Kolbermoor – Diplom-Ingenieurin Claudia Petzenhammer vom gleichnamigen Architekturbüro, seit 2014 mit der Thematik befasst, stellte dem Stadtrat und vielen Zuhörern die überarbeitete Planung vor. Wie berichtet, war die Thematik im Bauausschuss nochmals detailliert beleuchtet worden. Für die Planvarianten wurden als Ziele eine geordnete Nachverdichtung und ein geregelter, ruhender Verkehr formuliert – Ziele, die in drei Planungsvarianten nun dem Stadtrat vorgelegt wurden.
Variante eins
Die Eckpunkte der Variante eins:
• gerade durchlaufende Jacklbergstraße
• Quartiersplatz am Kreuzungspunkt
• 33 zentrale Besucherstellplätze auf öffentlichem Grund.
• durchlaufende Gärtnerstraße (Teilbereich als Einbahnstraße 4,5 Meter; südlicher Teil mit sechs Metern Breite)
• zentraler Spielplatz mit rund 600 Quadratmetern
• private Stellplätze in Gruppen auf dem Grundstück
Variante zwei
Im Vergleich dazu die Eckpunkte der Variante zwei:
• gerade durchlaufende Jacklbergstraße
• Quartiersplatz an Schwarzenbergstraße
• 19 zentrale Besucherstellplätze auf öffentlichem Grund
• durchlaufende Gärtnerstraße (Teilbereich Süd als Einbahnstraße mit 4,5 Metern)
• zentraler Spielplatz mit rund 835 Quadratmetern
• private Stellplätze in Gruppen auf dem Grundstück
Keine Zustimmung des Gremiums erhielt Variante drei, die eine Zerschneidung der Grundstücke zur Folge hätte, wie Claudia Petzenhammer ausführte. Nach Auffassung der Stadtverwaltung zeige die favorisierte Planvariante eins eine direkte Verbindung zur Jacklberg- straße und füge sich in das bereits bestehende orthogonale Straßensystem ein. Auch die weiteren Punkte, wie öffentlicher Besucherverkehr, zentraler Spielplatz oder die Darstellung der notwendigen Stellplatzflächen auf den privaten Grundstücken, fänden sich nach Auffassung der Verwaltung in der Planung wieder. Diese sei deshalb „vernünftig und städtebaulich gut verträglich“. In der Diskussion bedauerte SPD-Stadträtin Dagmar Levin-Feltz die mangelnde Kreativität „von Anfang an“. Nicht zumutbar sei, dass Kinder am Spielplatz förmlich von parkenden Autos umringt werden. Sie regte eine Erweiterung des Spielplatzes durch die Verlagerung dort angrenzender Stellplätze in Richtung Süden an.
Georg Kustermann, grüne Liste Kolbermoor, betonte, man tendiere in Richtung Variante eins. Grundsätzlich sprach er – wie auch mehrere seiner Stadtratskollegen – die Thematik Nachverdichtung durch die Ausweisung „Urbanes Gebiet“ an. Gegenüber den herkömmlichen Gebietskategorien wie Wohngebiet, Gewerbegebiet und Mischgebiet schafft das „Urbane Gebiet“ mehr Gestaltungsspielraum. Die neue Gebietskategorie erlaubt es, dichter und höher zu bauen. In dem Zusammenhang sprach sich Stefan Reischl (Parteifreie) dafür aus, nicht über drei Geschosse hinaus zu bauen. Mehrheitlich (16:4) gab der Stadtrat „grünes Licht“, dass mit den Grundstückseigentümern nun verhandelt werden könne. Das Gremium billigte mehrheitlich (14:4) den Entwurf des Bebauungsplans 7b, Schwarzenbergstraße, und beauftragte die Verwaltung, weitere Verfahrensschritte durchzuführen.