Bauhof testete das Aufstellen des mobilen Hochwasser-Schutzsystems

In einer halben Stunde am Ziel

von Redaktion

Die Deiche an der Mangfall haben „Lücken“ – sie sind erforderlich, um Mangfall und Böschung zur Pflege erreichen zu können und auch, damit die Kolbermoorer den Freizeitwert ihres Flusses genießen können. Im Falle eines Hochwassers müssen diese Bereiche allerdings rasch verschlossen werden. Das übte jetzt der Bauhof der Stadt.

Kolbermoor – Samt dem Antransport der „Steher“ und der Planken aus dem Bauhof hatte man ein bis zwei Stunden einkalkuliert; das reine Aufstellen schafften die sechs Mitarbeiter des Bauhofs in genau einer halben Stunde. Schrauben aus dem Betonfundament drehen, die „Steher“ setzen und mit weitaus längeren Schrauben befestigen, die Planken (die meisten sind 2,45 Meter lang, die zum Anschluss an die Mangfallbrücke messen nur einen Meter) einsetzen und „abdichten“: Die unterste Planke hat einen dicken Gummifuß, der sich unter Druck genau dem Untergrund anpasst. Jede einzelne Planke hat zudem eine eigene schmale Gummidichtung. „Das müsste 100-prozentig dicht sein“, war auch Franz Wudy, Kommandant der Kolbermoorer Feuerwehr, überzeugt. Er und sein Stellvertreter Armin Hörl schauten sich die Übung ganz genau an – ohne allerdings selbst einen Finger zu rühren. „Im Falle eines Hochwassers werden auch die Mitarbeiter des Bauhofs alleine diesen Einsatz leisten müssen“, betonten Zweiter Bürgermeister Dieter Kannengießer und Bauhofleiter Michael Glas. Die Feuerwehr hat dann eine Vielzahl anderer Aufgaben.

Etliche Zuschauer ließen sich bei passenderweise leicht regnerischem Wetter die Übung nicht entgehen. Einige nutzten die Gelegenheit, sich noch einmal bei den Vertretern der Stadt und der Feuerwehr für den großen Einsatz und auch die sehr persönliche Hilfe bei dem Pfingsthochwasser vor fast genau fünf Jahren zu bedanken. Deutlich war, dass diese Erinnerungen an das Jahrhunderthochwasser noch tief in den Kolbermoorern verankert ist.

Dieter Kannengießer, der selber vor fünf Jahren Opfer des Hochwassers wurde, verfolgte die Arbeiten genau und hatte schließlich ein dickes Lob „für das Superteam vom Michael Glas im Bauhof“ parat.

Übers Wochenende bleibt der Schutz jetzt erst einmal stehen (auch wenn momentan kein Hochwasser droht: Der Pegel in Feldolling lag gestern Mittag bei harmlosen 49 Zentimetern). Gegen Ende des Monats wird wieder abgebaut, weil dann auch die Arbeiten an der Umgestaltung des Friedhofsvorplatzes beginnen. Die Steher und die Planken, die zusammen ein Gewicht von rund drei Tonnen auf die Waage bringen, sollen dann im Friedhofsgebäude gelagert werden – im Fall des Falles sind die Transportwege noch kürzer.

Außer der „Lücke“ am Alten Friedhof gibt es noch weitaus kleinere, offene Stellen an der ehemaligen Handelsschule und am Karl-Daniels-Platz. Auch für sie gibt es den passgenauen mobilen Hochwasserschutz. Weitere Zugänge (Nähe Brückenwirt und Brünnsteinstraße) sind dauerhaft verschlossen. Sie werden nur bei Bedarf geöffnet. Die Kosten für diese mobilen Hochwassersysteme hat das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim übernommen. Dem Wasserwirtschaftsamt obliegt jetzt auch noch eine letzte Aufgabe: das Montieren neuer Abdeckungen für die Spundwände.

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