stadtSing- und Musikschule Kolbermoor reagiert auf gesellschaftliche Veränderungen

Kommt künftig die Musik zum Schüler?

von Redaktion

„Musik kann süchtig machen.“ Die neue Werbekampagne der Stadtsing- und Musikschule Kolbermoor gibt sich jung, dynamisch, wild. „Neue Wege will und muss man gehen“, so Leiter Günther Obermeier. Denn: Die gesellschaftlichen Strukturen verändern sich und sind inzwischen auch schon im Musikschulbereich spürbar.

Kolbermoor – Mit rund 800 Schülern pro Jahr verfügt die Stadtsing- und Musikschule Kolbermoor noch über gute Belegungszahlen. Doch der Wert stagniert. Deshalb gelte es schon jetzt, für die Zukunft neue Konzepte zu erarbeiten, führt Obermeier im Gespräch mit unserer Zeitung aus. Angestrebt werden Kooperationen. Was ist damit gemeint?

Kinder sollen

„dabei bleiben“

War es bisher so, dass die Schüler zum Unterricht in die Sing- und Musikschule Kolbermoor gekommen sind, so will sich künftig – bildhaft gesprochen – die Musikschule auf den Weg hin zu den Kindern und Schülern, in die Kindergärten und Schulen machen.

Ein Konzept, das im Kleinen schon erste Erfolge gezeigt habe, so Obermeier weiter. Es besteht die Hoffnung, dass die Kinder durch besondere Aktionen vor Ort „dabei bleiben“.

Obermeier betrachtet genau, wie sich die gesellschaftlichen Strukturen verändern und wie sich dies auswirkt – auch und vor allem im schulischen Bereich. Besuchen die Kinder etwa eine Ganztagsschule, bleibt in der Freizeit für Musikunterricht nur noch wenig Zeit. Sein Fazit: Musikschule alleine wird sich künftig nicht mehr halten lassen, wohl aber Musikschule in Verbindung mit Nachmittagsbetreuung.

Losgelöst von der möglichen künftigen Ausrichtung bemerkt der Musikschulleiter aber noch einen anderen Trend: „Das Instrumentenspektrum, das genutzt wird, wird enger.“

Zum Beispiel würden immer weniger Schüler Akkordeon lernen, was sich wiederum auf die Zusammenstellung der Ensembles und auf die Anzahl der Lehrkräfte auswirkt. Warum? „Das kann ich mir selbst nicht erklären“, gesteht Obermeier.

Um auch da effektiv gegenzusteuern, setzt man auf neue Wege – auch in der Werbung. Die junge Dame, die auf dem großflächigen Plakat an der Tonwerksunterführung zu sehen ist, greift schon wild entschlossen in die Saiten. Auch auf die „Gefahr“ hin, dass Musik süchtig machen kann und die Lunge durch Singen gekräftigt wird.

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