Kolbermoor – Das Landratsamt hatte (wir berichteten) eine „einfache“ Baugenehmigung für den Neubau am Pullacher Kreisel abgelehnt und statt dessen ein ordnungsgemäßes Bauleitplanverfahren verlangt. Befürchtet wurde – da Aufenthaltsräume geplant sind – das Entstehen einer Splittersiedlung. Auch der Verlust einer Naherholungsfunktion an dieser Stelle beschäftigte das Amt. Also ging die Stadt die Änderung von Bebauungsplan und Flächennutzungsplan im Parallelverfahren an, beteiligte die Behörden und Träger öffentlicher Belange, wog die eingehenden Stellungnahmen ab, legte die Pläne aus. Zur jüngsten Auslegung (ab dem 1. Juni) waren noch einmal einige wenige Anregungen gekommen, die im Bauausschuss vorberatend für die nächste Stadtratssitzung besprochen wurden. Wesentliche Änderungen hatten sich nicht mehr ergeben.
Der Stadtrat soll jetzt den geänderten Bebauungsplan Pullacher Kreisel als Satzung beschließen. Dann kann auch die Genehmigung beim Landratsamt für die Flächennutzungsplanänderung eingeholt werden. Und der Bauantrag auf die Errichtung des Feuerwehrgerätehauses wieder eingereicht werden…
Diese Zeitverzögerung ärgert den Bürgermeister in der Sitzung sichtlich: „Jetzt haben halt die Juristen ihren Frieden“, sagte er. „Aber eigentlich sind es die gleichen Pläne wie vorher.“ Die Zeitverzögerung habe nur weitere Kostensteigerungen mit sich gebracht. Als bittere Genugtuung wertete er einen Satz aus der jüngsten Stellungnahme des Staatlichen Bauamts Rosenheim, das darauf hinwies, dass „sich das Bauvorhaben im Einwirkungsbereich der Straßenemission befindet.“ Kloo: „Soviel zum Thema Erholungsfunktion…“
Wenn der Stadtrat in seiner Sitzung Ende Juli grünes Licht gibt, geht das „Paket Pullach“ ans Landratsamt. „Dann warten wir auf die Baugenehmigung“, so Josef Schrank vom Bauamt der Stadt. Um den Prozess zu beschleunigen, habe man dem Amt schon Unterlagen zukommen lassen – ob diese aber schon geprüft wurden, wisse man nicht. Dann müssen ja auch noch die Vergaben erfolgen. Trotzdem hoffe man nach wie vor auf einen Baubeginn im Herbst – was allerdings „ein sehr sportlicher Zeitplan“ sei, so Schrank.
Auch die Feuerwache in Kolbermoor steht auf der Agenda der Stadt: Hier wird eine Renovierung geplant, die bei laufendem Betrieb erfolgen muss. Das Gebäude weist zahlreiche Schwachstellen auf; die Dächer gehören erneuert und gedämmt, die Fenster ausgetauscht, die Sockel saniert, neue Umkleide- und größere Schulungsräume geschaffen. Auch die Turnhalle muss komplett saniert werden.