Bebauungsplan Schwarzenbergstrasse soll möglicherweise abgetrennt werden

Neue Pläne für die Gärtnerstraße

von Redaktion

Seit 2014 beschäftigt sich das Büro Petzenhammer mit den Bebauungsplänen für die Gärtner- und die Schwarzenbergstraße. Offenbar kein leichtes Unterfangen, speziell für die Gärtnerstraße: Mal wurde eine mögliche Bebauung als zu dicht oder zu gering eingeschätzt, die Straßen als zu breit oder zu schmal. Jetzt stellte Diplom-Ingenieurin Claudia Petzenhammer im Bauausschuss noch einmal neue Varianten vor.

Kolbermoor – In der Januar-Sitzung des Stadtrats hatte man eigentlich bereits Stellungnahmen und Einwendungen behandeln wollen, um das Verfahren weiterzubringen. Man wollte dann den vorgestellten Planentwurf aber nicht weiter verfolgen, weil er offenbar die Umsetzung einiger Planungsziele nicht enthielt. So war man vor allem mit der Park- und Verkehrssituation in der Gärtner-, der Schwarzenberg- und auch der Farrenpointstraße nicht zufrieden. Auch die teilweise zu dichte Bebauung sei kritisiert worden, wie Claudia Petzenhammer im Bauausschuss erinnerte. Deshalb habe man nochmals von vorne angefangen, um eine geordnete Nachverdichtung und einen geregelten „ruhenden“ Verkehr zu bekommen. Sie stellte drei Varianten vor, wobei sie ganz eindeutig die Variante 1 favorisiere. Dabei schafft die verlängerte Jackelberg-straße, die auf die verlängerte Gärtnerstraße trifft, eine Querverbindung. Am Kreuzungspunkt soll ein Quartiersplatz entstehen mit einem 660 Quadratmeter großen Spielplatz. Drumherum, also auf öffentlichem Grund, gäbe es 33 zentrale Besucherstellplätze. Die durchlaufende Gärtnerstraße soll im südlichen Teil eine Breite von sechs Metern bekommen, ein schmälerer Teil wird als Einbahnstraße geplant. Zu den sechs möglichen Mehrfamilienhäusern im südlichen Bereich kann die Zufahrt über die Dr.-Christian-Junkenitz-Straße erfolgen, also nicht über die Schwarzenbergstraße.

Variante 2 sieht die Planerin als abgespeckte Version von Variante 1. Dabei würde die Jackelbergstraße ebenfalls gerade durchlaufen, der Quartiersplatz läge an der Schwarzenbergstraße und es entstünden nur 19 zentrale Besucherparkplätze. Variante 3 würde die Jackelbergstraße schräg zur Gärtnerstraße leiten, was aber eigentlich nicht in das orthogonale Straßensystem in diesem Bereich passe. Hier gäbe es aber 26 öffentliche Besucherparkplätze.

Die Architektin und Stadtplanerin hat sich aber auch die Straßenbreiten in dem Areal angeschaut. Bei einer Breite von sechs Metern sei es möglich, an der Straße zu parken. Kein Problem für die Farrenpointstraße (zehn Meter) und die Jackelbergstraße (sieben Meter). Die Gärtnerstraße bringt es dagegen nur auf 5,5 Meter, die Schwarzenbergstraße auf 5,7. Wenn hier eine Verbreiterung möglich wäre, könnten auch hier auf öffentlichem Grund Stellplätze entstehen. Diese Stellplätze hätten den Vorteil, wie dann auch Bürgermeister Peter Kloo erläuterte, dass die Stadt diese „bewirtschaften“ könne: also etwa Parkausweise für Anwohner ausstellen oder das Abstellen von Wohnmobilen untersagen, so dass eine Zweckentfremdung der Parkplätze möglichst erschwert wird.

In der Diskussion brachte Dagmar Levin (SPD) vor, dass es ihr bei Variante 1 nicht gefalle, dass die Autos am Spielplatz parken würden – und dass 33 Parkplätze zu viel seien. Aber das sei doch die Forderung gewesen, dass mehr Parkplätze kommen, erinnerte Peter Kloo. Sebastian Daxeder (CSU) war die Anzahl der Parkplätze dagegen eher noch zu wenig. Eine Straßenverbreiterung auf sechs Meter, so dass an der Straße geparkt werden könne, fand er sinnvoll. Er vertrat die Ansicht, dass mehr Stellplätze auch das Schaffen von mehr Wohnungen begünstigen würden („nicht nur welche mit 100 Quadratmetern und Tiefgarage, die dann unbezahlbar werden“).

Eher auf „weniger Wohnrecht“ setzte dagegen Dagmar Levin: „Dann sind auch weniger Parkplätze erforderlich“. Ziel sei es aber doch gewesen, so erinnerte der Bürgermeister noch einmal, eine vernünftige Nachverdichtung hinzubekommen.

Man habe hier jetzt eine gute Lösung bekommen, freuten sich Markus Schiffmann (CSU) und Kerim Bacak (Parteifreie). Die Freude musste Bürgermeister Kloo allerdings etwas dämpfen: Man habe hier an einer Stelle ein Baurecht genommen und es an anderer Stelle gegeben. Auch mit den Eigentümern habe man noch nicht viel gesprochen; es werden auf jeden Fall Grundstücksverhandlungen erforderlich werden.

Gerade vor diesem Hintergrund führte Peter Kloo an, dass es möglicherweise besser sei, die bisher parallel geführten Bebauungspläne 7a (Gärtnerstraße) und 7b (Schwarzenbergstraße) getrennt weiter zu behandeln, denn: „7b wird schneller gehen“.

Diese Trennung hatte auch die Verwaltung angeregt, die sich in ihrer Stellungnahme zu den neuen Plänen recht positiv äußerte: Die Planerin habe nun eine vernünftige und städtebaulich gute, verträgliche Planung entworfen.

Wie es jetzt genau weitergehen soll, wird sich in der nächsten Sitzung des Stadtrats (am 21. Juni) entscheiden.

Den Anwohnern Gärtner-/Schwarzenbergstraße liegt das Thema verständlicherweise auf dem Herzen: Sie füllten bei der Sitzung den Zuschauerraum – sonst eher ein seltenes Bild.

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