Spinnereipark

Bunte Vielfalt für den „Bürgerpark“

von Redaktion

Der Spinnereipark ist nun auch offiziell ein „Bürgerpark“: Die Stadt hat die südlichen Flächen samt Spielplatz von den Investoren (Quest) übernommen. Aktuell wird aufgeforstet – 25 neue Bäume werden gepflanzt. Im Frühjahr folgen weitere.

Kolbermoor – Jahrzehnte konnten die Kolbermoorer Bürger nur erahnen, was sich hinter den Zäunen und dem Gebüsch verbarg: Der Spinnereipark war lange Jahre den Direktoren der Baumwollspinnerei vorbehalten, kaum ein Normalbürger durfte einen Fuß in die gepflegte Parkanlage setzen.

Mit dem Ende der Baumwollspinnerei 1993 fielen auch die Zäune rund um den Park – und die Flächen, die bereits etliche Jahre vor dem Betriebsaus nicht mehr gepflegt worden waren, verwilderten weiter. Erst mit den Plänen für eine Bebauung der Parkflächen mit Wohnhäusern erfolgte vor einigen Jahren eine erste Geländemodellierung, Gehölz wurde entfernt – was zu einem Aufschrei in der Bevölkerung und beim Bund Naturschutz führte, da unangekündigt und mit den Behörden im Vorfeld nicht abgestimmt.

Inzwischen haben sich die Wogen längst geglättet, die Investoren von Quest schufen – jetzt in enger Abstimmung mit den Behörden und der Stadt – südlich des Spinnereiweihers einen öffentlich zugänglichen Park, in dem kräftig nachgepflanzt wurde, errichteten einen großzügigen, naturnahen Spielplatz, sorgten für Fußwegeverbindungen zum Werkskanal, renaturierten den Filzbach und machten Zugänge zum Weiher frei. Und eben diese Parkflächen inklusive des Spinnereiweihers gingen diesen Sommer im Rahmen eines städtebaulichen Vertrages mit den Investoren auf die Stadt über – „ausgenommen ist nur die Kapelle und der direkte Umgriff um die geplanten Wohnhäuser“, erläuterte dazu Bürgermeister Peter Kloo im Gespräch mit unserer Zeitung.

Denn: Auf den weiteren Flächen im Norden des Geländes ist Wohnen vorgesehen. Der Spatenstich für die ersten beiden so genannten Y-Häuser erfolgte im März dieses Jahres. Zugleich wurde die Verlegung der Conradtystraße zur Bahnlinie hin in Angriff genommen.

Hoch erfreut zeigt sich der Baumexperte der Stadt, Jürgen Halder, über den „Zugewinn“: „Der Park ist ein Juwel und noch dazu in einem tadellosen Zustand, eine Bereicherung für ganz Kolbermoor.“ Denn, so erinnert Halder, die Stadt habe bislang, trotz ihrer knapp 20000 Einwohner, über keinen wirklichen Park verfügt – größte Grünanlage sei bis dato der Karl-Daniels-Platz gewesen. „Jetzt haben wir einen großzügigen Park, der lange Zeit nur den Spinnereidirektoren vorbehalten war und nun für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, ein echter Bürgerpark.“

Exotische

Blütenbäume

In dem neuen Park kann „Baum-Liebhaber“ Halder nun wirken: Es wird kräftig aufgeforstet. Aktuell werden insgesamt 25 heimische Laubbäume gepflanzt, im Frühjahr sollen weitere Bäume folgen – dann aber „Exoten“ wie Amberbaum, Flügelnuss, Lebkuchenbaum, Götterbaum, Tulpen- und Trompetenbaum etc. „Die exotischen Blütenbäume haben in dem Park Historie, die Spinnereidirektoren haben sie früher extra nach Kolbermoor bringen lassen.“ Auch diesen Teil der Geschichte will Halder deshalb wieder aufleben lassen.

Gleichzeitig will der Rathausmitarbeiter den Park mit heimischen Bäumen nachverdichten. Gesetzt sind deshalb Rotbuchen, Blutbuchen, Stil- und Traubeneiche, Feldulme, Bergulme und verschiedene Kiefernarten. „Damit will ich auch versuchen, den Kolbermoorern ihr geliebtes Buchenwäldchen zurückzugeben“, so Halder. Und auch die Tierwelt will er zurück in den Park locken: Eichhörnchen, seltene Vögel wie Eichelhäher, Dompfaff und Wasseramsel und vieles mehr, das derzeit auf der Mangfallinsel zu finden ist. „Früher hatte der Park eine bunte Vielfalt, was die Tierwelt angeht, das soll sich möglichst wieder einstellen.“

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