Stadtrat Kolbermoor

„Regional denken, lokal handeln“

von Redaktion

Den Blick über den Tellerrand hinaus wagt Kolbermoor schon seit Langem: Mit den benachbarten Städten und Gemeinden wird auch interkommunal nach Entwicklungsmöglichkeiten und Lösungen zu regionalen Problemfeldern gesucht. Dazu zählen auch die Themen Wohnraum und Verkehr. Ein Forum dafür: der Zusammenschluss der SUR-Gemeinden.

Kolbermoor – Seit über zwei Jahrzehnten gibt es den Begriff der „SUR-Gemeinden“ bereits in der Region („Stadt- und Umlandregion“) – und dennoch ist der Zusammenschluss auch für manch ein Stadtratsmitglied noch etwas abstrakt.

Kolbermoor ist zwar mit im Verbund – aber was passiert genau in der SUR? Welche Ziele werden verfolgt? Einen Überblick über die Aktivitäten des Zusammenschlusses gab jetzt Projektsteuerer Thomas Sarsky dem Kolbermoorer Stadtrat in dessen jüngster Sitzung.

Entwicklungen regional betrachten, Problemfelder großräumig angehen – so fasst Kolbermoors Bürgermeister Peter Kloo in kurzen Worten Sinn und Zweck des Gemeinde-Verbunds zusammen.

1996 ins Leben gerufen, gehören inzwischen 16 Städte und Gemeinden der SUR an, darunter neben Rosenheim und Kolbermoor auch Bad Aibling, Bruckmühl, Feldkirchen-Westerham, Bad Feilnbach und Brannenburg. „Von der Fläche und Einwohnerzahl haben die SUR-Gemeinden die Größe einer deutschen Großstadt, hier können Themen, die den gesamten Ballungsraum betreffen, angesprochen werden“, so Kloo weiter. „Eine Art Zweckgemeinschaft, die Themen aufgreift, Impulse gibt und Projekte anstößt.“

Verkehr und
Wohnungsbau

Als Schwerpunkte der Arbeitsgemeinschaft zählte Projektsteuerer Sarsky die Themen Siedlungswesen, Verkehr, Wirtschaft, aber auch Landwirtschaft, Soziales, Bildung, Kultur sowie Ver- und Entsorgung auf. Wobei aktuell zwei Themen im Vordergrund stehen: Verkehr/Mobilität und Siedlungsentwicklung/Wohnungsbau. „Beides Themen, die Kolbermoor nicht allein lösen kann, sondern eine Herausforderung für die ganze Region darstellen“, ergänzte Bürgermeister Kloo.

In Sachen Mobilität/Verkehr würden von den SUR-Gemeinden Bestandsaufnahmen zur jeweiligen Verkehrsproblematik erfragt und Ziele formuliert. „Zum Beispiel, ÖPNV und Radverkehr auszubauen und die Straßenzuläufe nach Rosenheim zu entlasten“, erläuterte Sarsky. In diesem Zusammenhang wird nun der Nahverkehrsplan für den Landkreis Rosenheim fortgeschrieben; auch das „Anruf-Sammeltaxi“ (AST) soll erweitert werden. Weitere Vorschläge der SUR waren die Reaktivierung der Bahnlinie Rohrdorf-Rosenheim, um den Pendlerverkehr zu entzerren, und ein Bahnhaltepunkt Stephanskirchen an der Strecke München-Salzburg. Die Bahnlinie Rohrdorf sei allerdings am dortigen Gemeinderat gescheitert; für Stephanskirchen bestehe noch Hoffnung. „Hier machen sich die Vorzüge der SUR bemerkbar“, unterstreicht Bürgermeister Kloo. „Auf sich alleine gestellt, hätte die Gemeinde Stephanskirchen wohl kaum Gewicht bei der Forderung nach einem Bahnhalt. Steht aber ein ganzer Regionalverbund dahinter, hat das eine ganz andere Schlagkraft.“

Ein weiteres Projekt ist gerade angelaufen: eine Machbarkeitsstudie für Radschnellwege in der Region – um auch hiermit die Straßen zu entlasten. „Die Schnellwege müssen breit und möglichst kreuzungsfrei sein“, so Sarsky zu den Grundzügen. Vorstellbar wären Verbindungen zwischen Schechen-Rosenheim-Raubling-Brannenburg oder auch durchs Mangfalltal. „Wir hoffen, im ersten Quartal 2018 erste Ergebnisse zu erhalten“, so der Projektsteuerer.

Eng zwischen den SUR-Kommunen zusammengearbeitet wird zudem beim Thema Wohnungsbau. Auf Fachveranstaltungen wird über Siedlungsentwicklung diskutiert, Flächenreserven werden ermittelt – immer mit Blick auf das „Große und Ganze“. Sarsky: „Unser Motto ist: regional denken, lokal handeln.“ Besonderes Augenmerk werde dabei auch auf die Siedlungsachse Mangfalltal gelegt – die von Feldkirchen-Westerham bis nach Rosenheim reicht. Berücksichtigt werden müssten dabei aber auch die unterschiedlichen Entwicklungsziele der einzelnen Kommunen, betonte Sarsky.

Hochinteressiert zeigten sich die Stadträte bei der anschließenden Fragerunde an den Aktivitäten der SUR.

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