Kolbermoor – Einen glänzenden Jahresabschluss legte die Stadt Kolbermoor 2016 hin: Die Steuereinnahmen bescherten einmal mehr ein gutes Jahr und übertrafen erneut die Erwartungen im vergleichsweise vorsichtig kalkulierten Haushaltsplan 2016. Sehr zur Freude von Kämmerin Ingrid Pross-Kohlhofer, die dem Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung das Rechnungsergebnis 2016 vorstellte und die Entwicklungen aufschlüsselte.
Einen Rekord stellte die Stadt Kolbermoor bei den Gewerbesteuereinnahmen auf: Mit 11,4 Millionen Euro „spülte“ es so viel wie noch nie in die Kassen, das Ergebnis lag gar 30 Prozent über dem Haushaltsansatz. „Ein Rekordjahr“, freute sich Pross-Kohlhofer. Sie rechnet allerdings nicht damit, diesen Rekord 2017 noch einmal toppen zu können. „Danach sieht es dieses Jahr nicht aus“, verriet sie in der Sitzung. Leicht über dem Ansatz lagen 2016 die Einnahmen aus der Einkommenssteuer mit insgesamt 10 Millionen Euro (+215000 Euro).
Überschuss von
8,8 Millionen Euro
Entsprechend positiv fällt der gesamte Verwaltungshaushalt aus: mit einem Überschuss von 8,8 Millionen Euro – Gelder, die wiederum als „freie Finanzspanne“ für Investitionen verwendet werden können und in diesem Sinne in den Vermögenshaushalt der Stadt zugeführt werden.
Entsprechend hoch waren mit 10,8 Millionen Euro die Einnahmen im Vermögenshaushalt, der sich zum Großteil aus der Zuführung (8,8 Millionen Euro/+3,4 Millionen Euro gegenüber Haushaltsplan), des Weiteren aus Zuschüssen (1,4 Millionen Euro) und Beiträgen (600000 Euro) zusammensetzt. Überflüssig wurden aufgrund des „Geldregens“ die geplante Entnahme aus den Rücklagen (4,5 Millionen Euro) und die Kreditaufnahme (1,5 Millionen Euro) – sämtliche Investitionen in 2016 konnten über die Einnahmen finanziert werden.
Ganz im Gegenteil: 2016 konnten gar Schulden abgebaut werden. Insgesamt 2,9 Millionen Euro flossen in Sondertilgungen, entsprechende Kredite wurden zurückgezahlt. Die Gesamtschulden der Stadt konnten damit auf rund 22 Millionen Euro reduziert werden.
Investiert wurden im vergangenen Jahr 2,4 Millionen Euro in Tiefbaumaßnahmen und 4,6 Millionen Euro in Hochbauprojekte. Hinzu kam ein „Vermögenserwerb“ in Höhe von 900000 Euro.
Sparsam gewirtschaftet
Sparsam wurde zudem im Verwaltungshaushalt gewirtschaftet, über den der tägliche Rathausbetrieb gestemmt wird: Knapp 350000 Euro weniger Geld wurde gebraucht, als ursprünglich im Haushaltsplan angesetzt war. Die Nettoausgaben beliefen sich letztendlich auf 27,8 Millionen Euro, davon 6,5 Millionen Euro Personalkosten, 4,6 Millionen Euro Verwaltungs- und Betriebsaufwand und 4,3 Millionen Euro Zuschüsse und Zuwendungen, unter anderem für Kinderbetreuung, Schulen und Sport. Weitere große „Ausgabeposten“ waren die Kreisumlage: 8,7 Millionen Euro mussten an den Landkreis abgegeben werden; weitere 2,1 Millionen Euro verließen als Gewerbesteuerumlage den Stadtsäckel.
Als sehr positiv bezeichnete Bürgermeister Peter Kloo die Haushaltsentwicklung im Jahr 2016, insbesondere den Schuldenabbau. Den Neubau von Rathaus, Bücherei und VHS habe man so innerhalb von drei Jahren bereits „abfinanzieren“ können, unterstrich er zufrieden.