DAs städtische Grün im Blick

Fast 3500 Freunde

von Redaktion

Annähernd 3500 Bäume gehören der Stadt Kolbermoor. Sie alle sind Teil der grünen Lunge Kolbermoors. Deren Pflege gehört unter anderem zum Aufgabengebiet von Jürgen Halder vom Stadtbauamt. Wer ihn erzählen hört, der spürt: Den Bäumen gehört seine Leidenschaft, sie sind ihm Freunde geworden.

Kolbermoor – Mit großem Schwung beschreibt Halder das Stadtgebiet Kolbermoor: Eng parzellierte Siedlungsräume grenzen etwa an Waldgebiete. Nur vereinzelt scheinen Bäume im innerstädtischen Bereich, der geprägt ist vom Lauf des Werkskanals, der Mangfall und den Hauptverbindungsstraßen, erkennbar zu sein. Doch der Schein trügt. Zweimal im Jahr macht sich Jürgen Halder zusammen mit Stadtgärtner Simon Reiter auf zur Baumkontrolle in der Stadt. „Bis zu 3500 Bäume gehören kontrolliert, gepflegt und – mitunter – auch gefällt, wenn sie ihre Lebensgrenze erreicht haben“, erläutert Halder. Eine große Aufgabe, die Gärtnermeister Reiter zusammen mit seinem Team und in Absprache mit Halder hingebungsvoll wahrnimmt. Der Schwerpunkt der Arbeiten liegt dabei besonders auf den ortsbildprägenden Bäumen, etwa den drei Linden in der Filzenstraße oder der beeindruckenden Eichengruppe an der Schlarbhofener Straße – förmlich ein Baumtor, das die enge Straße umschließt.

Halder beschäftigt auch die Frage, welche Bäume in Kolbermoor gepflanzt werden sollen. Hier gelte es, klimatische Einflüsse zu bedenken. Eine Stadt ist eben kein ländlicher Bereich, allein die Böden sind anders. So seien etwa heimische Bäume nicht so trockenheitsresistent wie sogenannte Blühbäume.

Experimentieren ist durchaus erlaubt und Halder hat hier sozusagen „freie Hand“. Sein Handlungsspielraum werde nicht angezweifelt. So ließ er etwa drei Blauglockenbäume pflanzen, die eigentlich in Zentral- und Westchina beheimatet sind. Gute Erfahrungen damit hat man schon in deutschen Weinbaugebieten gemacht „und auch in Kolbermoor wachsen sie gut“, so Halder. Dagegen seien etwa drei Maronibäume mit dem oberbayerischen Klima nicht zurechtgekommen: Sie sind erfroren.

Halder bemüht sich in Kolbermoor um Artenvielfalt, die vor allem im Spinnereipark zur Entfaltung kommen soll. Nach der großen Pflanzaktion im vergangenen Jahr mit heimischen Bäumen, sollen im nächsten Jahr Blütenbäume folgen.

Und sein persönlicher Lieblingsbaum? „Das war die Trauerweide am Edmund-Bergmann-Platz“, gesteht Halder wehmütig. Aufgrund einer Erkrankung musste sie vor Jahren gefällt werden. Dass dafür eigens ein Stadtratsbeschluss gefasst wurde, zeigt, wie schmerzhaft diese Entscheidung für die Kolbermoorer war. Inzwischen wächst an gleicher Stelle ein Tulpenbaum „gut und schnell“, wie Halder sagt und blickt nachdenklich auf das Bild von Kolbermoor. In einer Gärtnerfamilie aufgewachsen, ist ihm die Stadt stets Heimat geblieben. Für Halder ist es Auftrag und Aufgabe zugleich, Natur und Verkehrsraum als lebenswerte Lebensräume zu erhalten. Er weiß: Die rund 3500 städtischen Bäume sind dafür mit Garanten.

Rundgang mit Jürgen Halder

Kolbermoor – Bei einem Stadtrundgang in Kolbermoor am Samstag, 16. Juni, ab 9.30 Uhr erläutert Jürgen Halder das städtische Grün. Treffpunkt ist am Kolbermoorer Maibaum. Veranstalter ist der Obst- und Gartenbauverein, teilnehmen können aber alle Kolbermoorer Bürger.

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