Leserbriefe an die Redaktion

Pro und contra Blutbuche

von Redaktion

Zu „Grünes“ Bauprojekt und neue Bäume“ und zur weiteren Berichterstattung über die Blutbuche am Hassler-Kreisel im Lokalen:

Ist die Beseitigung eines einzelnen Baumes eine solch „urbane Katastrophe“ für Kolbermoor, um gleich eine Unterschriftenaktion zum Erhalt der Blutbuche gegen Investoren zu starten, welchen wir den größten Teil des heutigen Stadtbilds und Wiederaufwertung einer gesamten Stadt zu verdanken haben? Eine Stadt, die als „Glasscherbenviertel“ bezeichnet wurde! Die „Lunge Kolbermoors“ wird der Baum nun genannt. Faktisch ist aber, dass dieser ausgewachsene Hartholzbaum kaum noch CO2 aus der Luft binden kann und ausschließlich von Frühling bis Herbst „arbeitet“. Ja, der Baum ist schön und jeder Baum sollte geehrt und gewürdigt werden. Nicht aber mitten in der Stadt und nicht an diesem bedeutsamen Ort. Junge Bäume speichern deutlich mehr CO2. Eine Dachbegrünung mit Moosen auf dem entstehenden Gebäude filtert hundertmal so viel Feinstaub wie die alte Blutbuche es leisten kann – und das ganzjährig! Warum also nicht die Erfolgsgeschichte dieser Stadt an der Spinnerei weiterführen und den Bauträgern durch effektive Ersatzbepflanzung kompensieren lassen? Durch die weitere Bebauung am Rewe-Gelände gewinnen wir einen weiteren wichtigen Zuwachs an neuen, attraktiven Geschäften mit Leben in der Stadt und verlieren dabei keineswegs den grünen Daumen!

Andreas Auburger

Kolbermoor

Die in der jüngsten Bauausschusssitzung vorgestellten Ausgleichsmöglichkeiten stellen nicht den ökologischen und optischen Wert dar wie die fest verwurzelte 70 Jahre alte Buche. Völlig unverständlich, wie ein Investor auf seinem Grundstück so ein Natur-Geschenk geringschätzt! Der Spruch „Weniger ist oftmals mehr“ müsste bei dem geplanten Gesamtumgriff wesentlich sensibler gewichtet werden. Die denkmalgeschützten Gebäude in der Alten Spinnerei wurden vom Investor beachtlich aufgewertet. Warum sollen/dürfen Natur-Denkmäler nicht einen ähnlichen Schutz wie Baudenkmäler erfahren? Gute Taten (und dazu gehört der Erhalt so eines solitären Baumes) sind freiwillig, ja auch weitsichtig. Der Stadtrat entscheidet bei der nächsten Sitzung eventuell mehrheitlich für das geplante Vorhaben „Spinnerei Nord“. Der Investor könnte jetzt selbst, mit einer kleinen Veränderung seiner Gedanken, ein Natur-Denkmal erhalten. Für so ein Umdenken würde er sicher Respekt und Anerkennung bekommen!

Michael Krämer

Kolbermoor

Artikel 3 von 8