Kolbermoor – An das Ende der jüngsten Sitzung hatte Bürgermeister Peter Kloo den „Sachstandsbericht aus dem Gemeindeforum Brenner-Nordzulauf“ gestellt. Er berichtete aus den Sitzungen dieses Forums, die teilweise nicht sehr zielführend seien. Da würde stundenlang – und nicht einmal abschließend – über die Geschäftsordnung diskutiert. So habe unlängst im Kolbermoorer Rathaus eine derartige Sitzung stattgefunden, bei der man nicht einmal die Regularien erledigen habe können; am 2. Mai geht es deshalb weiter, so der Bürgermeister.
Auch Dritte Bürgermeisterin Dagmar Levin, die ebenfalls Teilnehmerin mehrerer Sitzungen des Gemeindeforums war, bedauerte die schwierige Situation: „Manche möchten noch diskutieren, ob die Trasse überhaupt erforderlich sei.“ Andere verweigerten sich einfach einem Dialog: Auch für den 2. Mai hätte schon wieder Gemeinden geschlossen angekündigt, nicht zu kommen. Als sie sich für einen fairen Verlauf eingesetzt habe, seien ihr persönliche Interessen unterstellt worden…
„Bahn war dankbar
für die Einladung
zum Energietag“
Auch Ralf Exler, Ingenieur aus Kolbermoor und auch für den Bund Naurschutz im Forum vertreten, habe sich über den unsachlichen Ton sehr gewundert. Der Bund Naturschutz Kolbermoor seinerseits habe einen Vertreter der Bahn zu seinem Informationsstand beim Kolbermoorer Energietag vor zwei Wochen geladen: Es habe gute und informative Gespräche gegeben. Peter Kloo betonte, die Bahn sei sehr froh gewesen, zu der Veranstaltung eingeladen gewesen zu sein. Er wusste auch, dass die Bahn Ende Juni einen Info-Termin im Mareissaal anbieten wird. Für 13. Juni ist eine Exkursion nach Steinach am Brenner geplant. Das war ursprünglich die Idee der Volkshochschule Kolbermoor gewesen, jetzt könne man die Fahrt samt Führung voraussichtlich aber für eine Gruppe von 45 Personen anbieten, so Kloo.
Ziel solle es sein, alle Gegebenheiten fair abzuwägen. Man könne nicht nur aus Lokalpatriotismus sagen „durch meine Gemeinde nicht – aber alle anderen sind geeignet“. Man müsse halt die bestmögliche Lösung finden.
Auch Andrea Rosner von der Grünen Liste betonte, dass ein positiver konstruktiver Dialog wichtig sei. „Wir als Stadträte sollten eine Allianz der Vernünftigen bilden“, meinte sie, auch bezugnehmend auf die Idee, dass die Diskussion um die Trassenführung von einer Bürgerinitiative in Kolbermoor begleitet werden sollte.
Mit dieser Initiative könnte man die Bürger generell für das Thema sensibilisieren. Denn: Der Verkehr ist da: „Die B15 ist voll, die Autobahn ist voll – und es besteht die Gefahr, dass zunehmender Güterverkehr auf der Schiene den Personenverkehr verdrängt. Den braucht man aber,“ so Kloo. Nur im Gespräch sei eine Lösung möglich. Er erinnerte sich an eine Situation in Österreich: Eine Gemeinde sei erst massiv gegen den Tunnel gewesen – dann habe sie den Aushub für die eigene Lawinenverbauung verwenden können und war einverstanden.
„Unser Ziel kann es nicht sein, alles zu verhindern“, so Kloo, „aber wir können der Bahn sagen, ob alle Dinge bedacht sind. Wir in den Gemeinden haben doch das Fachwissen.“
Dagmar Levin betonte schließlich, sie hätte ganz gerne einen Beschluss, dass der Kolbermoorer Stadtrat eine Bürgerinitiative unterstützen wird, die, so formulierte Peter Kloo, die Trassenfindung „konstruktiv und kritisch begleiten soll“. Einstimmig sprachen sich die Stadträte für dieses Vorgehen aus. In dieser Initiative könnte sich Ralf Exler federführend einbringen, meinte der Bürgermeister.