Kindergarten-Dorf für „Outdoor-Gruppen“ könnte zeitnah verwirklicht werden

Blockhaus-Kita an der Hölderlinstraße?

von Redaktion

Im Kindergartenbereich werden in der Stadt Kolbermoor bereits 2019 drei weitere Gruppen benötigt. Dieses Ergebnis ihrer akribisch vorbereiteten Kindertagesstätten-Bedarfsplanung stellte Elisabeth Kalenberg, Geschäftsleiterin der Stadt, jetzt in der jüngsten Stadtratssitzung vor. Und sie hatte auch gleich eine mögliche Lösung parat: ein Outdoor-Kindergarten an der Hölderlin-straße.

Kolbermoor – Das dort im Norden der Stadt gelegene städtische Grundstück ist rund 3300 Quadratmeter groß und wird derzeit für eine Bebauung planungsrechtlich vorbereitet. Ein Baubeginn dort könnte aber frühestens im Frühjahr 2019 möglich sein – der Kindergarten wäre zum Wunschtermin also nicht bezugsfertig. Mit dem Kreisjugendamt hat Elisabeth Kalenberg deshalb besprochen, welche alternativen Betreuungsmöglichkeiten an der Hölderlinstraße umgesetzt werden könnten, und dabei war man auf die Blockhäuser gekommen: drei oder vier Blockhäuser, eines davon als Sanitärhaus genutzt, wobei die Kinder sich vor allem in der Natur aufhalten sollen. Die Blockhäuser sollen dank Heizung und Stromanschluss aber für den Aufenthalt der Kinder geeignet sein. Man wolle aber nicht einen einzigen Träger für die Einrichtung, sondern mehrere Träger sollen die Möglichkeit haben, ein Blockhaus als zusätzliche Außengruppe zu nutzen. Den Trägern bliebe es überlassen, ob sie dort feste Gruppen einrichten oder ihr Blockhaus mit ihren Gruppen im Wechsel nutzen wollen.

Elisabeth Kalenberg konnte den Stadträten zahlreiche Vorteile der Idee präsentieren: Wenn das Bebauungsplanverfahren zügig läuft, erscheint eine Umsetzung mit drei Blockhäusern bis Herbst 2019 realistisch. Bei Bedarf wäre auch eine Erweiterung möglich. Es werden nun Gespräche mit den Trägern folgen, um das Interesse für diese Idee abzuklopfen. Doch generell sei die Nachfrage nach Naturkindergärten momentan groß, wie einige Kita-Leiter als Zuschauer der Sitzung gleich bestätigen konnten.

Die Kosten dieser Lösung hatten es auch Bürgermeister Peter Kloo angetan. Für den Bau einer Gruppe müsse man – theoretisch – 1,2 bis 1,5 Millionen Euro einplanen, ein Blockhaus käme auf rund 100000 Euro. „Da bleibt dann auch mehr Geld für zusätzliche Mitarbeiter bei einem höheren Personalschlüssel,“ meinte er. Freilich gebe es noch „einen Rucksack voll offener Fragen“, aber man wolle nur das „Okay“ vom Stadtrat, dieses Projekt intensiv weiterverfolgen zu können. Das gab es dann auch einstimmig mit der Maßgabe, an der weiteren Umsetzung von Kitas (Spinnerei, Conradty-Gelände, Mangfallring) dranzubleiben. Denn: Der Bedarf wird da sein, wie Elisabeth Kalenberg aufzeigte.

Zwar sei diese Bedarfsplanung „Kaffeesatzleserei“, denn genau wisse man nicht, wie sich Zuzug oder Buchungsverhalten der Eltern entwickle. Man könne den Bedarf planen mittels Elternbefragung, den Ergebnissen des zentralen Anmeldetags und der Abfrage der Kinderzahlen beim Bürgerbüro. Für mittel- oder langfristige Entwicklungen muss man auf statistische Daten setzen.

Ein entscheidender Punkt ist zudem, dass der Bedarf an Integrationsplätzen erheblich steigt. So habe man momentan 570 Kindergartenplätze, da aber Integrationskinder sozusagen mehrfach Plätze belegen, werden die Gruppen kleiner – weniger Kinder können untergebracht werden.

Entspannter ist die Situation im Krippenbereich: Hier wird voraussichtlich ab 2021/2022 eine weitere Gruppe benötigt. Der Bedarf im Kindergartenbereich werde sich bis 2027 auf sechs zusätzliche Gruppen steigern. Im Hortbereich sieht Elisabeth Kalenberg laut ihrer Ergebung keinen Handlungsbedarf.

Momentan gibt es 146 Krippen-, 570 Kindergarten- und 45 Hortplätze in Kolbermoor. 37 Prozent der Ein- bis Zweijährigen kommen in die Krippe; 91 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen gehen in den Kindergarten. Den Hort besuchen nur sieben Prozent der Kinder in Kolbermoor.

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