Umgang mit der neuen Datenschutzgrundverordnung

„Den Ball erst einmal flach halten“

von Redaktion

Das Thema hat schon für einigen Wirbel gesorgt, und so war auch der Andrang von Vereinsfunktionären im Kolbermoorer Mareissaal zur Info-Veranstaltung in Sachen neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) der EU groß.

Kolbermoor – CSU Kolbermoor und das Ortskartell hatten das Treffen organisiert. Götz Blechschmidt, eingeladener Profi im Datenschutz der Unterhachinger Firma „msecure“, schaffte es jedoch an diesem Abend, das trockene Thema locker und verständlich aufzubereiten und für entspannte Unaufgeregtheit im Saal zu sorgen.

Wichtig, so der Referent, sei es, eine unbedingt erforderliche Datenschutzerklärung in der jeweiligen Website des Vereins zu installieren. Es müsse für das Recht auf persönliche Selbstbestimmung klar sein, welche Daten zu welchen Zwecken verarbeitet und gegebenenfalls an Dachorganisationen weitergegeben werden. Datenschutz sei ein oberstes Grundrecht, und Aufgabe der Gremien sei es, für die nötige Datensicherheit zu sorgen, betonte der Referent. Die rechtmäßig erfasste und nachvollziehbare Verarbeitung der Daten müsse eindeutig legitimen Anliegen dienen, jedoch angemessen aber nicht übersteigert in ihrer Form darstellbar geschehen. Wichtige Hinweise und Formulare können vom bayerischen „Landesamt für Datenschutzaufsicht“ angefordert werden.

Götz Blechschmidt riet davon ab, wichtige und personenbezogene Daten per E-Mail oder USB-Stick zu versenden, da eine absolute Datensicherheit nicht gewährleistet sei. Noch eindeutiger stellte er sich gegen das Ansinnen, sensible Daten in den sozialen Medien herumschwirren zu lassen.

Beim Umgang mit der Veröffentlichung von Fotos schlug der Experte eine entspannte, aber doch auch angebrachte Feinfühligkeit vor.

Auch Vereine, die über kein Internet verfügen, seien gehalten, eine Datenschutzerklärung in vereinfachter Form abzugeben.

Der lockere Vortrag wurde zwischendurch mit treffenden Fragestellungen der Versammlungsteilnehmer bereichert. Götz Blechschmidt hatte für jedes Problem eine pragmatische und praktische Lösung parat und stellte am Ende seiner Ausführungen klar: „Beschäftigen Sie sich mit den neuen Vorschriften ohne Angst, jedoch aufgeschlossen und ihren Bedürfnissen angemessen. Sollten Ihnen Daten durch die Lappen gehen oder außerhalb Ihres Bereiches gelangen, vertuschen Sie nichts und halten Sie die schnellen Meldevorschriften ein. Vergessen Sie erst einmal Sanktionen, Strafen und Bußgelder. Die sind nicht für Ihre kleine Welt gedacht“.

Großer Beifall am Ende dieses informativen Abends, der einer allseits zunehmenden Panikmache den Wind ordentlich aus den Segeln nahm, wie sich die Teilnehmer einig waren.

Günther Zellner, der Vorsitzende des Ortskartells Kolbermoor, überreichte an den Referenten und an Andi Mayr von der CSU dafür Weinpräsente als berechtigte „Dankeschön“.

Artikel 5 von 11