Kolbermoor – Wenn die Stadt- und Musikschule Kolbermoor zu einem „Mariensingen“ in die Stadtkirche Wiederkunft Christi einlädt, so besucht man da nicht eine Veranstaltung schlechthin, sondern taucht ein in eine intensive Andacht, der sich die Kirchengemeinde nicht entziehen kann und will.
Sprecherin Regina Berger betonte in ihren verbindenden Worten, wie tief religiös und reich an Wallfahrtsorten Bayern durch seine große Marienverehrung ausgestattet ist. In schlichten Worten und dann auch wieder in philosophischer Betrachtung so manch bedeutender Bilddarstellung der Madonna ließ die Religionspädagogin Maria als „Knotenlöserin“ aufleuchten, die Hass in Liebe oder Verzweiflung in Beistand zu verwandeln mag. Festlich und mit vollem Klang leitete das „Bläserquartett“ der Musikschule mit einer „Intrade“ das Singen und Musizieren ein.
Es ist schon hinreichend bekannt, dass der „Kolbermoorer Mannagsang“ sein 50-jähriges Bestehen in diesem Jahr feiert. Im Gesang und in ihren Liedern ist ein Ermüden in eingespielter Routine oder Oberflächlichkeit keineswegs erkennbar. Vorzüglich begleitet von der „Eabachmusi“ lässt es sich natürlich wunderbar singen und besonders im „Ave Maria“ oder „Maria, du vor allen“ wird deutlich, mit welcher Singfreude und Ausstrahlung der Jubilar zu Werke geht.
Dem „Kolbermoorer Dreigesang“ gelangen seine Lieder ausgezeichnet. Sehr akkurat im Dreiklang und in den Höhen nicht überanstrengt ließen sie da „Ein Ilgen ist entsprossen“ erklingen und überraschten die Gemeinde mit einem Volkslied in zimbrischer Sprache. „Pa usarme telja“ wurde einst im oberitalienischen Zimbern von einer dort heimisch gewordenen bairischen Sprachminderheit gesungen. Bestens aufgelegt präsentierte sich das „Blockflötenensemble“ der Stadtsingschule. Seit jeher wird dieses Instrument in der Musikschule von Edi Berger gefördert.
„Air“ und Menuett“ traten dafür den Beweis an und in wunderbarer Virtuosität gelang ihnen die variationsreiche Interpretation des alten Adventliedes „Es träumet einer Frau“. Kongenial mit ihren Saiteninstrumenten, Zither, Bass, Gitarre und Kontragitarre die Akteure der „Eabachmusi“.
Ihre große Volksmusikerfahrung und die Fähigkeit, den Stücken eine besondere Ausstrahlung und ihre nie versiegende Spielfreude zu geben, die auch den Zuhörer zu fesseln vermag, erreichen in der Volksmusikszene nur wenige Gruppen. Die Mangfallstadt besitzt gottlob eine davon.
Mit einem gemeinsamen „Gegrüßet seist du, Königin“ bildete das „Mariensingen“ sein inniges und herzerwärmendes Ende einer Andacht, die weit über diese Stunde hinaus wirken dürfte.js