Kolbermoor – Sinzinger hatte bereits das Thema Moor mit rund 25 Fotografien bereichert. Diesmal werden es 30 Bilder sein, die in Galerie im ersten Stock des Rathauses zu sehen sind. Die Vernissage ist am Donnerstag, 8. März, 19 Uhr. Der Naturfotograf illustriert Eis und Reif, Wasserfälle und Wellen, Wolken und Nebel; er schenkt dem Altbekannten, dem Wunder des Wasserkreislaufs, eine neue Faszination. Die Ausstellung ist dann bis 18. Mai im Rathaus während der Öffnungszeiten zu sehen.
Wie kommt es zum Wasserreichtum in Südbayern, wo kommt das Wasser her und wo fließt es hin? Der Diplom-Geologe Ulrich Hafen spricht am Donnerstag, 15. März, 19.30 Uhr, im Rathaus über den Kreislauf des Wassers, das Zusammenspiel mit dem Untergrund, die Nutzung zur Wassergewinnung sowie die Gefährdung der Wasservorräte.
Ganz konkret um das Kolbermoorer Trinkwasser geht es dann am Donnerstag, 22. März, 19.30 Uhr: Im Dezember 2015 wurden die Grenzen des Wasserschutzgebiets für die Trinkwasserbrunnen von Kolbermoor, Bad Aibling und Rosenheim neu festgesetzt. Damit befasst war die Diplom-Geologin Barbara Sperling, die in ihrem Vortrag die wesentlichen Aussagen dieses hydrogeologischen Gutachtens vorstellt. Wo liegt der Grundwasserleiter und wie wird er gespeist? Wie sind Wassermenge, wie die Fließrichtungen und -zeiten? Wie ist das Grundwasser vor Einflüssen aus der landwirtschaftlichen oder gewerblichen Nutzung geschützt? Diese Veranstaltung am Weltwassertag wird vom Wasserwerk Kolbermoor unterstützt.
Kolbermoors
Trinkwasser
Dann wird‘s globaler: „Kriege um Wasser – die umkämpfte Ressource“ hat Dr. Peter Barth seinen Vortrag am Mittwoch, 18. April, 19.30 Uhr, betitelt. Denn: „Der nächste Krieg im Nahen Osten wird … um Wasser geführt werden“, hatte schon 1988 Boutrus Boutrus-Ghali, späterer UN-Generalsekretär, erklärt.
Wasser kann auch ein einträgliches Geschäftsmodell sein. Die Filmvorführung „Bottled Life – Nestlés Geschäft mit dem Wasser“ steht am Donnerstag, 26. April, 19.30 Uhr, auf dem Programm der Volkshochschule. Ist sauberes Wasser ein Menschenrecht oder eine Handelsware? Der Schweizer Journalist Res Gehriger geht dieser Frage nach. Er untersucht Geschäftspraktiken und humanitäres Engagement des Konzerns Nestlé, trifft auf Kritiker wie Befürworter. Die aufwendige Dokumentation zeigt differenziert, welche Konflikte hinter dem Wasserhandel stecken.
Wasser kann man aber nicht nur trinken, man kann beispielsweise auch Kajak darauf fahren – und wenn man Hans Memminger heißt, sogar 2400 Kilometer durch das Eismeer, die Nordwestpassage. Memminger ist 1989 mit seinen drei Kameraden erstmals die Querung im Kajak von Grönland nach Kanada gelungen. Sie waren zehn Wochen in der Arktis unterwegs. Bis zu 23 Stunden paddelten sie an manchen Tagen und bewältigten die Strecke ohne Hilfe von außen und ohne vorher angelegte Nahrungs-Depots. Das lässt sich am Mittwoch, 16. Mai, 19.30 Uhr, im Rathaus hautnah miterleben.
Eine Exkursion führt am Dienstag, 15. Mai, ins Mangfalltal. Die Mangfallregion um den Taubenberg ist ein Naturparadies, mit außerordentlichem Wasserreichtum gesegnet. München gewinnt seit den Jahren 1879/80 hier das Trinkwasser. Im Rahmen einer Führung besichtigen die Teilnehmer im Anschluss an einen einführenden Vortrag mit Film drei unterschiedliche Quellfassungen. Treffpunkt ist um 14 Uhr am Betriebshof Thalham.
Für Kolbermoor ist aber nicht nur das Trinkwasser wichtig, sondern auch die Mangfall. „Ein Fluss als Geburtshelfer für Kolbermoor – das Wasser der Mangfall als Industriemotor“ heißt es am Sonntag, 10. Juni, 13.30 bis 15.30 Uhr, wenn sich Christian Poitsch bei einer Führung der Kolbermoorer Industriegeschichte unter dem speziellen Aspekt der Wasserkraft und der Mangfall widmet. Der große Bedarf an Energie für die Industrialisierung Bayerns ab 1840 gab der Wasserkraft als Standortfaktor eine wachsende Bedeutung.
Besichtigung
des E-Werks
Am Donnerstag, 28. Juni, 18 Uhr, steht dann die Besichtigung des Elektrizitätswerks am Mangfallkanal Kolbermoor auf dem Programm. Betriebsleiter Karl Schwingenschlögl führt durch die Regel- und Steuerzentrale des Werks, erläutert die Arbeitsweise der Turbinen sowie die Notstromversorgung.
Eine Radexkursion zur Gewässerökologie an der Mangfall bietet Diplom-Ingenieur Andreas Holderer vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim am Samstag, 16. Juni, 9 bis 12.30 Uhr, an. Er führt zu Beispielen der gewässerökologischen Aufwertung der Mangfall zwischen Kolbermoor und Bruckmühl. Es werden bereits realisierte Maßnahmen erläutert und zukünftige Planungen zur ökologischen Verbesserung des Lebensraums für die Mangfall vorgestellt.
Schließlich will die VHS Kolbermoor auch noch in die Unterwelt entführen (Exkursion in die Abwasserkanäle in Münchens Untergrund; besucht werden ein Kanal, anschließend der Regenauslasskanal in der Ungererstraße und schließlich das Regenüberlaufbecken Schenkendorfstraße, Freitag, 4. Mai, 10 bis 12 Uhr). Am Freitag, 8. Juni, 16 bis 18 Uhr, steht dann die Kläranlage Rosenheim auf dem Programm. Mit Betriebsleiter Thomas Mayer kann man diese komplexe und hochmoderne Anlage besichtigen.
Wer sich von den Wasser-Fotografien Martin Sinzingers inspirieren hat lassen, kann mit ihm auch eine naturfotografische Exkursion ins Achental mitsamt der Entenlochklamm unternehmen. Das Achental bei Schleching ist für alle Disziplinen der Naturfotografie interessant: die Landschaft mit der Ache und dem Kaisergebirge, die Fülle der Blumen sowie die reichhaltige Welt der Insekten. Termin ist Samstag, 16. Juni, 8 bis 16 Uhr.
Eine ganze Woche Zeit (von Sonntag, 17. Juni, bis Samstag, 23. Juni) brauchen dann die Teilnehmer der Erlebniswanderung entlang der Soca von den Julischen Alpen bis zur Adria. Diese Bus-Wanderreise wird von Martin und Ulrike Sinzinger, der Leiterin der Kolbermoorer VHS, begleitet. Die Soca entspringt in den Julischen Alpen und mündet nach nur 140 Kilometern in die obere Adria. Die Gegensätzlichkeit der Landschaften ist enorm: als lebendiger Wildbach durchläuft sie das tief in die Massive der Julischen Alpen eingeschnittene Trenta-Tal. In diesem uralten Kulturland werden Orte besichtigt wie Aquileia mit den spätrömischen Mosaiken, die Altstadt von Grado oder von Cividale nel Friuli. fl