Kolbermoor – Immer wieder werden Bauwünsche für das Gebiet rund um die Birkenstraße in Lohholz an die Stadt herangetragen. Welche Möglichkeiten einer geordneten Nachverdichtung in diesem Bereich noch bestehen, sollen nun über die Aufstellung eines Bebauungsplans aufgezeigt werden (Bebauungsplan der Innenentwicklung „Birkenstraße“).
Einen ersten Entwurf stellte in jüngster Sitzung des Bauausschusses Ludwig Labonte vom gleichnamigen Rosenheimer Architekturbüro vor. Auch die Anlieger hat die Stadt bereits mit ins Boot geholt. „Viele haben sich mit eingebracht, daraus ist nun der Vorentwurf entstanden“, erklärte Bürgermeister Peter Kloo in der Sitzung.
Einbezogen in die Planung ist das Gebiet östlich und westlich der Birkenstraße, von der Aiblinger Straße nordwärts. Als Gebietscharakter soll nach den Worten des Bürgermeisters ein allgemeines Wohngebiet festgelegt werden. Entlang der Kreisstraße sollen zweigeschossige Gebäude plus einem voll ausgebauten Dachgeschoss zugelassen werden, nach Norden hin bleibt es bei einer Zweigeschossigkeit. In Einzelfällen werden zudem Tiefgaragen notwendig, falls das Baurecht ausgenutzt wird. Auch Lärmschutz will die Stadt entlang der Kreisstraße zulassen. Großbäume sollten möglichst erhalten bleiben.
Insgesamt gesehen: eine wenig spektakuläre Überplanung für ein „überwiegend bebautes Gebiet“, wie es der Rathauschef zusammenfasste. Von einer Reduzierung der Zufahrten in die Kreisstraße und eine alternative Erschließung über den Eschenweg, was Sebastian Daxeder (CSU) anregte, rieten sowohl Bürgermeister Kloo („wir verschleppen ansonsten den Verkehr in das Wohngebiet“) wie auch Architekt Labonte ab. Auch Sigrid Kumberger (SPD) sprach sich gegen eine Veränderung der Zufahrtssituation aus.
Der Bauausschuss fasste letztlich einstimmig den Aufstellungsbeschluss und billigte den Vorentwurf, der nun in die Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung geht.
Keine Einwände hatte das Gremium gegen Bauwünsche in der Mitterharter Straße. Dort ist zum einen auf dem Grundstück Hausnummer 7/7a ein Doppelhaus geplant, wobei die östliche Hälfte über die Kampenwandstraße angefahren werden soll. Entsprechend regte Markus Schiffmann (CSU) eine Adressänderung an. Des Weiteren ist auf dem Grundstück Mitterharter Straße 7b ein Einfamilienhaus mit Garage vorgesehen, ebenfalls mit geplanter Zufahrt über die Kampenwandstraße.
Als „reiner Ersatzbau“ wurde ein Vorhaben am Fasanenweg bewertet, wo ein Wohnhaus abgebrochen und gegen ein Zweifamilienhaus ersetzt werden soll (Außenbereich). Dem spricht nach Ansicht von Bauverwaltung und Bauausschuss nichts entgegen.
Befürwortet wurde zudem ein geplanter Dachgeschossausbau in der Brünnsteinstraße, wo künftig Wohnraum, allerdings keine neue Wohneinheit, entstehen soll.
Groß war die Verärgerung im Bauausschuss über einen erneuten Vorstoß aus der Brückenstraße, dort am Gebäude Hausnummer 35 eine unbeleuchtete Plakatanschlagtafel anbringen zu wollen (3,70 auf 2,60 Meter). Das Gremium hatte das Ansinnen im Dezember vergangenen Jahres bereits abgeschmettert (wir berichteten), das Landratsamt Rosenheim als Genehmigungsbehörde beurteilt die Tafel indes für zulässig – und bot der Stadt nun die Gelegenheit, dem Vorhaben doch noch zuzustimmen. Ansonsten würde das Einvernehmen ersetzt, hieß es aus der Kreisbehörde.
Plakattafel: Mehrheit bleibt bei „Nein“
Klein beigeben oder sich weiterhin dagegen aussprechen? Vor dieser Frage stand nun der Bauausschuss. Dagmar Levin (SPD) zeigte sich unerbittlich und wollte beim Nein bleiben – „denn auch so was ist unter dem Begriff Heimat zu verstehen, wenn man nicht an jeder Hausfassade eine Plakattafel haben will“, betonte Levin.
Die CSU wiederum wollte sich nicht gegen die Rechtslage stellen; auch Stefan Reischl für die Parteifreien schloss sich der CSU an. Mit 3:4 Stimmen wurde dem Bauantrag aber dennoch (Gegenstimmen SPD/Grüne) einmal mehr eine Absage erteilt.