Bauausschuss Kolbermoor

Parkproblem: Lösung muss her

von Redaktion

Seit geraumer Zeit läuft die Überplanung der Wohngebiete südlich der Mangfall rund um die Gärtner- und Schwarzenbergstraße. Zahlreiche Anwohner sind angesichts der angedachten Nachverdichtung allerdings alles andere als glücklich mit den Plänen. Auch im Bauausschuss entspann sich eine kontroverse Diskussion.

Kolbermoor – Wie viel neues Wohnen und damit Nachverdichtung vertragen die Gebiete rund um Gärtner- und Schwarzenbergstraße? Darüber machen sich Stadt und Stadtrat seit geraumer Zeit Gedanken. Denn: Für das Gebiet südlich der Mangfall zwischen Brücken- und Friedenstraße sollen neue Bebauungspläne aufgestellt werden („Gärtnerstraße“ und „Schwarzenbergstraße“).

Viel Kritik von Seiten der Anwohner hagelte es im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung, mit der sich der Bauausschuss in jüngster Sitzung vorberatend befasste. Die Abwägung der einzelnen Einwände obliegt morgen, Mittwoch, dem Stadtrat. Die Anlieger befürchten in ihren Schreiben insbesondere eine Zunahme des Verkehrs durch die geplante Nachverdichtung. Denn: Auf den noch freien Flächen an der Gärtnerstraße und Farrenpointstraße/Ecke Jacklbergstraße wäre überwiegend Geschosswohnungsbau vorgesehen, wodurch zahlreiche neue Wohnungen entstünden.

Zahlreiche neue

Mehrparteienhäuser

In der Farrenpointstraße sollen nach den aktuellen Plänen südlich und nördlich der Jacklbergstraße unter anderem neue Mehrfamilienhäuser mit drei (4) und vier Geschossen (1) errichtet werden. Und auf den freien Wiesen im Bereich Gärtnerstraße wäre ein völlig neues Wohnquartier vorgesehen – mit insgesamt zehn Mehrparteienhäusern. Sämtliche Neubauten sollen Tiefgaragen erhalten, aber auch oberirdische Stellplätze sollen zur Verfügung stehen.

Pläne, die den Anwohnern nicht behagen: Sie rechnen mit mehr Verkehr in der bestehenden Gärtnerstraße, die nach den Plänen der Stadt nach Norden hin auf 5,50 Meter Breite ausgebaut und verkehrsberuhigt werden soll. Dabei befürchten die Anlieger nicht nur eine Vielzahl an- und abfahrender Autos, sondern auch eine Menge „Straßenparker“, zudem Parkplatzsuchverkehr von Brückenwirt-Biergartenbesuchern, bei Spinnerei-Veranstaltungen und von Freibad-Besuchern.

Befürchtungen, die die Stadtverwaltung nicht teilt. Bürgermeister Peter Kloo stützt sich in seiner Argumentation auf die Untersuchung eines Verkehrsplaners, der nach Hochrechnungen und Zählungen „grünes Licht“ für die zusätzliche Bebauung gegeben hatte (wir berichteten). Zudem sei die Haupterschließung des neuen Wohngebietes Gärtnerstraße über die Brückenstraße geplant, führte Kloo an. Und in Sachen Parken ist seine Ansicht: Falsches Verhalten der Verkehrsteilnehmer könne nicht über einen Bebauungsplan gelöst werden. „Natürlich gibt es im praktizierenden Parkverhalten Missstände, aber die werden wir nicht über die Neubaugebiete lösen“, so der Rathaus-Chef in der Sitzung.

Ganz anderer Ansicht waren diesbezüglich CSU und SPD: Sowohl Dagmar Levin (SPD) wie auch Sebastian Daxeder (CSU) pochten auf eine Lösung in Bezug auf den ruhenden Verkehr.

Verkehrsuntersuchung
unzureichend?

Die Schwarzenbergstraße ist nach Ansicht von Daxeder bereits jetzt eine „Zumutung“ und ein Ausbau der Gärtnerstraße ohne Parkraum ist für Levin indiskutabel – außer, es würde eine völlig autofreie Zone geschaffen.

Einig waren sich Levin und Daxeder zudem, dass sowohl die Verkehrsuntersuchung (zu diesem Zeitpunkt war die Mangfallbrücke Brückenstraße gesperrt sowie kein Biergarten- und Freibadverkehr, da Herbst) wie auch die Lösungsvorschläge in der Bauleitplanung unzureichend sind. „Planungsziel war, das Problem ruhender Verkehr zu lösen“, monierte Daxeder. „Zumindest einseitiges Parken sollte möglich sein“, was auch Markus Schiffmann (CSU) unterstrich. Und Levin ergänzte: „Die Planerin wurde von uns aufgefordert, nachzubessern, was bis jetzt nicht geschehen ist. Wenn man hier schon in diesem Ausmaß nachverdichten will, dann muss auch der ruhende Verkehr berücksichtigt werden. Das einzige, was hier gelöst wurde, ist möglichst viel Baurecht.“

Auf Drängen der Ausschussmitglieder versprach Kloo letztlich, bis zur Stadtratssitzung Möglichkeiten aufzeigen zu lassen.

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