„Kickbox-Charity-Day“ für Nico Kornhass

Weltmeister kämpfen für guten Zweck

von Redaktion

Freunde helfen, wenn man in Not ist. So auch die große Familie der Kickboxer, die ihr prominentes Mitglied Nico Kornhass in seiner Not nicht allein lässt. Denn der vierfache Kickbox-Weltmeister ist an unheilbarer Amyotropher Lateralsklerose (ALS) erkrankt. Um ihm unter die Arme zu greifen, wurde jetzt in Kolbermoor ein „Kickbox-Charity-Day“ veranstaltet.

Kolbermoor – Der Dachverband World Kickboxing and Karate Union (WKU) hatte in das Kornhass-Kampfsportstudio in der Rosenheimer Straße 64 in Kolbermoor zu dem großen Kickbox-Charity-Day eingeladen.

Unter dem Motto „Wir lassen unseren Mitkämpfer nicht im Stich und steigen für ihn in den Ring“, hatte der Vorsitzende der WKU, Klaus Nonnemacher, zusammen mit den Söhnen von Nico Kornhass, Nino und Mario, diese Spendenaktion organisiert, zu der sämtliche Kickbox-Weltmeister des Verbandes aus allen Gewichtsklassen ihr Kommen zugesagt hatten.

So war die Erwartungshaltung der vielen Besucher, die aus ganz Deutschland und den Nachbarländern angereist warten, groß. Schon der Einmarsch der Sportgrößen wie Kickbox-Weltmeisterin Marie Lang oder der „Sat1-Fernsehpolizist“ Michael Smolik wurde begeistert aufgenommen und zusammen mit ihren Sportkollegen Dardan Morina, Dominik Haselbeck, Bojan Aladzic, Mladen Stenko und Flamur Mehmeti stiegen die Kickboxer für einen der ihren und einen guten Zweck in den Ring. Denn jeder Besucher konnte für eine Spende von mindestens zehn Euro gegen die Weltmeister eine Übungseinheit buchen oder einfach nur eine kurze professionelle Unterweisung in diesen sehr intensiven Kampfsport genießen.

Daneben wurden den Besuchern kurze Trainingseinheiten vorgeführt und ein Einblick in die intensive Kampfvorbereitung gewährt.

Moderiert von Kurt Benna machten gleich die ganz Kleinen den Anfang, die ohne Scheu vor den Kickbox-Größen eine Trainingsrunde mit ihnen starteten und schnaufend, aber strahlend dann den Ring wieder verließen. Schnell waren erste Berührungsängste verwischt und auch die Großen stiegen gegen ihre Idole in das Viereck und hatten so richtig Spaß. Hinzu kamen die intensiven Gespräche und auch „Selfies“ mit den Fans, die hautnah mit ihren jeweiligen Idolen viele unvergessliche Minuten verbringen konnten.

So auch Jens Fedler aus Vaihingen, der sich mit zehn Freunden von der Kampfsport-Akademie Vaihingen auf den Weg nach Kolbermoor gemacht hatte. Der Vaihinger hatte „über Facebook“ von der Charity-Aktion erfahren. Für Begeisterung sorgte dabei auch das „Pratzentraining“ (die Schläge werden gegen eine große, den Trainingspartner schützende Pratze geführt), wobei man mit einem der Weltmeister im Ring stand und ihn durchaus fordern konnte. Aber auch echte Trainingseinheiten mit Weltmeistern konnten absolviert werden.

Die Übungsmatten waren überlagert mit Sportlern und interessierten Zuschauern, die das außergewöhnliche Erlebnis samt und sonders genossen. Dazu gab es für die, die nicht nur aus sportlichen Motiven gekommen waren, vielseitige Unterhaltungsmöglichkeiten. Neben Snacks und sportiven Durstlöschern war auch eine Tombola mit attraktiven Preisen aufgebaut und so konnte so mancher sowohl für einen guten Zweck spenden und dabei noch einen Preis gewinnen.

Der eigentliche Höhepunkt aber war die Ankunft von Nico Kornhass selbst, der sichtlich gerührt den weiteren Verlauf seiner Charity verfolgte. Bis in den späten Nachmittag hinein gaben sich die Besucher praktisch die Türklinke in die Hand, es herrschte reger Betrieb an den Matten, im und am Ring und an den Tischen, immer mit dabei der erkrankte Ex-Weltmeister Nico Kornhass, der bis zum Ende blieb.

Wie dessen Sohn Nino Kornhass, der zusammen mit seinem Bruder seit letztem Jahr die Geschäfte der beiden Kampfsportstudios in Bruckmühl und Kolbermoor führt, erklärte, sei die Diagnose ALS „niederschmetternd für ihn aber auch für uns alle“ gewesen. Zumal der Vater den langfristigen Vertrag für das Kolbermoorer Studio gerade mal einen Monat vorher unterzeichnet hatte.

Doch, den Blick nach vorne gerichtet, wurde im Familienrat entschieden, „im Sinne meines Vaters“ auch in Kolbermoor weiterzumachen. Nino Kornhass: „Der Anfang war sehr schwierig, aber mithilfe unserer vielen Freunde lief es immer besser, die vielen emotionalen Kontakte unseres Vaters kamen jetzt zurück, waren für uns sehr wichtig.“

Auch das „Herzensprojekt“ von Nico Kornhass, „Die Tigerhasen“, wird von seinen Söhnen in seinem Sinne weitergeführt. Dabei wird Kindern die Möglichkeit gegeben, in einem „Sicherheitstraining“ unter anderem ihre Körperbeherrschung und Beweglichkeit zu steigern. Seit zehn Jahren läuft das Projekt. „Wir wollen aber noch mehr Aktionen dieser Art im Rosenheimer Raum machen“, so Nino Kornhass.

Erlös: 10000 Euro

für Sprachcomputer

Den vielen Freunden und Sportlern, die teils weite Wege in Kauf genommen hatten, um zu der Benefizaktion sowohl als Sportler als auch als Spender beizutragen, galt sein „besonderer Dank“, auch im Namen seines Vaters und der gesamten Familie.

WKU-Präsident Klaus Nonnemacher war begeistert vom Erfolg der Charity für Nico Kornhass, den er als „Kämpfer und überragenden Sportler“ kennt und schätzt. Über 10000 Euro spülte die Benefizveranstaltung in die Kassen, die dem Erkrankten zur Anschaffung eines Sprachcomputers zur Verfügung gestellt werden. „Ich war beeindruckt, denn es war schon dramatisch und zutiefst berührend, wie der Nico von seinen vielen Freunden begrüßt wurde. Überrascht aber bin ich über das Spendenaufkommen, denn hier einem echten Freund, der in Not geraten ist, zu helfen, war wirklich notwendig und außergewöhnlich wichtig und schön“, freute sich Nonnemacher.

Weitere Spenden für Nico Kornhass können auf das Spendenkonto bei der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, IBAN DE41 7115 0000 0500 6394 55 (BIC: BYLADEM1ROS) unter dem Kennwort: „Nico ALS“ geleistet werden.

Artikel 2 von 7