Zum Artikel „1113 Unterschriften für Erhalt der Buche“ im Lokalen:
Dieser Bericht hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Für mich stellt sich jetzt die Frage, ist dieser Baum wirklich die Nabelschnur der Kolbermoorer Natur und Umwelt? Zudem wird dieser Baum jetzt im wahrsten Sinne des Wortes stigmatisiert. Mein Respekt gilt den 1113 Kolbermoorern, die an der Unterschriften-Aktion teilgenommen haben. Auch ich habe mich mit dieser Thematik auseinandergesetzt und bin zu dem schweren Entschluss gekommen, meine Unterschrift nicht zu leisten. Ich habe die Überzeugung gewonnen, Städtebau ist in Kolbermoor wichtig und notwendig, Städtebau ist aber auch mit der Umwelt und der Natur in Einklang zu bringen. Für mich der entscheidende Punkt ist: Städtebau sollte nicht vom Bestand eines einzelnen Baumes abhängig gemacht werden. Wobei ich die Wertigkeit des Baumes hier nicht in Frage stellen und mindern möchte. Der Einklang Städtebau, Umwelt und Natur kann doch geschaffen werden, durch eine ausgewogene Neubepflanzung am richtigen Platz. Der Baum ist umringt von dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Spinnerei und dem Lebensmittelmarkt, einer Verkehrsinsel und dem Feuerwehrhaus. Ich habe auch gehört, dieser Baum sei ein „prägendes Bild“ der Stadt. Dann bitte ich nicht zu vergessen den Baum am Edmund-Bergmann-Platz in Kolbermoor. Dieser Baum war wirklich ein sehr prägendes Bild der Stadt. Auch dieser Baum wurde durch eine Neubepflanzung ersetzt. Ich bin jetzt wirklich gespannt und neugierig auf die Entscheidungsfindung der Stadträte. Dann können wir von jedem einzelnen Stadtrat erwarten, dass er seiner Entscheidungsfindung im Grundsatz treu bleibt und auch in Zukunft neue Bauanfragen entsprechend gleichwertig behandelt und darüber abstimmt. Es ist kein Leichtes, für sich die richtige Entscheidung zu finden. Allein schon deshalb sollten wir eines nicht verlieren: die Toleranz und den Respekt gegenüber den anders denkenden Mitbürgern.
Rosemarie Baier
Kolbermoor