Erster ERlebnistag in Kolbermoor ein voller Erfolg

Die Stadt unter Strom

von Redaktion

Ein Tag der Besinnung, Nachhaltigkeit und Energiewende war der erste Kolbermoorer Erlebnistag am letzten Samstag am und im Rathaus. Schon vor dem offiziellen Beginn um 10 Uhr herrschte auf dem Ausstellungsgelände geschäftiges Treiben der 35 Fieranten, unter die sich schon die ersten frühen Neugierigen mischten.

Kolbermoor – Zur Begrüßung der Ausstellung hob Bürgermeister Peter Kloo den Gedanken dieses Tages besonders hervor: „Wir sind täglich gefordert, uns zu hinterfragen, wie viel Energie wir verbrauchen und wie wir gegensteuern und Energie einsparen können“. Der Verwaltungschef war dann auch zusammen mit seinem Vertreter Dieter Kannengießer bei den Ersten, die sich auf einem Rundgang auf dem Rathausplatz von der Vielfältigkeit der Aussteller, die Organisator Martin Korndoerfer eingeladen hatte, überzeugen konnte. Und da das Wetter auch noch mitspielte, war es ein perfekter Tag, um sich mit dem vielleicht beherrschenden Thema unserer Zeit auseinanderzusetzen. Mehrere Stände boten dazu vegetarische/vegane Spezialitäten an und auch die Durstigen mussten in der Hitze nicht leiden.

Hin zu einer

„veganen Welt“?

Vom Siedlerverein war Vorsitzender Christian Wagner und sein Team vor Ort, um mit selbst gebrautem Bier aus nachhaltigem Anbau von Hopfen und Gerste die Geschmacksknospen herauszufordern und nebenan zeigten die städtischen Wasserwerke, dass das wichtigste Grundnahrungsmittel Wasser in der Stadt sehr gut, aber leider auch nicht unendlich ist. Gegen die Abschaffung der Massentierhaltung informierte die Münchener „Albert-Schweitzer-Stiftung“, forderte die Besucher auf zur Abkehr von Fleischverzehr, hin zur „veganen Welt“. Das Bayernwerk-Netz als regionaler Energieverteiler war präsent, vermittelte interessante Informationen über den aktuellen Stand der Netze, die Elektromobilität und natürlich auch wirksame Energiesparmaßnahmen. Für Michael Glas, den Leiter des städtischen Bauhofs, ist die Elektromobilität schon länger Realität, zwei Einsatzfahrzeuge aus dem Fuhrpark werden bereits an der Steckdose betankt und er und seine Mitarbeiter „sind sehr zufrieden mit der Technologie“. Weitere interessante Anlaufpunkte der Ausstellung waren der Stand des BUND Naturschutz in Bayern und die Erzeugnisse eines Biohofes aus der Region.

Wie mit einfachen Umbaumaßnahmen an bestehenden Heizsystemen Energie einzusparen und der Emissionseintrag zu verringern ist, zeigte ein örtlicher Ofenbauer. Ebenfalls recht eindrucksvoll war der Stand einer Münchener Firma, die im letzten Jahr 50 Elektroroller auf die Straßen der Landeshauptstadt gebracht hat. Die orangefarbenen Roller (ein Nachbau der legendären „Schwalbe“) können stationsunabhängig gemietet werden, die Betankung erfolgt mit Ökostrom. Über Projekte zum Schutz der Natur, einer effizienten Bewässerung mit sinnvollem Agrarkonzept, und den Bau von Frauenhäusern in Kenia informierten junge Studentinnen der Hakuna Matata e. V.

Der Kolbermoorer Bienenzuchtverein klärte in Wort und Bild über eines unserer wichtigsten Insekten, nämlich die emsige Biene, auf und den Weg zum Naturbaustein wies ein Wasserburger Aussteller. Mit die herausragenden Themen waren aber naturgemäß Solarenergie und Fotovoltaik, die Stände vor Ort konnten sich über mangelnden Besucherzuspruch nicht beklagen. Viel Interesse, vor allem bei den jüngeren Besuchern, riefen die sogenannten „Mountain-Stepper“ hervor, die, ähnlich einem Fitness-Stepper, mit Beinkraft und ohne Sattel gefahren werden. Eine erste Probefahrt war für den Kolbermoorer Thomas Schlecht „sehr ungewöhnlich, es ist eine andere Art des Radfahrens“. Für von Rückenproblemen Geplagte allerdings die beste Art der sportlichen Fortbewegung, so der Aussteller.

Bürgermeister Peter Kloo outete sich als glühender Verfechter der E-Mobilität und er fährt selbst seit geraumer Zeit einen strombetriebenen Dienstwagen. Natürlich war sein Interesse und das anderer Rathauschefs aus der Region groß für die Neuerungen auf dem E-Auto-Markt, auch hinsichtlich der Nutzung als Dienstwagen. Auf dem alten Rathausparkplatz waren mehrere der „Stromautos“ zu sehen und natürlich auch Probe zu fahren. So ein etwa 700 PS starker Tesla, der von Beginn an von interessierten Technikfreaks umlagert war.

Im Rathaus selbst waren ebenfalls Stände aufgebaut, da gab es Kleidung für Groß und Klein aus nachhaltigem Anbau zu sehen und auch zu kaufen. Die interessanten Fachvorträge zogen sich über den ganzen Tag hin und das Interesse der Besucher war sehr groß. Für die Kleinen war natürlich auch Programm angesagt. Etwa das Bilderbuchkino im Rathaus oder der Geschichtenerzähler Tormenta Jobarteh in der städtischen Bücherei. Der Renner war zweifellos eine „Fotovoltaik-Bastelei“ für Kinder, bei der spannende Modelle gebaut und mit Hilfe von Solarzellen auch angetrieben wurden.

Die Ausstellung hatte wirklich für jeden etwas dabei und die Stunden auf dem Rathausgelände vergingen bei herrlichem Frühsommerwetter wie im solarbetriebenen Fluge. Und so zog auch Organisator Martin Korndoerfer ein durchwegs positives Fazit: „Der Tag lief besser als erwartet und wir waren sehr zufrieden für das erste Mal“. So scheint es nicht von ungefähr zu kommen, dass sich der Kolbermoorer Klimaschutzbeauftragte im nächsten Jahr eine Fortsetzung der Erfolgsgeschichte „Erlebnistag“ vorstellen kann.

Er dankte zuletzt den Ausstellern und vor allem den zahlreichen engagierten Helfern.

Mit dem Radl zur Arbeit und Freude an LED

Die Kolbermoorer Besucherin Elke Meltl interessierte sich für eine Probefahrt mit dem „Tesla“. Sie selbst wohnt mit ihrer Familie „in einem Passiv-Haus und wir kommen mit unserer Fotovoltaikanlage sehr gut aus“. Ihren Beitrag zur Energieeinsparung leistet sie auch, da sie „seit 26 Jahren mit dem Fahrrad nach Bad Aibling zur Arbeit“ fährt „und auch sonst bin ich zumeist mit meinem Radl unterwegs“. Der Einkauf geschieht „unter ökologischen Gesichtspunkten und ich bevorzuge regionale Produkte“. Ihre abschließende Meinung zu der Ausstellung: „Ich finde es sehr gut und wichtig, dass der Erlebnistag hier und jetzt ist.“

Auch Erich Wagner, gebürtiger Kolbermoorer, interessiert sich „für alles, was mit Energie zu tun hat“.

Anregungen hat er sich bei der Ausstellung vor allem zum „Thema Solarenergie und LED-Beleuchtung“ geholt, „dies will ich in Zukunft nutzen“. Er hat im Rahmen der Energieeinsparung bereits sein „Haus energiesparend gedämmt und ich möchte mir und meiner Frau ein E-Bike kaufen“. Sein Umweltbewusstsein äußert sich unter anderem so, dass „ich mit dem Auto nur dann fahre, wenn es unbedingt notwendig ist.

Alle anderen Fahrten mache ich mit dem Rad“.hko

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