Kolbermoor – Das Fronleichnamsfest, das am 60. Tag nach Ostern gefeiert wird, gehört nicht nur zu den „katholischsten“, sondern auch zu den öffentlich am meisten wahrgenommenen kirchlichen Feiertagen im Jahresverlauf. Einen großen Symbolcharakter besitzt der Festtag in Kolbermoor, wo die große Prozession schon seit vielen Jahren, lange vor der Gründung der Stadtkirche, die beiden großen Pfarrkirchen verbindet und somit nicht nur sprichwörtlich Brücken zwischen den beiden Gemeinden errichtet und begeht.
Der Beginn des Gottesdienstes fand heuer turnusgemäß in der Stadtpfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit statt. Stadtpfarrer Maurus Scheurenbrand zeigte sich begeistert über die große Menge an Gläubigen, darunter starke Abordnungen der beiden Trachtenvereine, der Feuerwehr und der anderen Ortsvereine, die sich in der Kirche versammelt hatten. „Am Fronleichnamstag tragen wir unseren Glauben, tragen wir Christus selbst hinaus auf die Straßen unserer Heimatstadt“, so der Pfarrer weiter. Der Festgottesdienst wurde von den beiden Kirchenchören unter der Leitung von Dekanatsmusikpfleger Gerhard Franke mit anspruchsvollen Chorwerken würdig gestaltet. Unterstützt wurden die Sängerinnen und Sänger dabei von einem Bläserquartett.
Nach dem Gottesdienst formierte sich die lange Prozession, inmitten derer Pfarrer Scheurenbrand, begleitet von den Ministranten und den Erstkommunionkindern in ihren Festgewändern, die Monstranz von Altar zu Altar durch die Stadt trug. Nach dem Beginn am Alten Rathausplatz bildete erstmals der kleine Park an der „Brücke der Freundschaft“ auf der Spinnereiinsel den Rahmen für den zweiten Altar, der dritte Altar war wie gewohnt an der Sparkassenfiliale in der Brückenstraße aufgebaut. Für den Schmuck hatten wie immer freiwillige Helfer aus der Gemeinde gesorgt, die bereits in aller Frühe die Blumen und Teppiche arrangiert hatten. Zum feierlichen Abschluss bewegte sich die Prozession dann in die Pfarrkirche Wiederkunft Christi, wo Pfarrer Scheurenbrand allen für die Teilnahme dankte.