Zu den Berichten über den Tod eines Obdachlosen im Lokalteil:
Der „Tippel-Bruder“ ist seit etwa 20 Jahren ziemlich regelmäßig immer wieder nach Kolbermoor gekommen.
Ende der 90er-Jahre habe ich versucht, im persönlichen Gespräch dem Mann Tipps zu geben, wo er sich in eisig-kalten Nächten in Kolbermoor ein warmes Nachtlager suchen könnte; er reagierte unwirsch, war nicht ansprechbar, lehnte ein Gespräch ab, blieb immer Einzelgänger. In einer freien, offenen Gesellschaft muss man einen solchen Lebensstil dulden, man weiß ja nicht, warum der Betreffende so gelebt hat.
Danken möchte ich dem/den Passanten, die die Hilflosigkeit des Mannes im Bushäuschen erkannten und die Aufnahme in das Krankenhaus veranlassten.
Einmal mehr erweist sich in diesem Fall die Notwendigkeit und Wichtigkeit von Palliativmedizin und Hospizbewegung, die zu einem würdigen, natürlichen Tod helfen möchten. Eine breite Öffentlichkeit ist offensichtlich von der Wichtigkeit dieser Dienste überzeugt, wie die Beachtung der Weihnachtsaktion 2017 und die Berichterstattung im Lokalteil hierzu in der Heimatzeitung erweist.
Beginn und Ende des irdischen Lebens kommen am Tod nicht vorbei. Die Einrichtung der Palliativ-Medizin und bürgerliche Vereinigungen wie „Donum Vitae“ für werdende Mütter/Eltern oder vor allem der Hospizbewegung am Ende gelebten Lebens leisten hier wertvolle Hilfestellung „am Rande der Gesellschaft“.
Ludwig Reimer
Bürgermeister a. D.
Kolbermoor