Kolbermoor – Bis dato waren alle Signale auf Grün für den Neubau der Unterführung mit Baubeginn in 2019. Der Stadtrat hatte schon längst grünes Licht gegeben, die Planungen sind am Laufen.
Für den Neubau der Tonwerkunterführung ist jedoch zwingend eine Streckensperrung für wenige Tage nötig. Sie war von der Bahn in Abstimmung mit der Stadt Kolbermoor und den Planern für 11. April 2019, 20 Uhr, bis 15. April 2019, 5 Uhr, festgesetzt.
Die Zusage für diese Sperrung wurde nun von der DB Netz AG zurückgezogen. Der Wortlaut des knappen Schreibens: „Die angemeldeten Sperrpausen im Geschäftsjahr 2019 wurden für die Maßnahme Eisenbahnüberführung Kolbermoor seitens des Baubetriebs abgesagt. Als Grund wurden uns die erforderlichen Kreuzungen im Bahnhof Kolbermoor für den Umleitungsverkehr der Strecke München-Rosenheim benannt.“
Das heißt: Für die Umsetzung von Baumaßnahmen auf der Hauptstrecke München-Rosenheim braucht es die beiden Gleise in Kolbermoor. Damit muss aus Sicht der Bahn der Baubeginn im nächsten Jahr verschoben werden.
Auf Anfrage unserer Zeitung, zeigte sich gestern Projektleiterin Nelly Heinle von der DB Netz AG ebenfalls überrascht von der Entscheidung der Bahn. Die Maßnahme in Kolbermoor sei fristgerecht angemeldet worden und bis vor Kurzem „stand das nicht infrage“, so Heinle.
Die vorbereitenden Baumaßnahmen, die seitens der Stadt vorgenommen werden können, wie Verlegung sämtlicher Leitungen aus der Unterführung, werden jedoch wie geplant in den kommenden Monaten umgesetzt.
Seit Anfang dieser Woche laufen bereits die Vorbereitungen für die beiden Räumbohrungen links und rechts der bisherigen Unterführung – vom Garten der ehemaligen St.-Anna-Apotheke und vom Park+Ride-Parkplatz Hassler- straße.
Mit dieser Maßnahme werden alle Leitungen (Wasser, Abwasser, Strom, Kommunikation) unter dem Bahnkörper durchgeführt und dann neu an das jeweilige Netz angeschlossen. Diese Arbeiten werden bis September laufen und sind inklusive der Wasserleitung mit Kosten in Höhe von 862000 Euro veranschlagt (wir berichteten). „Wir führen sämtliche städtische Maßnahmen planmäßig durch und stehen damit ‚Gewehr bei Fuß‘, um sofort mit dem Bau der Unterführung loslegen zu können, wenn uns die Bahn grünes Licht gibt. Natürlich hoffen wir, dass dies nun definitiv 2020 passieren wird“, so Kolbermoors Erster Bürgermeister Peter Kloo zur aktuellen Entwicklung.
Wie berichtet, ist ein Umbau der Tonwerkunterführung schon seit Jahrzehnten im Gespräch. Die Eisenbahnunterführung ist auch zentrales Element des städtebaulichen Realisierungswettbewerbs. Sie ist nicht nur für den motorisierten Individualverkehr bedeutend, sie soll letztlich auch für Fußgänger und Radfahrer besser nutzbar gemacht werden.
Generell wirke sich das Nein der DB Netz AG nicht auf den Wettbewerb aus. Ob es in der Umsetzung nachhaltig zu Verzögerungen kommt, könne man im Moment nicht sagen, so gestern Christian Poitsch vom Stadtmarketing.
Die Projektleiterin zeigte sich verhalten optimistisch: „2020 müsste gehen. Bis jetzt sieht es gut aus.“