Stadt Kolbermoor nimmt fast acht Millionen Euro in die Hand

Sanierung für Feuerwache und Turnhalle

von Redaktion

Das war einstimmig: Nach nur kurzer Debatte, in der vor allem der Stellenwert der Feuerwehr für die Stadt betont wurde, sprachen sich alle Stadträte in ihrer jüngsten Sitzung für die Generalsanierung von Feuerwache samt Schulturnhalle nach dem Planungskonzept des Architekturbüros Zeller und Romstätter Traunstein aus. Man rechnet mit Gesamtkosten in Höhe von rund 7,8 Millionen Euro.

Kolbermoor – Diplom-Ingenieur Hans Romstätter hatte seine Planungen schon im Bauausschuss vorgestellt (wir berichteten), nun schilderte er den Stand der Dinge im Stadtrat. Romstätter beschäftigt sich seit zwei Jahren mit Voruntersuchungen des Gebäudes. Er war auch der Frage nachgegangen, ob nicht ein Neubau sinnvoller wäre – aber da würde ein Neubau (nur der Feuerwehr) angesichts deren Größe schon auf rund 7,5 Millionen kommen. Ohne Grundstück. Nicht möglich ist auch eine Auslagerung der Wehr mit ihren neun Fahrzeugen und drei Anhängern und dem ganzen Material nach „irgendwohin“ während der Bauzeit. Der Umbau muss also bei laufendem Betrieb erfolgen.

Bei seinen Untersuchungen hatte Romstätter zahlreiche Schwachstellen des nicht einmal 30 Jahre alten Gebäudes festgestellt. Die Dächer gehören erneuert und gedämmt, die Dachformen vereinfacht, die Fenster ausgetauscht, die Außenwände gedämmt, die Sockel saniert, die Außentreppe durch eine Gitterrosttreppe ersetzt, der Schlauchturm kann abgebrochen werden (zum Trocknen der Schläuche ist er nicht mehr erforderlich). Man braucht neue Umkleideräume, größere Schulungsräume, mehr Lagerflächen. Ein Anbau im Bereich des Haupteingangs soll auch die neue Einsatzzentrale aufnehmen. Im Untergeschoss des bisherigen Schlauchturms soll es eine Schlauchtrocknungsanlage geben; darüber wird ein Lift eingebaut, der bis ins Obergeschoss gehen wird. Dorthin, also ein Stockwerk höher, kommt die Hausmeisterwohnung. Sie macht im Gegenzug frei für Büro- und Verwaltungsräume der Feuerwehr. Die Dachterrasse im Westen wird überbaut und dem Schulungsraum zugeschlagen. Dafür gibt es eine Terrasse zum Innenhof hin. Für die Sanierung Feuerwehr setzt das Büro 5,5 Millionen Euro an.

Die Schulturnhalle dürfte mit 2,325 Millionen zu Buche schlagen. Sie muss praktisch entkernt werden. Die Prallwände sind nicht mehr zeitgemäß; aus Sicherheitsgründen geht auch der Sportboden nicht mehr. Die Sanitäranlagen sind undicht. Glasdächer hier würden nur Kosten verursachen. Für die Halle könne man auf Tageslicht verzichten oder es aber über eine Oberlichte bekommen – das sei aber eine philosophische Frage, meinte Hans Romstätter. Geplant wird aber ein vergrößerter Windfang beim Eingang.

Das Raumangebot wird dann mindestens die nächsten 15 Jahre reichen, meinte er, „das ist nicht auf Kante genäht“. Damit man zeitnah starten könne, habe man sich bereits um Punkte wie Abstimmung mit den Nutzern oder Brandschutz gekümmert.

Dagmar Levin lobte die Planungen im Namen der SPD und betonte, „natürlich“ zustimmen zu wollen. „Die Feuerwehr ist uns wichtig.“ Florian Spannagl betonte die Bedeutung einer Turnhalle im Zentrum der Stadt.

Auch Dieter Kannengießer zollte für die Parteifreien dem Planer seinen „Respekt“. Georg Kustermann wunderte sich zwar, dass das jetzige Gebäude schon derartige Mängel aufweise („Damals waren doch auch Fachplaner am Werk!“), dankte für die Grüne Liste aber für die praxisnahen Überlegungen. Er regte an, eine Fotovoltaikanlage einzuplanen – was man aber, so Stadtbaumeister Andreas Meixner, schon im Auge habe.

Auch Gerhard Duschl (CSU) freute sich über die Planungen (und die Einsparmöglichkeiten bei den Betriebskosten). Er betonte, dass das Ehrenamt der Feuerwehr nicht hoch genug geschätzt werden könne. Außerdem bringe ein attraktives Feuerwehrhaus vielleicht auch mehr Nachwuchs zur Feuerwehr. „Das wird eine Bereicherung für das Stadtbild werden“, war er sich sicher.

Eine gute Idee hatte Markus Schiffmann: Man solle das Gebäude als Feuerwehrhaus kenntlich machen, also die Identität betonen. „In Österreich erkennt man die Feuerwache in jedem Dorf“, meinte er. Bürgermeister Peter Kloo und auch Hans Romstätter nahmen die Anregung gerne auf.

Kloos Schlusswort vor der Abstimmung („wir können es uns eigentlich nicht leisten, dass wir uns das Projekt nicht leisten“) hätte es nicht mehr gebraucht; alle Stadträte waren sowohl von der Notwendigkeit der Sache als auch von der Qualität der Planungen überzeugt. Jetzt soll zügig im Detail weitergeplant werden. Die Stadt wird auch Baugenehmigungen brauchen (das kann dauern…), und auch ein Umbau bei laufendem Betrieb wird sich länger hinziehen, denn „man könne dann ja nicht so brachial vorgehen“, wie Hans Romstätter erläuterte.

So kann es also noch kein offizielles Fertigstellungsdatum geben. Franz Wudy, Kommandant der Feuerwehr, der mit fast 30 Feuerwehrlern in Uniform als Zuhörer in den Sitzungssaal ins Rathaus gekommen war, hätte da schon eine Idee: 2021 steht das 125-jährige Bestehen der Kolbermoorer Feuerwehr an. Das müsste zu schaffen sein.

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