Kolbermoor – Lange Jahre lag die Gaststätte „Zur Post“ in Mitterhart brach, wurde mal als Gebrauchtwagenhandelsfläche genutzt, mal als Unterkunft für minderjährige Flüchtlinge. Doch eine dauerhafte Umnutzung stand in den Sternen.
Umso erleichterter zeigen sich jetzt Bürgermeister Peter Kloo und die Stadträte über die neuen Pläne, die in jüngster Sitzung des Bauausschusses erstmals präsentiert wurden: Die Gaststätte soll wieder eröffnet werden, ebenso der Biergarten. Überdies sind Um- und Neubauten für ein Hotel mit bis zu 100 Betten vorgesehen. „Sehr erfreulich“, zeigte sich Bürgermeister Kloo angetan.
Die Umsetzung soll nach den Worten des Bürgermeisters in zwei Abschnitten erfolgen: In einem ersten Schritt soll der Bestand renoviert und ausgebaut werden. Der hintere Gebäudeteil soll in diesem Zuge abgerissen und neu errichtet werden mit dann insgesamt 40 Zimmern. In einem zweiten Abschnitt ist der Neubau eines Bettentraktes auf der westlichen Parkplatzfläche geplant; darunter, in einer Art „Halb-Tiefgarage“, sind weitere Stellplätze vorgesehen.
Auch für den Biergarten gibt es neue Pläne: Er soll reaktiviert – und künftig nicht mehr von der Gehrerstraße durchschnitten werden. Damit verbunden wäre eine Verlegung der Straße über eine Verschwenkung westlich am Hotel vorbei.
Um den Holzabtransport aus den hinter Mitterhart liegenden Wäldern nicht zu beeinträchtigen, soll die Straßenumlegung nach den Worten des Bürgermeisters zum einen im Kurvenbereich ausreichend dimensioniert werden (Straßenbreite von sechs bis 10,50 Meter; für Lkw mit einer Länge von bis zu 18 Metern); zum anderen soll nach wie vor die Möglichkeit bestehen, im Ausnahmefall die Durchfahrt zwischen Gaststätte und Biergarten noch zu nutzen. Auch Radlern und Fußgängern soll es auf Wunsch von CSU-Stadtrat Markus Schiffmann weiterhin möglich sein, die Durchfahrt in Richtung Geh- und Radweg entlang der Staatsstraße zu passieren.
Als Lärmschutz zur Nachbarbebauung hin ist zudem am Südende des Biergartens ein Nebengebäude geplant.
Eine „geniale Lösung“ lobte SPD-Fraktionssprecherin Dagmar Levin die Pläne. „Vor allem, weil Kolbermoor dringend ein Hotel braucht.“ Die Verlegung der Gehrerstraße mit einer ausreichend dimensionierten Schleppkurve für den Holztransport und auch die weitere Stellplatzplanung entlang der Staatsstraße und unter dem Hotelanbau begrüßte sie ausdrücklich. „Dieses Projekt würde Kolbermoor nur aufwerten“, ist Levin überzeugt.
Angetan zeigte sich auch CSU-Stadtrat Schiffmann, der allerdings wie Grünen-Stadträtin Caroline Schwägerl darum bat, möglichst viele Bäume im Biergarten zu erhalten. „In der Planung scheinen mir zu wenige erhaltenswerte Bäume aufgeführt“, so Schiffmann. Bürgermeister Kloo versprach, dies überprüfen zu lassen – wobei er nicht davon ausging, dass mehr Bäume als notwendig entfernt würden. „Denn davon lebt ja ein Biergarten.“
Gehrerstraße soll
verlegt werden
Um das Vorhaben realisieren zu können, leitete der Bauausschuss schließlich einstimmig ein Bauleitplanverfahren für diesen Bereich ein. Dies erfolgt nun über einen Bebauungsplan der Innenentwicklung mit der Bezeichnung „Gehrerstraße Nord“. Mit aufgenommen in den Geltungsbereich wird auf Anregung von Sebastian Daxeder (CSU) überdies der Einmündungsbereich der zu verlegenden Gehrerstraße in die Staatsstraße, damit auch dieser Bereich im Bauleitplanverfahren Berücksichtigung findet.
Im weiteren Verfahren werden nun die Behörden und Träger öffentlicher Belange eingebunden. Die Bürger werden im Rahmen einer öffentlichen Auslegung Gelegenheit zur Stellungnahme erhalten.