Jahreshauptversammlung beim Bund Naturschutz Kolbermoor

Fatale Verwechslungen

von Redaktion

Bei der Jahreshauptversammlung des Bund Naturschutz Kolbermoor berichtete die Vorsitzende Katharina Meidinger im Rückblick kurz über die Pflegemaßnahmen im Tonwerkgelände, den Einsatz zum Erhalt der Blutbuche und die Stellungnahmen zu Bebauungsplänen.


Kolbermoor
– Im Mittelpunkt stand dann ein Vortrag über Giftpflanzen im Hausgarten. Silja Horak, die sich als Apothekerin und Beraterin von Obst- und Gartenbauvereinen intensiv mit diesem Thema befasst, erklärte, dass sie das Bewusstsein für Giftstoffe in Zier- und Gemüsepflanzen schärfen wolle, um möglichen Vergiftungsfällen vorzubeugen. Gefährdet seien hier besonders Kinder, die unbedacht Pflanzenteile und Früchte essen oder berühren. Auch beim Sammeln von Wildkräutern für Tee und Salate kämen immer wieder Verwechslungen mit Giftpflanzen vor.

In ihrem spannenden Vortrag zeigte Silja Horak Fotos der wichtigsten Giftpflanzen, die sich in Hausgärten befinden können. Der Eisenhut, ein Hahnenfußgewächs, stehe als giftigste Staude Europas gleich an erster Stelle. Seine Wurzelknollen enthalten das Alkaloid „Aconitin“, bei dem geringe Mengen schon tödlich sein können. Dieser Giftstoff wird auch leicht über die Haut aufgenommen, sodass bei der Gartenarbeit unbedingt Handschuhe getragen werden sollten. Auch der Rittersporn enthalte in geringerer Dosis dieses Gift, das zu Atemlähmung und Herzversagen führen kann. Hochgiftig sind auch alle Pflanzenteile der Eibe.

Die Pflanzenfamilien der Hülsenfrüchte und Nachtschattengewächse enthalten ebenfalls verschiedene Giftstoffe. Auch das hitzebeständige Solanin, das in allen grünen Teilen von Kartoffeln und Tomaten enthalten ist, reizt und schädigt die Schleimhäute im Magen-Darm-Trakt sehr stark.

In einigen Pflanzen sind Herzglykoside enthalten, die zu Herzrhythmusstörungen bis hin zu Herzversagen führen können. Die bekannteste Blütenpflanze ist hier der Fingerhut, dessen Blätter hochgiftig sind. Der Wirkstoff wird medizinisch als Ausgangsstoff für Herzmedikamente gegen Herzschwäche und Rhythmusstörungen eingesetzt, wo der Wirkstoff in geringen Dosen zum Einsatz kommt. Auch in den Blättern von Maiglöckchen befindet sich dieser toxische Inhaltsstoff. Besonders im Frühjahr muss deshalb darauf geachtet werden, diese Blätter nicht mit den essbaren Bärlauchblättern zu verwechseln. Viel fataler sind hingegen Verwechslungen mit Herbstzeitlosen-Blättern, die ebenfalls auf feucht-schattigen Standorten wie Bärlauch wachsen.

Mit dem Hinweis auf den Giftnotruf München und das nächste Treffen am Dienstag, 10. April, 20 Uhr, im Mangfalltreff wurde die Versammlung beendet.re

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