Kolbermoor – So war der Vorsitzende der Immergrün-Schnalzer, Andreas Redl, auch schon vor Beginn der Feierlichkeiten begeistert ob der vielen interessierten Besucher, unter ihnen auch Bürgermeister Peter Kloo, natürlich in zünftiger Lederhose. Den Weg zu den Jubilaren hatten auch die befreundeten Schnalzergruppen aus Ostermünchen, Bad Feilnbach und Berganger gefunden, so dass auf die schon gespannten Zuhörer ein abwechslungsreiches Goaßl-Spektakel wartete. Mit dabei auch die „Biergartenmusi“, die immer den richtigen Ton fand und die vielen Jubiläumsgäste musikalisch auf Temperatur brachte. So richtig eingeheizt haben ihnen dann aber die vier Gruppen, die sich in der nicht so einfach zu erlernenden Kunst des Goaßlschnalzens regelrecht überboten.
Wie beim Einmarsch der Gladiatoren im alten Rom kamen sie in den gut gefüllten Bierstadl, die Herren der Goaßl, mit ihrem schlanken Musikinstrument, dem sie mitunter ganz eigenartige, schnalzende Laute entlockten. Das Recht des ersten Mals hatten natürlich die gastgebenden Kolbermoorer Jubiläumsschnalzer, die mit einer durch und durch fehlerfreien Darbietung glänzten, bei der jeder einzelne Knall von der Goaßl genau dann kam, wenn er auch kommen musste. Ein „Vertun“ war da wirklich schlecht, denn das war überall zu hören. „So einfach, wie das rüberkommt, ist das Schnalzen wirklich nicht“, bemerkte Vorsitzender Andreas Redl. Neben einem feinen musikalischen Taktgefühl müssen die Schnalzer auch über ein gutes Gehör und natürlich ordentliches Muskelschmalz verfügen, denn Schnalzen kostet Kraft.
Genug der eingeschobenen Theorie, die Schnalzer ließen es wieder krachen. Diesmal die aus Ostermünchen, die den Immergrünen in den Anfangsjahren mit Rat und Tat stets zur Seite standen. Begleitet von der taktgebenden Ziach schwangen die Gäste aus Ostermünchen ihre „Instrumente“ über den Köpfen der Zuschauer grad so, als wären sie mit ihren Händen verschmolzen.
Eine besondere Ehre wurde dem eigentlichen Begründer der Immergrünen Goaßlschnalzer, Wast Voit, zuteil, er erhielt ein kostbares Präsent für sein Wirken vom Vorsitzenden Andreas Redl und seinem Stellvertreter Christian Rothmeier, die beide auch der guten Seele des Vereins und „unserer Herbergsmutter“, Rosalie Redl, dankten und ihr einen großen Blumenstrauß überreichten.
Nach einer kurzen Pause, in der die Biergartenmusi bewies, dass sie es auch im Bierstadl kann, zeigten die Goaßlschnalzer aus Bad Feilnbach und Berganger ihr Feingefühl mit der Goaßl und rissen die Zuschauer immer wieder zu Begeisterungsstürmen hin. Rund zwei Stunden dauerte der Goaßl-Marathon, am Ende gab es nur zufriedene Gesichter beim Publikum und dem Gastgeber, dem Trachtenverein Immergrün, der die Gäste natürlich auch mit leckeren Speisen und Getränken verwöhnt hat.hko