Städtebaulicher WEttbewerb: ERster Preis geht an Münchner Architekturbüro Auer Weber
Anna-Apotheke wird erhalten bleiben
Der Siegerentwurf des Büros „Auer Weber“ München. Rechts im Bild der Kreisel an der Tonwerksunterführung. Erhalten bleibt die Anna-Apotheke.
Nach fast zwölfstündiger Marathonsitzung des Preisgerichts stand fest: Der erste Preis im städtebaulichen Realisierungswettbewerb geht an das Büro „Auer Weber“ in München. Architekt Philipp Auer nahm gestern Nachmittag im Rathaus die Auszeichnung entgegen.
Kolbermoor – Sein Entwurf spiele mit den Qualitäten der Stadt, so Auer unmittelbar nach der Auszeichnung im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Eingriffe seien zurückhaltend, die Aufenthaltsqualität im Bereich des Bahnhofvorplatzes sei hoch, so der Architekt weiter.
Constanze Arenz vom Architekturbüro Schober, das den Wettbewerb im Vorfeld betreut und koordiniert hat, erläuterte, dass letztlich vier eingereichte Arbeiten Aussicht auf den ersten Platz gehabt hätten. Das Preisgericht habe sich grundsätzlich von den Vorgaben Gestaltung Bahnhofsbereich, Gestaltung nach Westen und Verkehrskonzeption insgesamt leiten lassen. Ein „Knackpunkt“ sei immer die Frage gewesen, ob die Anna-Apotheke in ihrer Form erhalten bleiben soll. Im Siegerentwurf ist dies der Fall. Dies wirke sich deutlich, so das Preisgericht, auf die räumliche Organisation des Bahnhofsplatzes aus. Die Zufahrt von der Bahnhofstraße mündet in einen gut proportionierten, nach Westen und Osten orientierten Platz. Die neue Wartehalle am Bahnhofsgebäude wird dem Entwurf nach nach Westen verlängert und bildet mit den angebotenen überdachten Fahrradstellplätzen einen räumlichen Abschluss. Nach Süden wird eine deutlich grüne Hangkante ausgebildet, die eine Blickbeziehung zu den markanten Gebäuden der Innenstadt zulässt und zugleich einen offenen Garten um die Anna-Apotheke bietet. Nach Westen sollen sogenannte Höfe mit den Bereichen Gewerbe und Wohnen dieses „Schlüsselgebiet“ prägen, wie Bürgermeister Peter Kloo betonte. „Schlüsselgebiet“ auch deshalb, weil damit die Identität Kolbermoors für die nächsten 150 Jahre geprägt werde. (Bericht über den Entwurf im Detail und die Arbeiten der weiteren Preisträger – vergeben wurden noch zwei dritte Plätze und eine Anerkennung – folgt). Alle eingereichten Arbeiten sind nächste Woche im Rathaus zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen.
Moderater Eingriff ins Stadtbild: Architekt Philipp Auer erläuterte gestern seinen Siegerentwurf.Foto gruber