplan „Bergsiedlung“ fasst nun der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung am Mittwoch, 27. September, 18 Uhr, im großen Sitzungssaal des Rathauses (öffentlich).