Von Rasanten Radlfahrern und aggressiver Stimmung

Schauplatz Friedhof

von Redaktion

Der Friedhof – ein Platz der Besinnung und des Innehaltens. Von wegen: In Kolbermoor werden mehr und mehr rasante Radlfahrer auf dem Gelände gesichtet. Werden sie gebeten, ihr Rad zu schieben, kippt oft die friedliche Stimmung. Aggressiv und mitunter beleidigend seien die Antworten, so Friedhofsgärtnerin Petra Blumberg.


Kolbermoor
– Frühmorgens herrscht auf dem Kolbermoorer Friedhof schon reger Betrieb. „Kommt der Brunnen wieder hier her?“, will eine ältere Dame wissen. Mit der Gieskanne in der Hand steht sie etwas verloren auf dem großen Areal. Friedhofsgärtnerin Petra Blumberg, die gerade ihren roten Hoftrak geparkt hat, beruhigt: „Ja, der kommt wieder.“ Arbeitsbeginn an einer besonderen Arbeitsstelle: dem Kolbermoorer Friedhof.

Bei herrlichem Frühlingswetter laufen die Pflanzarbeiten momentan auf Hochtouren. Entsprechend groß ist der Besuch des Friedhofs. Während sich die einen an das Verbotsschild halten und ihr Rad schieben, treten die anderen schon munter in die Pedale und sausen förmlich über den breiten Mittelweg.

Die Missachtung des Radfahrverbots sei wohl auch auf die Größe des Friedhofs zurückzuführen, meint Petra Blumberg nachdenklich. Durchmisst man das Gelände zu Fuß, ist man schon eine Weile unterwegs und viele Friedhofsbesucher seien eben schon ältere Damen und Herren. Zum anderen sei aber auch der angrenzende Radweg mindestens ein Jahr lang nicht befahrbar gewesen. Derzeit wird er (wie berichtet) geteert.

Abgesehen von den Radfahrern haben aber auch einige Hundhalter wenig Verständnis für die Besonderheit eines Friedhofs. Petra Blumberg erinnert sich kopfschüttelnd an einen besonders krassen Vorfall: Kurz vor Beerdigungsbeginn habe etwa ein Hund auf den Treppen vor der Aussegnungshalle sein Geschäft verrichtet. „Vor den Trauergästen musste ich den Hundehaufen entfernen.“ Den Hundehalter habe das Geschehen nicht interessiert. Letztlich spiegle das Verhalten auf dem Friedhof auch mehr und mehr die Gesellschaft wider. „Es fehlt manchmal an Anstand. Dass ich mal so was sage, hätte ich mir nicht gedacht. Aber ich arbeite seit fünf Jahren auf dem Friedhof. Was glauben Sie, was man hier erlebt.“ Die Friedhofsgärtnerin hat sich jetzt entschlossen, nur noch selten auf die Verbotsschilder an den Friedhofseingängen hinzuweisen. „Interessiert doch eh nur die Wenigsten“, so ihre Erfahrung – und steigt wieder auf ihren roten Hoftrak. Sie hat zu tun: Hochbetrieb auf dem Friedhof.ge

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