Biennale der Schmiede

„Die Trauer wird niemals enden“

von Redaktion

Tobbe Malm über das Projekt „Ironroses for Norway“ – Bald 1000 eiserne Rosen

Kolbermoor – Einer der stark nachgefragten Vorträge im Rahmenprogramm der Schmiede-Biennale hatte das Projekt „Ironroses for Norway“ (Eisenrosen für Norwegen) zum Thema. Tobbe Malm, der Begründer dieser besonderen Kampagne, berichtete (leider nur in englisch – ohne Übersetzung) über Entstehung, Werdegang und das sich nun langsam abzeichnende Ende.

Ausgelöst durch das Attentat des rechtsradikalen und fremdenfeindlichen Norwegers Anders Breivik, der am 22. Juli 2011 einen im Osloer Regierungsviertel geparkten Kleintransporter mit einer selbst gebastelten Autobombe zur Explosion brachte und dabei acht Menschen tötete und nur kurz danach auf der Insel Utøya in einem Feriencamp einer Jugendorganisation 69 zumeist junge Menschen gnadenlos niederschoss. Dieses Ereignis und die immense Trauer im ganzen Land veranlassten die Schmiedekünstler Tone Mørk Karlsrud und Tobbe Malm im August des Anschlagsjahres mit der Aktion „Ironroses for Norway“ dieser Trauer auch optischen Ausdruck zu geben. Zusammen mit vielen Schmieden in ganz Europa wurde in „Workshops“ ein Meer eiserner Rosen, zum Gedenken an die Verstorbenen geschmiedet (wir berichteten). Im Jahr 2014 entstand dann ein Denkmal in Norwegens Hauptstadt Oslo, das die vierjährige Arbeit der internationalen Workshops zeigte. Im letzten Jahr wurde das Rosen-Denkmal für die Attentatsopfer auf dem Domplatz in Oslo erstmals gezeigt. In einem fünf Meter runden Brunnen aus einem Eisenring sind aus den „Supporter-Workshops“ bisher über 900 eiserne, selbst geschmiedete Rosen ausgelegt und vor dem Dom wurde mit einem übergroßen roten Herzen und der Inschrift „Das Große ist die Liebe“, ein Ort des Erinnerns geschaffen. Tobbe Malm erzählte immer noch sichtlich erschüttert von diesen Ereignissen, zeigte aber zugleich die Macht des Zusammenhalts auf, der dieses Projekt so erfolgreich werden ließ und „das ganz Norwegen so tief bewegt hat“. Mit Erreichen der magischen Zahl 1000, also die Anzahl der selbst geschmiedeten Rosen, endet im nächsten Jahr das Projekt, „die Trauer um die sinnlosen Morde wird aber niemals enden“, so seine abschließenden Worte. hko

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