Herr Eisenkolb, Sie haben Familie und einen Fulltime-Job – Gründe, ein nicht so intensives Hobby wie die Feuerwehr zu beginnen.
Ich hatte es schon länger im Sinn, aktiv in einem Verein tätig zu werden, wusste aber lange nicht genau, was. Meine Frau hat mich schließlich auf die Idee „Feuerwehr“ gebracht. Ich schaute mir dann montags mal einen Übungsabend an und entschied mich dafür, der Feuerwehr aktiv beizutreten.
Der aktive Dienst bei der Feuerwehr stellt ja ein sehr umfangreiches Hobby dar. Wie hat sich Ihr Leben seitdem verändert?
Ein Nachteil ist es auf jeden Fall, dass es zeitintensiv ist und man nicht mehr so viel daheim ist wie früher. Außerdem ist es natürlich unberechenbar, denn man weiß ja nie, wann der Piepser geht. Positiv ist es, Teil einer Gruppe zu sein und das Gefühl zu haben, etwas Sinnvolles für die Allgemeinheit zu tun. Es macht Spaß, neue Sachen zu lernen und mit der vielseitigen Technik zu arbeiten. Und die Kameradschaft zu erleben ist ein sehr schönes Gefühl. Alles in allem gesehen überwiegen auf jeden Fall die positiven Dinge. Ich bereue es auf keinen Fall, dass ich zur Feuerwehr gegangen bin.
Wie fühlt man sich bei der Feuerwehr Kolbermoor als „Neuling“?
Ich habe mich sehr gut aufgenommen gefühlt und man
kam sich nicht wirklich wie ein Neuling vor, sondern eher wie einer, den man schon ewig kennt, aber schon lange nicht mehr gesehen hat. Ich fühlte mich hier sofort gut integriert.
Wie ist es, erst im Alter von 35 Jahren zur Feuerwehr zu gehen?
Im Gegensatz zu einem Jugendfeuerwehrler, der mit zwölf Jahren zur Feuerwehr geht, steht man voll in seinem Leben. Die Partner müssen sich natürlich daran gewöhnen, dass man nicht mehr so viel Zeit zu Hause verbringt und man beim Abendessen plötzlich weg muss, weil der Piepser geht. Meine Frau unterstützt mich aber sehr. Ihr ist es sehr wichtig, dass ich das mache und sie ist auch stolz auf mich. Meine Kinder sind natürlich besonders stolz, dass ich Feuerwehrmann bin.
Können Sie es empfehlen, auch noch im Erwachsenenalter Feuerwehrmann zu werden?
Ich glaube, als Jugendlicher kommt man leichter rein. Als Erwachsener wird man mehr ins kalte Wasser geschmissen und mehr gefordert, dennoch sind die Eindrücke, die man bekommt, keine, die man missen möchte. Ich kann es auf jeden Fall jedem empfehlen, auch im Erwachsenenalter oder gerade deshalb zur Feuerwehr zu gehen.re