Kolbermoor – Erst die Pendler am frühen Morgen, dann die Schüler und untertags viele Senioren, die zum Arzt oder Einkaufen fahren – der Stadtbus wird inzwischen rege genutzt. Und für so manch einen, der kein Auto mehr hat, ist er nicht mehr wegzudenken – „das hören wir immer wieder“, betont Elisabeth Kalenberg, Geschäftsleiterin im Rathaus, im Gespräch mit unserer Zeitung.
Heute, Freitag, können den ganzen Tag über alle Bürger den Stadtbus einmal kostenlos ausprobieren – eine Aktion der Stadt Kolbermoor anlässlich des „autofreien Tags“, der seit dem Jahr 1973 bundesweit immer für den 22. September angesetzt ist. „Wir wollen mit der Aktion einfach mal Werbung für den Stadtbus machen, um auch andere Fahrgäste zu gewinnen“, erklärt dazu Elisabeth Kalenberg. Auf zwei Rundtouren wird heute auch Bürgermeister Peter Kloo mit dabei sein und den Gästen, bei Bedarf, Rede und Antwort stehen – als eine Art „fahrende Bürgersprechstunde“. Auf der Nord-Runde um 9.35 Uhr ab der Mangfallschule und auf der Süd-Runde ab 14.55 Uhr mit Startpunkt Mangfallschule wird der Rathaus-Chef präsent sein.
Viele Senioren
fahren kostenlos
Summa summarum registriert die Stadt im Schnitt um die 3000 Beförderungen im Monat, in den Wintermonaten ein wenig mehr, im August aufgrund Ferien- und Urlaubszeit weniger (2700). Erfasst werden allerdings nur die kostenpflichtigen Fahrten – hinzu kommen noch diejenigen, die den Stadtbus kostenfrei nutzen können, nämlich alle mit Schwerbehindertenausweis. „Und das sind sicherlich viele unserer Senioren, die mit dem Bus mitfahren“, vermutet Kalenberg. Exakte Zahlen dazu habe man bislang nicht erhoben.
Gemischte Reaktionen sind ihren Worten zufolge auf die erneute Fahrplanumstellung im Sommer im Rathaus eingegangen: die einen verärgert, weil beispielsweise der Herto-Park nicht mehr so gut angebunden wird wie zuletzt im „Baustellen-Modus“, als die Mangfallbrücke Brückenstraße nicht mehr befahren werden konnte; andere wiederum hätten sich überglücklich geäußert, dass der Bereich westlich der Brückenstraße wieder angefahren wird, unter anderem über die bisherige Route über die Farrenpointstraße. „Eine weit über 90-jährige Dame kam deshalb sogar ins Rathaus rein, um sich zu bedanken, dass sie jetzt wieder den Stadtbus so gut nutzen kann“, freut sich Kalenberg über so manchen Lichtblick.
Doch natürlich weiß Elisabeth Kalenberg trotz der erneuten Fahrplanumstellung und Routenoptimierung: „Wir können es leider nicht allen recht machen.“ Denn für eine optimale Taktung und Erreichbarkeit müssten im Prinzip vier Stadtbusse eingesetzt werden: zwei im Norden mit einer Schleife Moorkultur, die andere Lohholz; und zwei im Süden mit den Routen Schlarbhofen und Mitterhart. „Allerdings würden sich dann auch die Kosten für den Stadtbus verdoppeln, denn Personal und Fahrzeug sind leider das teure“, weiß sie. „Das wird wohl vorerst Vision bleiben.“
Doch: Die Hoffnung stirbt bekanntermaßen zuletzt – und so hofft Kalenberg, dass der Kolbermoorer Stadtbus eines Tages doch so gut angenommen wird, dass die weitere Optimierung auf vier Busse und das entsprechende Rundenangebot erfolgen kann.