Stadtrat Kolbermoor

Schulweg übers Tonwerksgelände?

von Redaktion

Mit einem neuen Bebauungsplan wird die Bergsiedlung im Nordosten von Kolbermoor überplant – wobei bereits der Vorentwurf für große Verärgerung bei vielen Anliegern sorgt. Sie wollen weder breitere Straßen, noch zu viele neue Wegeverbindungen zum Tonwerksgelände. Der Stadtrat schickte den Plan dennoch ins Verfahren.

Kolbermoor – Im Sommer wurde das Thema Bergsiedlung aktuell: Die Stadtverwaltung regte an, den veralteten Bebauungsplan „Kolbermoor an der Flurstraße“ aus den 1960er-Jahren zu überarbeiten. Eine Neuauflage sollte her und auch gleich eine neue Bezeichnung: „Bergsiedlung I“. Bauausschuss und Stadtrat gaben dazu jeweils „grünes Licht“ – und Architekt Franz Fuchs machte sich ans Werk, erarbeitete einen Vorentwurf.

Darin aufgenommen: der Stand der Dinge, aber auch die mögliche Weiterentwicklung der Bergsiedlung als allgemeines Wohngebiet. Wo Nachverdichtung und weiteres Bauen möglich wäre, hat der Planer entsprechende Baugrenzen eingezeichnet (GRZ 0,25). Und diese, wie Caroline Schwägerl (Grüne) anmerkte, überaus großzügig – wieso das? Um Spielraum zu geben bei der Nachverdichtung, egal ob Anbau, ein zweiter Neubau oder Abriss und Ersatzbau – „damit alle drei Formen der Nachverdichtung möglich sind, haben wir die Baugrenzen so großzügig gehalten“, erläuterte Fuchs. Damit würde auch künftigen Änderungsverfahren vorgebeugt.

Ein weiteres Thema im überarbeiteten Bebauungsplan, was viele Anlieger verärgert: die geplante Erschließung. Dazu zählen: eine Mindeststraßenbreite von 4,50 Metern, ausreichende Wendehämmer – und neue Wegeverbindungen zum westlich gelegenen Tonwerksgelände. Insgesamt vier Durchstiche hat Fuchs in seinem Vorentwurf vorgesehen. Denn: Städtebauliches Ziel ist die Vernetzung mit dem Naherholungsgebiet, wie auch Bürgermeister Peter Kloo in der Sitzung betonte. Zudem sieht er die Chance, mit einem Geh- und Radweg entlang des Tonwerksgeländes eine neue Schulwegeverbindung in Richtung Mangfall-Grundschule zu schaffen – bislang müssen die Schüler den weniger optimalen Weg über die Bergstraße nehmen. „Die Situation in der Bergstraße ist alles andere als befriedigend“, unterstrich auch Planer Fuchs. Der neue Schulweg soll dann entsprechend ausgebaut und natürlich auch beleuchtet werden, wie Kloo auf Nachfrage von Sebastian Daxeder (CSU) bestätigte.

Die Verärgerung zahlreicher Anlieger aufgrund der geplanten Straßenverbreiterung in Teilen der Bergsiedlung sprach Sonja Weczerek (REP) an. Wie diesbezüglich der Planer erläuterte, handle es sich teils um sehr enge Straßenzüge, mancherorts nur 3 bis 3,50 Meter breit – „das ist für eine Verbindungsstraße in seinem Siedlungsgebiet einfach zu eng“, so Fuchs, was auch Bürgermeister Kloo unterstrich: „Die Stadt ist dafür verantwortlich, ausreichend Verkehrsflächen zur Verfügung zu stellen, drei Meter Breite sind nicht mehr zeitgemäß.“ Die Überplanung sei schließlich auf die nächsten 30 bis 50 Jahre ausgelegt.

Details zum Vorentwurf werden den Bürgern nun im Rahmen einer Anliegerversammlung am Dienstag, 24. Oktober, 18.30 Uhr, im Mareissaal erläutert. Dort können auch Änderungswünsche und Bedenken vorgebracht werden. Gleichzeitig schlug Sabine Balletshofer (CSU) eine Ortsbesichtigung mit dem Gremium vor, was Bürgermeister Kloo begrüßte.

Einen tragfähigen Kompromiss mit den Anliegern, aber auch hinsichtlich der Belange Städtebau und Naturschutz erhofft sich Georg Kustermann (Grüne) aus dem Verfahren – schließlich stünde die geplante Vernetzung mit dem Tonwerksgelände dem Naturschutz entgegen, während es städtebaulich durchaus sinnvoll sei.

Die nun anstehende Öffentlichkeitsbeteiligung in dem Bebauungsplanverfahren begrüßten Dagmar Levin (SPD) und Dieter Kannengießer (Parteifreie) ausdrücklich. „Denn es handelt sich hier erst einmal um einen Vorentwurf, der nun zur Diskussion steht und noch überarbeitet werden kann“, verdeutlichte Levin.

Das Gremium schickte den Planentwurf schließlich einstimmig ins Verfahren.

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