Zehn Jahre Rieder in Kolbermoor

Ein Unternehmen im „Aufwind“

von Redaktion

Das Gelände des ehemaligen Tonwerks gilt im historischen Sinne als eine der Keimzellen der Stadt Kolbermoor. Seit nunmehr zehn Jahren besteht an diesem geschichtsträchtigen Ort die Fabrikation der österreichisch-deutschen Firma Rieder, die mit hochwertigsten Fassadenelementen aus Beton und Glasfaser den weltweiten Markt erschlossen hat. Das Jubiläum wurde nun groß gefeiert.

Kolbermoor – Das Jubiläum, verbunden mit der Fertigstellung eines neuen Bürogebäudes, nahm das Unternehmen nun zum Anlass, mit Geschäftspartnern, Förderern und Freunden unter dem Motto „Aufwind“ Rückschau zu halten.

Geschäftsführer und Eigentümer Wolfgang Rieder freute sich eingangs über eine große Anzahl an Gästen aus Politik und Wirtschaft. Bürgermeister Peter Kloo lobte den unternehmerischen Mut, auf dem brachliegenden Gelände eine neuartige Produktion anzusiedeln. „In Kolbermoor sind wir stolz, ein weltweit agierendes Unternehmen vor Ort zu haben“, unterstrich Kloo.

Einen Streifzug durch die wechselvolle Firmengeschichte unternahm der Vorsitzende des Beirates, Ludwig Nickl, in seiner Ansprache. Nickl verwies auf das zur damaligen Zeit riskante Vorhaben des Firmenchefs, neuartige Produkte in Angriff zu nehmen, an dessen Herstellung namhafte Unternehmen zuvor gescheitert waren. Nachdem das Gelände vom Grundstückseigner, der Rohrdorf-Zement, gepachtet worden war, folgten in arbeitsreichen Jahren der Erwerb des nötigen Know-hows, die Instandsetzung der Maschinen und die Optimierung des Herstellungsprozesses. Nickl erinnerte sich an Zeiten, in denen die Bearbeitung der Reklamationen die Fertigung neuer Teile überwogen habe, die ihrerseits von ständigem Stillstand der Fertigungsanlagen behindert wurde. Doch Wolfgang Rieder, der sich im familieneigenen Betonwerk im österreichischen Maishofen entsprechendes Hintergrundwissen aneignen konnte, gelang es schließlich, die Firma zum Erfolg zu führen.

So konnte man im Jahr 2008 den ersten Großauftrag, die Verkleidung der Ebro-Brücke im spanischen Saragossa anlässlich der dortigen Weltausstellung, zur vollsten Zufriedenheit der Organisatoren erfüllen. Mit der Außenverkleidung des Nationalstadions „Soccer City“ im südafrikanischen Johannesburg im Zuge der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 waren in Kolbermoor gefertigte Produkte plötzlich auf Millionen von Fotos und Fernsehbildschirmen auf der ganzen Welt präsent.

Der heutige Firmenmarkt erstreckt sich über alle fünf Kontinente in insgesamt 77 Ländern, wie Rieder anschließend erläuterte. Auch er verwies auf die bewegte Firmengeschichte des damaligen „start up“-Unternehmens und schilderte in einigen Anekdoten die Schwierigkeiten der damaligen „grenzüberschreitenden“ Kooperation. Für die Zukunft des heute tatsächlich im „Aufwind“ befindlichen Unternehmens sieht er Schwerpunkte der Firmenphilosophie nicht nur in der beständigen Weiterentwicklung und Optimierung der Produkte, beispielsweise durch Forschungskooperationen mit zahlreichen Universitäten, sondern auch in der europäischen Integration und der sozialen Verantwortung.

Für die Heimatgemeinde Maishofen im Pinzgau gratulierte Vizebürgermeister Erich Auer und wies auf die lange Tradition des Familienunternehmens hin.

Im Anschluss erfolgte die Segnung des neuen Bürogebäudes, die von Pastoralreferentin Monika Langer von der katholischen sowie Pfarrerin Dr. Judith Böttcher von der evangelischen Gemeinde durchgeführt wurde.

Mit dem symbolischen Schnitt durch das rote Band eröffnete Rieder, unterstützt von den Ehrengästen, schließlich das moderne Gebäude und gewährte den Besuchern einen Einblick in die vor allem mit Holz und Ziegeln sehr naturverbunden ausgestatteten Räumlichkeiten. Bei einem Betriebsrundgang konnten auch die Logistikzentrale und die Fertigungsstätten besichtigt werden, für die sich vor einigen Jahren auch einmal ein chinesischer Spion interessiert hatte (wir berichteten).

Standort mit

80 Mitarbeitern

Auf dem Werksgelände sind derzeit mehr als 80 Mitarbeiter beschäftigt. Die Firma Rieder beteiligt sich allerdings nicht nur im wirtschaftlichen Sinne in der Mangfallstadt, sondern ist auch ein großzügiger Sponsor der 1. Bundesligamannschaft der Kolbermoorer Tischtennisdamen. Mit großer Freude nahmen Günther Lodes und Sabine Balletshofer als Vertreter des SV-DJK im Rahmen der Feier einen Scheck über 9000 Euro aus den Händen von Wolfgang Rieder entgegen.

Als kleinen Dank hatte die Abteilung eine kleine Vorführung arrangiert, bei der sich die ehemaligen Bundesligaspieler Sylvia und Bobo Pranjkovic ein spannendes Match lieferten – standesgemäß auf einer echten „Rieder-Platte“. Die Spieler zeigten sich dabei durchaus angetan von dieser neuartigen Unterlage und auch der Firmenchef selbst parierte auf eigenem Material noch einige Aufschläge.

Für die Gäste bot sich im Anschluss die Gelegenheit, bei Streetfood-Spezialitäten und kalten Getränken auf das Wohl des Unternehmens anzustoßen.

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