Gemeinsames Chorkonzert in Pauline-Thoma Schule

Kolbermoor – die singende Stadt

von Redaktion

„Singen macht Spaß“ ist nicht nur ein Leitwort für die vielen professionell agierenden Chöre der Schule, sondern stand auch als Titel über einem Konzert, das eben diese Chöre gemeinsam veranstalteten.

Kolbermoor – Dem Kiem- Pauli, dem legendären Volksliedsammler, Musikant und Wegbereiter der modernen Volksliedpflege wird der begeisterte Ausspruch vom „singenden Dorf Kolbermoor“ nachgesagt. Wenn sich dieses Dorf auch inzwischen zur Stadt weiterentwickelt hat, so kann man den Wahrheitsgehalt des Zitates heute noch in der Vielzahl an musikalischen Höhepunkten erkennen, die insbesondere die Stadtsing- und Musikschule im jährlichen Kulturkalender bietet. Gut gefüllt zeigte sich beim großen Chorkonzert die Aula der Pauline-Thoma-Mittelschule, die ja auch nach einer herausragenden Mitbegründerin von Kolbermoors Musikkultur benannt ist.

Im Wechsel präsentierten die Sängerinnen und Sänger den Zuhörern ein äußerst anspruchsvolles, abwechslungsreiches und daher kurzweiliges Programm.

Besonderen Zuspruch lösten die beiden Kinderchöre aus, die gemeinsam auftraten und unter der Leitung von Elisabeth Riedl das Konzert mit dem „Wüstenwindetango“ eröffneten. Begeistert zeigte sich das Publikum über die weiteren bekannten Lieder, die die Kinder frisch und einnehmend präsentierten. „Hewenu Shalom“ und „Auf einem Baum ein Kuckuck saß“ setzten das Programm des Chores fort, ehe mit „Lollipop“ auch der Schlusspunkt des Konzertes den Kinderchören vorbehalten blieb.

Für die passende Begleitung sorgte hier die Ferienmusi, die als Übergang zwischen den Gesangsnummern einige Instrumentalstücke vorbereitet hatte. Von Dmitri Schostakowitschs „Walzer Nr. 2“ über zwei spritzige Werke von Josef Rottenfußer bis hin zum „Russischen“, einer kraftvollen und typischen Herbert-Pixner-Komposition, spannte sich ein äußerst weites Repertoire, das von den jungen Musikern an Flöte, Klarinette, Gitarre und Harmonika ausgezeichnet interpretiert wurde. Ursula Harzenetter unterstützte die Jugendlichen am Kontrabass.

Probierfreudig zeigten sich in der Folge auch die Mitglieder des Jugendchores, die unter der bewährten Leitung von Martin Kreidt einige sehr interessante Lieder aus ganz unterschiedlichen Stilrichtungen einstudiert hatten. War der Beginn mit dem alten englischen Volkslied „The willow tree“ noch in sehr melancholischer Stimmung gehalten, folgte mit dem hebräischen Lied „Hine ma tov“ ein sehr kraftvolles und temporeiches Werk, bei dem insbesondere die Frauen- und Männerstimmen gut miteinander harmonierten. Johanna Posch und Cathy Pappenberger sorgten an Querflöte und Klavier für die passende instrumentale Begleitung. Mit beachtenswerter Dynamik überzeugte das „Ave Maria“, das dem italienischen Komponisten Giulio Caccini zugeschrieben wird. Die hervorragende Klangleistung der Sänger wie auch die ganz besondere solistische Oboenbegleitung von Elisabeth Kreidt ernteten starken Applaus. Der Jugendchor verabschiedete sich mit dem rhythmischen Werk „Give them thy fingers“, der Jazz-Adaption eines Shakespeare`schen Sonettes durch den Münchner Komponisten Stefan Kalmer.

Den fließenden Übergang von der jungen zur etwas älteren Generation bildete der Projektchor, der wenige Tage nach seinem umjubelten Konzert mit drei ruhigen, aber nichtsdestotrotz höchst anspruchsvollen Werken vertreten war. Den „Vier hebräischen Liedern“ von Eric Whitacre folgte „Dirait-on“, ein mitreißendes Werk des Amerikaners Morten Lauridsen, das dieser nach einer Vorlage von Rainer Maria Rilke komponiert hatte. Den Ausführenden gelang es hier besonders, den das Werk durchziehenden melodischen Fluss hörbar zu machen. Mit dem ergreifenden „Lullaby“, dem „Schlaflied“ von Daniel Elder, bewies das Ensemble endgültig seine hohe Klasse, was das harmonische Zusammenspiel der Stimmen betrifft.

Schon seit vielen Jahren fest etabliert ist auch der Gemischte Chor der Singschule, was die Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Heide Hauser nicht davon abhält, immer wieder neue und ansprechende Werke einzustudieren. Das wohl internationalste Programm des Abends begann mit dem fröhlichen dalmatischen Volkslied „Kad si bila mala mare“, das von der Liebe eines Mädchens zum Meer und zu den Matrosen handelt, und setzte sich mit Orlando di Lassos bekanntem Werk „O occi, manza mia“ fort. Bei Letzterem überzeugte besonders der für ein homophones Madrigal dieses Charakters so wichtige homogene Klang des Chores. Die gesetzt-fließende „Nocturne aus Schweden“ bildete den passenden Schlusspunkt und bescherte den Ausführenden ebenso großen Applaus, wie ihn auch die Sängerinnen des mit dem Gemischten Chor eng verbundenen Frauenchores für ihre Darbietungen ernteten.

Ließen die Frauen zu Beginn bereits mit einem weiteren Renaissance-Werk, „Though Philomena lost her love“ von Thomas Morley, aufhorchen, setzte der glockenhelle „Gebirgsbach“, eine Komposition von Josef Gabriel Rheinberger, einen echten Höhepunkt in die Mitte des Konzertes. Die „Mondnacht am Chiemsee“ des Prieners Sebastian Weyerer, ein modernes Stück, gewürzt mit kurzen, alpenländisch klingenden Noten bildete den dritten und letzten Beitrag des Frauenchors. Die unter Einbezug des Publikums von allen Mitwirkenden gesungenen Stücke „Singen macht Spaß“ und „Vem kan segla förutan wind“ bildeten Rahmen und Krönung des abwechslungsreichen Programms. Bei einem kleinen Umtrunk in der Aula nutzten die Anwesenden die Gelegenheit, mit den Mitwirkenden ins Gespräch zu kommen. Die Ferienmusi sorgte mit einigen flotten Stücken für den passenden Ausklang des Abends.sel

Artikel 6 von 8