Kolbermoor – Der neue Eigentümer möchte Gaststätte und Biergarten wieder eröffnen. Im Haupthaus sollen 40 Hotelbetten entstehen, ein Anbau im Westen soll Platz für 60 weitere bieten (wir berichteten). Um den Biergarten besser nutzen zu können – er war bislang durch die Gehrerstraße von der Gaststätte getrennt – möchte der Bauherr die Straße in einem Bogen westlich ums Gebäude führen.
Zu diesem Vorentwurf des Bebauungsplanes hatte das Sachgebiet Immissionschutz im Landratsamt jetzt festgestellt, dass es durch die Planung zu Überschreitungen der Orientierungswerte kommen könne. Ein Schallschutzgutachten zur Klärung werde daher empfohlen.
Während die Verwaltung und auch Bürgermeister Peter Kloo in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses sich für ein derartiges Gutachten aussprachen (Kloo: „Dann sind wir auf der sicheren Seite“), sah etwa Stadtrat Markus Schiffmann (CSU) eher einen Fall von „Geld rausschmeißen“. Denn klar sei, dass der Lärm der Staatsstraße bleibe – und dass der Lärmschutz mit dem zusätzlichen Gebäude ohnehin besser würde.
Das würde das Verfahren auch abkürzen, meinte Sebastian Daxeder. Ihm lag auch die sichere Zufahrt in die Staatsstraße am Herzen. Hier könne man die Sichtdreiecke ausreichend einzeichnen – aber für eine richtige Sicherheit müsste wohl die Staatsstraße umgebaut werden, meinte Kloo. Tatsächlich plant das Staatliche Bauamt zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit einen Ausbau der Staatsstraße 2078. Deshalb sollten auch bauliche Anlagen 15 oder 20 Meter von der Straße entfernt sein. In dieser „Anbauverbotszone“ sollen auch Werbe- oder sonstige Hinweisschilder unzulässig sein. „Außerhalb der Anbauverbotszone sind sie so anzubringen, dass die Aufmerksamkeit des Kraftfahrers nicht gestört wird,“ schreibt das Amt in seiner Stellungnahme. Auch könne die Erschließung des Grundstücks nicht über die Staatsstraße erfolgen, sondern über das „untergeordnete Straßennetz“.
Von den Anliegern hatte sich nur eine direkte Nachbarin geäußert. Ihr Wunsch war eine Lärmschutzwand. Sie wohne hier schon fast 30 Jahre, und die frühere Lärmbelästigung manchmal auch zu später Stunde sei hoch gewesen. Besonders übel sei der tägliche Grillgeruch beim letzten Wirt gewesen. Auch hier verspreche man sich Abhilfe mit einer Wand. Außerdem schilderte sie ihre Erfahrungen mit der wilden Parkerei der früheren Gäste. Die geplante Verlegung der Gehrerstraße sei in Ordnung – auch wenn es für sie und ihre Mieter einen Umweg bedeute. Sie bat aber zu bedenken, dass die Radlfahrer, die den Taxerberg mit hohem Tempo herunter brausen würden, teilweise eine größere Gefahr seien als die Autofahrer. Eine Schranke, die nur einen schmalen Durchlass hat, würde die Radler abbremsen, regte sie an.
Bis zur nächsten Stadtratssitzung wird die Verwaltung die Stellungnahmen in den Bebauungsplan einarbeiten.