Kolbermoor – Das Ziel ist klar: Durch den städtebaulichen Realisierungswettbewerb „Am Bahnhof“ soll ein klar definierter Bahnhofsvorplatz mit hoher Aufenthaltsqualität und guter Anbindung an die Innenstadt geschaffen werden. In jüngster Sitzung hat der Stadtrat jetzt den sogenannten Auslobungstext einstimmig freigegeben. Er dient den Planern als Grundlage.
Bei dem Wettbewerbsgebiet handelt es sich um einen rund 3,1 Hektar großen innerstädtischen Bereich in Kolbermoor. Schwerpunkt des Wettbewerbs, dessen Grundzüge dem Bauausschuss schon Anfang März erläutert wurden, ist die städtebauliche Neuordnung des Areals mit besonderem Augenmerk auf den Bahnhofsvorplatz mit ÖPNV, die Integration des geplanten Kreisels an der Tonwerksunterführung, die Schaffung eines Parkdecks für P+R und die Innenstadt sowie die Anordnung neuer Gebäude für Dienstleistung, hochwertiges Gewerbe und eventuell ergänzend Wohnen. Die Verkehrsplanung sei, wie in den Vorgaben zu lesen ist, als Grundlage im Wettbewerb zu beachten.
Der Stadtrat erwartet sich vom Wettbewerb ein ganzheitliches städtebauliches Konzept, das auf die örtlichen Gegebenheiten eingeht und in dem das Planungsgebiet entsprechend der geänderten Anforderungen weiterentwickelt wird. Gebäude seien sinnvoll zu ergänzen. Das Bahnhofsgebäude, die Fahrzeughalle BRK, das Heimat- und Industriegebäude im ehemaligen Postgebäude, das ortsbildprägende Wohn- und Geschäftshaus an der Maxstraße sind zu erhalten.
Möglichst erhalten werden soll die ehemalige St.-Anna-Apotheke. Ein Abriss sei nur durch eine erhebliche Verbesserung der städtebaulichen Situation zu begründen, heißt es. Bei einem möglichen Entfall der öffentlichen WC-Anlage nördlich der Haßlerstraße ist ein Ersatz innerhalb des Wettbewerbsgebiets zu schaffen.
Besonders weitreichend sind die vorgesehenen Maßnahmen im Bereich Verkehr mit Neubau einer Eisenbahnüberführung (Tonwerkunterführung), mit Neubau eines Kreisverkehrs im Bereich Einmündung Tonwerkunterführung/Haßlerstraße und mit Neukonzeption der Verkehrsführung. Die Fußgängerführung soll unter besonderem Augenmerk der Verkehrssicherheit und Barrierefreiheit überarbeitet werden. Die Verkehrsflächen „Am Glasberg“ sollen ebenfalls neu überplant werden, kommt doch durch die geplate beidseitige Anordnung der Bahnsteige dem Bereich nördlich der Tonwerksunterführung künftig eine stärkere Bedeutung zu (ausführlicher Bericht über Verkehrsplanung folgt). Genau definiert wurden zudem die Wunschziele hinsichtlich des ruhenden Verkehrs, hier wird etwa ein mehrgeschossiges Parkdeck für 200 Fahrzeuge angeregt, des ÖPNV mit möglicher Bündelung der Bushaltestellen in einem Busbahnhof und des Fahrradverkehrs (ein in Auftrag gegebenes Fahrradkonzept steht derzeit im Anfangsstadium).
Im Auslobungstext wurden auch die vier Beurteilungskriterien der zugelassenen Arbeiten durch das Preisgericht beschrieben. Sie sollen nach Qualität der städtebaulichen Leitidee und Struktur, nach Qualität und Funktionalität der intermodalen Verkehrsabwicklung für alle Verkehrsteilnehmer, der Qualität und Funktionalität der öffentlichen Räume sowie der Qualität der vorgeschlagenen Bebauung und Nutzungen bewertet werden. Fraktionsübergreifend werden die Lösungsansätze und Ergebnisse des Wettbewerbs mit Freude und Spannung erwartet. Das Preisgericht tagt am Donnerstag, 26. Juli. Die Siegerarbeiten werden der Öffentlichkeit im Rahmen einer Ausstellung präsentiert.ge