Dänischer Konsul beim Festakt zur zwölften Biennale in Kolbermoor
Eröffnung mit skandinavischem Flair
Die Essen sind mit brennender Kohle gefüllt, das Eisen glüht und die Schmiede „künstlern“ um die Wette. Mit viel Beifall bedacht wurde die traditionelle Amboss-Polka, gespielt von Musikschmied Hans Reif und den Erler Bläsern (rechts im Bild).Fotos hoffmann
Mit einem kleinen feierlichen Akt im Festzelt neben dem Alten Rathaus wurde am Mittwochabend die zwölfte Schmiede-Biennale in der Mangfallstadt eröffnet. Konsul Ulrik Olsen aus Dänemark sorgte für internationales und skandinavisches Flair.
Kolbermoor – Bürgermeister Peter Kloo, zugleich Präsident im Ring der Europäischen Schmiedestädte, stellte fest, „dass sich die Schmiedetreffen auch auf die Stadtmöblierung auswirken, denn das Projekt der Schmiede-Abfallkörbe, die von jungen Menschen mit Handicap geschmiedet wurden, ist außergewöhnlich, erfolgreich und verschönert seit Jahren unsere Stadt“.
Das internationale Flair der Biennale betonten dann vor allem der dänische Konsul Ulrik Olse als Vertreter der skandinavischen Länder Dänemark, Schweden Norwegen und Finnland, unter deren Ägide die Biennale heuer steht, und der Tiroler Landesinnungsmeister Urban Unger, der „sehr gerne zu diesen Tagen der Schmiede gekommen“ war. Olsen war sichtlich „erfreut, hier sein zu dürfen. Ich bin sehr neugierig und sammle jetzt meine ersten Eindrücke von der Biennale“. Dazu stellte er die Bedeutung des Schmiedehandwerks heraus, „ein interessanter Beruf, der heute wieder stark nachgefragt wird, vor allem in den skandinavischen Ländern“.
Dieter Kannengießer als Vertreter des erkrankten Landrats betonte die Bedeutung der Biennale „als Zeichensetzung für den Zusammenhalt in Europa durch die internationale Schmiedekunst“. Dazu überreichte er dem maßgeblichen Organisator Peter Elgaß ein Präsent als Ausdruck des Dankes „für das große internationale Projekt“.
Die „Erler Bläser“ stimmten dann die „Europahymne“ (Freude schöner Götterfunken) an und zusammen mit Musikschmied Hans Reif erklang danach die Amboss-Polka. Nach dem Verklingen der letzten Töne forderte der Rathauschef die Besucher auf, sich nun zum Schmiedezelt auf den Rathausvorplatz zu begeben, wo bereits die Feuer loderten und die Schmiede aus nahezu aller Herren Länder darauf warteten, das schon heiße Eisen endlich schmieden zu dürfen.
Filigrane
Technik
Die Metallkünstler standen dann auch im Mittelpunkt des Besucherinteresses. Ob die filigrane Technik am Amboss, die maschinelle Grobformgebung am Hammer oder einfach nur die Befeuerung der Essen; alles war zu sehen, zu spüren und letztlich auch zu genießen, trotz der hohen Temperaturen, die nicht nur vom glühenden Metall im Schmiedezelt ausgingen.
Markus Hufschmied – ein Name der geradezu verpflichtet – zeigte beispielsweise bei der Herstellung eines filigranen Schürhakens die hohe Kunst des Schmiedens eindrucksvoll auf. Immer wieder aus der lodernden Glut gezogen, wurde das Eisen durch Hammerschläge in Form gebracht, teils mit viel Kraftaufwand, teils aber auch mit wenigen gezielten Schlägen des schweren Hammers.
Im Festzelt hielt derweil die „Ferienmusi“ der Musikschule Kolbermoor die Besucher bei guter Stimmung und für das leibliche Wohl war ebenfalls bestens gesorgt. Die zwölfte Schmiede-Biennale hatte davor allerdings schon morgens mit einem Zeichenkurs für Kinder mit Josef Moss, Lehrer an der Schule für Metallbau, begonnen, wobei dem Nachwuchs die Technik des Freihandzeichnens nähergebracht worden war – mit großem Erfolg, wie Kursleiter Moos erfreut feststellte. Auch Christian Poitsch vom Stadtmarketing Kolbermoor war nach einem ersten Rundgang zufrieden, obwohl „der Aufbau bei der Hitze wirklich mörderisch war“. Doch alles lief gut und das war „in besonderem Maße auch den Mitarbeitern des städtischen Bauhofs zu verdanken“, wie er betonte. Und natürlich „soll die Biennale weiter so erfolgreich die nächsten Tage bis einschließlich Sonntag verlaufen“ wünscht sich Poitsch.
Heute, Freitag, ist neben dem morgendlichen „Zangenschmieden“ mit Helmut Brunner das „freie Schmieden im Schmiedezelt“ sicher eines der vielen Programm-Highlights. Der Nachwuchs kann erste Erfahrungen an Esse, Amboss und mit dem Hammer beim „Schmieden für Kinder“ sammeln und abends ab 18.30 Uhr ist „Ladies-Night‘“ im Schmiedezelt. Die Stadt Kolbermoor bietet an allen Tagen der Schmiede-Biennale ihren Gästen ein abwechslungsreiches Programm, mit Frühschoppen, Versteigerungen, Vorträgen und Workshops bis hin zum gemeinsamen Gottesdienst. Interessante Accessoires rund um das „heiße Eisen“ werden an den Verkaufsständen angeboten und selbstverständlich ist auch für das Wohl der Zuschauer gesorgt.
Schon jetzt ist im Kolbermoorer Rathaus während der Öffnungszeiten eine Ausstellung skandinavischer Schmiede zu sehen, die das Interesse an der Vielseitigkeit und Kreativität der skandinavischen Schmiede wecken soll.
Da die Teilnehmer an der Biennale nie mit leeren Händen kommen, ist im Mareissaal ab heute Abend bis zum Sonntag eine Ausstellung kleinerer Werke der Schmiedekünstler zu sehen, die auch käuflich erworben werden können. hko
Die Essen sind mit brennender Kohle gefüllt, das Eisen glüht und die Schmiede „künstlern“ um die Wette. Mit viel Beifall bedacht wurde die traditionelle Amboss-Polka, gespielt von Musikschmied Hans Reif und den Erler Bläsern (rechts im Bild).Fotos hoffmann
Keine Angst vor Fabeltieren haben die Besucher Esther und Amelie, die sich auf einem geschmiedeten Urgetier eine kleine Auszeit gönnten.
Konsul Ulrik Olsen überbrachte die skandinavischen Grüße. Die skandinavischen Länder Dänemark, Schweden und Norwegen sind heuer Gastländer.