Sanierung Karl-Daniels-park kurz vor dem Abschluss

Ein Taschentuchbaum als Dreingabe

von Redaktion

Die Umgestaltung des Karl-Daniels-Parks war umstritten, jetzt aber stehen die Maßnahmen kurz vor dem Abschluss. Sozusagen als besondere Dreingabe hat Jürgen Halder vom Stadtbauamt Kolbermoor auf dem Gelände noch einen wahren Exoten gepflanzt: einen Taschentuchbaum.

Kolbermoor – Im Zuge der Bauarbeiten für den Hochwasserschutz wurde, wie berichtet, auch der KarlDaniels-Park überplant. Im Januar vergangenen Jahres entbrannte eine heftige Diskussion hinsichtlich der vorgelegten Gestaltungsmöglichkeiten: Als zu teuer, als zu einfallslos wurden sie damals vom Stadtrat bezeichnet.

Im Vorfeld hatte sich das Gremium mehrheitlich für den Erhalt des Brunnens aus den 1960er-Jahren ausgesprochen, der von der Baumwollspinnerei zur Stadterhebung gespendet worden war. Das „grüne Wohnzimmer der Werkssiedlung“, wie der Park liebevoll genannt wurde, sei den Kolbermoorern ans Herz gewachsen, betont auch Jürgen Halder im Gespräch mit unserer Zeitung.

In den Gründerjahren ein Geheimtipp für Erholungs- und Ruhesuchende, habe der Park über die Jahrzehnte hinweg mehr und mehr an städtebaulicher Bedeutung gewonnen. Dies liege vor allem an den nun bestehenden Radwegeverbindungen.

Der Blick auf den Stadtplan zeigt deutlich, dass der Karl-Daniels-Park inzwischen Zentrumscharakter hat: Quert man nach der neuen Mangfallbrücke etwa noch den Werkskanal, dann ist man in wenigen Minuten vom Süden her mitten in der Stadt, wie Halder unterstreicht. Zudem nützten Kinder die schnelle Verbindung als Schulweg zur Pauline-Thoma-Schule.

Halder erinnert auch an den sogenannten schwarzen Weg, der entlang des Spinnereigeländes führte. Schwarz deshalb, weil die Asche der Spinnerei auf der Straße ausgebracht worden sei und sie sich so mehr und mehr schwarz verfärbt habe. Inzwischen gleiche dieser ehemalige „schwarze Weg“ einer kleinen Promade, von einer Bergahornallee gesäumt.

Der Park verfüge nun über einen kleinen Spielplatz, in dem sich auch „Große“ körperlich ertüchtigen könnten. Ruhebänke unter Platanen seien ausreichend vorhanden, eine Bocciabahn wurde angelegt.

Nicht zu vergessen der Brunnen mit seinen drei Betonbecken, dessen Technik auf den neuesten Stand gebracht worden sei.

Und dann ist da noch die Besonderheit: der Taschentuchbaum.

Ein Rundgang im botanischen Garten in München hat Jürgen Halder auf die Idee gebracht, diese Rarität nach Kolbermoor zu holen. Besonders die Blüte hat es Halder angetan, denn sie ähnelt tatsächlich einem gerade hochgehobenen Taschentuch. „Mal sehen, ob der Baum das Kolbermoorer Klima veträgt“, so Halder.

Im nächsten Jahr könnten die außergewöhnlichen Blüten in Taschentuchform vielleicht schon zu sehen sein, hofft der passionierte Baumliebhaber.

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