Kolbermoor – Wassergräben, Weiher und kleine Bachläufe sind fester Bestandteil des Ortsbildes beinahe jeder Gemeinde. Neben dem Verschönerungsaspekt erfüllen sie vordringlich den wichtigen Zweck der Entwässerung und sorgen für einen geregelten Ablauf von Regenwasser.
Die regelmäßige Pflege, insbesondere die Bachabkehr und Räumung von Feinmaterial, ist daher eine der wichtigsten Aufgaben einer Kommune. Das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim nutzte den jährlich stattfindenden Gewässernachbarschaftstag von Stadt und Landkreis Rosenheim, um Bürgermeister, Sachbearbeiter und Behördenvertreter aus der Region auf genau diese Thematik hinzuweisen. Kathrin Pollinger eröffnete die Veranstaltung im Namen des Wasserwirtschaftsamtes im Kesselhaus der Alten Spinnerei in Kolbermoor. Pollinger dankte insbesondere der Stadt Kolbermoor, die die Ausrichtung des Tages übernommen hatte, für die Einladung und die Bereitstellung des Anschauungsmaterials.
„Das Wasser war unser Ursprung und begleitet uns seitdem.“
Bürgermeister Peter Kloo
Bürgermeister Peter Kloo freute sich, das Fachpublikum gerade im Kesselhaus begrüßen zu können, das als Bestandteil der Spinnerei aus ortsgeschichtlicher Sicht einen Meilenstein der Stadtentwicklung Kolbermoors darstellt. Passend zum Thema der Veranstaltung erläuterte Kloo die Verbundenheit der Stadt mit der Naturressource Wasser, angefangen von der Nutzung der Wasserkraft aus Mangfall und Werkskanal bis hin zu den leidvollen Erfahrungen durch Hochwasser, bei dem nicht nur die großen, sondern auch kleinere Gewässer eine Rolle spielten. „Das Wasser war unser Ursprung und begleitet uns seitdem“, fasste der Bürgermeister die wechselvolle Geschichte der Mangfallstadt zusammen.
Ausdrücklich lobte Kloo den Gewässernachbarschaftstag als informative Grundlage, auf der die Gemeinden die zentrale kommunalpolitische Aufgabe der schadlosen Wasserabführung auch aus baurechtlicher Sicht angehen können.
Dass die Tagung an einem Ort stattfand, der zahlreiche Bezüge zum Inhaltlichen aufwies, zeigte sich auch bei der anschließenden Präsentation durch Spinnerei-Investor Klaus Werndl (Quest), der als Hausherr den Gästen aus der Region das restaurierte Spinnereigelände in allen Facetten vorstellte.
Im Anschluss folgten Fachvorträge zu den Themen „Zuviel im Gewässer – was kann die Gemeinde tun?“ und „Förderung von Grunderwerb“ sowie zu verschiedenen Projekten durch Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes und der BBV Land-Siedlung.
Am Nachmittag erfolgte eine Exkursion zu verschiedenen Plätzen in Kolbermoor. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Renaturierungsmaßnahmen „Filzbach“ (Spinnereipark) und „Teufelsgraben“ (Kolbermoor-Ost), die Gewässerräumung am westlichen Bahngraben und das Einzugsgebiet Spinnereiweiher („Quellgraben“/Conradty-Gelände) gelegt.