Kolbermoor – Der Bau der Tonwerkunterführung liegt etwas über 110 Jahre zurück. Zuvor war der Übergang über die Gleise der Bahnstrecke München-Holzkirchen mit einer Bahnschranke gesichert. Als „perfekt“ erachteten die damaligen Gemeindevertreter den Unterführungsbau. 1907 waren die Arbeiten beendet „und der schienengleiche Übergang, vor dem es beim Rangieren oft ein recht langes Stehen und Warten gab, wird kassiert“, wie es in der Chronik von Otto Kahlhammer heißt.
Doch der anfänglichen Freude weicht Ernüchterung: Mehrmals wurde die Bahn ermahnt, die Unterführung, die nicht kanalisiert war, „sauber zu halten“, so Kahlhammer weiter. Bei starkem Regen stand das Wasser oft bis zu 30 Zentimeter hoch. Vier Jahre später wird die Unterführung kanalisiert.
Wie berichtet, erfährt die Tonwerkunterführung nun wieder eine „Runderneuerung“: Im Rahmen des städtischen Realisierungswettbewerbs „Am Bahnhof“ kommt ihr als Verkehrsknotenpunkt besondere Aufmerksamkeit zu. Sie wird, wie der Stadtrat im März beschlossen hat, auf zwölf Meter geweitet.
Zwei Fahrspuren soll es künftig geben, plus ausreichend Platz für Fuß- und Radwege.
Die Durchfahrtshöhe wird auf 3,40 Meter festgelegt, deshalb werden in Kürze Kanal- und Wasserleitungen der Stadt im Rahmen eines Spezialbohrverfahrens umverlegt. Der Beginn der Vorbereitungsarbeiten ist, wie berichtet, für Mai geplant.
„Auf Reisen“ wird die alte Kegelbahn gehen: Sie soll mithilfe eines Auflegers komplett und in einem Zug zur Grünlage beim König-Ludwig-Denkmal gebracht werden. Die dafür notwendigen Querriegel wurden schon unter die Längsbalken eingespreizt, um den Stadel für den historischen Platzwechsel bereit zu machen, so Christian Poitsch von der Stadt Kolbermoor. ge