Pfarrhaus-Sanierung

„Ein Schmuckstück für die Innenstadt“

Der Außenbereich des frisch sanierten Pfarrhauses mit neu gestalteter Rollstuhlrampe.Fotos Sedlbauer

Der Außenbereich des frisch sanierten Pfarrhauses mit neu gestalteter Rollstuhlrampe.Fotos Sedlbauer

Nach einem knappen Jahr Baustelle erstrahlt es nun in neuem Glanz: das Pfarrhaus der katholischen Stadtkirche Kolbermoor an der Rainerstraße. Im Rahmen einer Feierstunde erhielt das Haus kürzlich seinen Segen – und einen eigens auf der Biennale geschmiedeten Abfalleimer, ein Unikat.

Von Leonhard Sedlbauer

Kolbermoor – Eine beträchtliche Durststrecke hat für die hauptamtlichen Mitarbeiter der katholischen Stadtkirche Kolbermoor nun ein Ende. Nach einem knappen Jahr baustellenbedingter Notlösung konnten die Sekretärinnen, Pastoralreferentinnen und Pfarrer Maurus Scheurenbrand endlich in die frisch renovierten Räumlichkeiten des Pfarrhauses Heilige Dreifaltigkeit einziehen.

Im Rahmen der offiziellen Segnung hatten nun Gemeindemitglieder und Interessierte die Gelegenheit, das Haus eingehend zu besichtigen.

So freute sich eingangs Verwaltungsleiterin Ursula Haberkorn, zahlreiche Gäste vor der nun in warmen Gelb- und Rottönen gestalteten Fassade begrüßen zu können.

Blick in

die Historie

Haberkorn wies in ihrer Ansprache besonders auf die historische Bedeutung des neuromanischen Gebäudes hin, das in den 1860er-Jahren unter großen Opfern der Kolbermoorer Bevölkerung errichtet worden war. Überliefert ist hierzu der für die damalige Zeit äußerst stattliche Betrag von 30000 Goldmark, der größtenteils von Arbeitern aufgebracht wurde, die in der Woche nur wenige Mark Lohn erhielten.

Zum Ende ihrer Ansprache dankte Ursula Haberkorn den Mitarbeitern der Pfarrei für ihr Engagement und ihr geduldiges Ausharren in den Notquartieren im Jugendheim.

Stadtkirchenpfleger Christian Wagner schloss sich den Dankesworten an und hob besonders die Leistung der ehrenamtlichen Kirchenverwaltung um Kirchenpfleger Georg Schilp hervor, die in vielen Arbeitsstunden den Renovierungsprozess vorbereitet, begleitet und überwacht hatten.

Seitens der Stadt Kolbermoor zeigte sich Bürgermeister Peter Kloo über das Erscheinungsbild des Pfarrhauses höchst erfreut. Kloo sprach von einem Schmuckstück für die gesamte Innenstadt und hoffte darauf, dass dieses auch über weitere 150 Jahre hinweg erhalten bleibe. Einen kleinen baulichen Nachteil hatte der Bürgermeister jedoch ausgemacht: „Am Eingang fehlt noch ein schöner Papierkorb.“ Eine Anmerkung, die nicht ganz ohne Hintergedanken getätigt wurde, denn Kloo verwies schmunzelnd auf die gut hörbaren Schmiedehämmer, die zeitgleich vom alten Rathausplatz herüberklangen. Unter Mitwirkung einiger anwesender Schmiedemeister entstehe dort gerade ein weiteres Unikat in der großen Reihe der bereits bestehenden, themenmäßig gestalteten Abfallkörbe. Der Korb, der unter Mithilfe von Pastoralreferentin Martina Mauder geplant wurde, zeigt zwei sich begegnende Hände sowie ein Symbol der Heiligen Dreifaltigkeit und wird der Pfarrgemeinde gewissermaßen als „Einzugsgeschenk“ seitens der Stadt Kolbermoor übergeben.

Nach den Ansprachen und der Segnung, die gemeinsam von Stadtpfarrer Maurus Scheurenbrand und Ruhestandspfarrer Josef Stigloher durchgeführt wurden, wurden die Räumlichkeiten zur freien Besichtigung geöffnet. Die hauptamtlichen Mitarbeiter standen dabei für Fragen sowie einen kleinen Rundgang zur Verfügung.

Während die prinzipielle Raumaufteilung des Pfarrhauses weitgehend unverändert blieb, wurde vor allem die Neugestaltung des Pfarrbüros im Erdgeschoss durchweg begrüßt. Der Eingangsbereich wurde optisch ansprechender gestaltet, der bisherige etwas beengte Publikumsschalter entfiel zugunsten eines Tresens, an den die Besucher herantreten können.

Pfarrbüro:
Barrierefrei und
neu gestaltet

Der ins Haus führende Eingang wurde barrierefrei gestaltet. Ebenfalls im Erdgeschoss befinden sich die Büros der Pastoralreferentinnen Monika Langer und Martina Mauder sowie der Pastoralassistentin Christina Binder.

Als Zugang zum ersten Obergeschoss ist die alte Holztreppe erhalten geblieben, die in den renovierten Konferenzraum führt. Zur Rechten befindet sich die Pfarrerwohnung, zur Linken eine weitere kleine Einliegerwohnung sowie das Büro von Stadtpfarrer Scheurenbrand. Abgesehen von dessen historischem Flügel sowie Schreibtischen und Regalen sind die Räume derzeit noch relativ kahl. Dies soll sich jedoch bereits in den nächsten Tagen ändern, wenn der Umzug abgeschlossen ist.

Auch im Außenbereich muss noch Hand angelegt werden, so etwa an den Parkplätzen für den Publikumsverkehr, den Zäunen und Grundstücksbegrenzungen sowie an der Neugestaltung des Gartens.

<p>Pfarrer Scheurenbrand und Pfarrer Stigloher (rechts) bei der Segnung des Pfarrhauses.</p>

Pfarrer Scheurenbrand und Pfarrer Stigloher (rechts) bei der Segnung des Pfarrhauses.

<p>Die Segnung des neuen, geschmiedeten Mülleimers im Rahmen der Schmiede-Biennale.</p>

Die Segnung des neuen, geschmiedeten Mülleimers im Rahmen der Schmiede-Biennale.

<p>Im Schmiedezelt: Pastoralreferentin Martina Mauder beim „letzten Hammerschlag“.</p>

Im Schmiedezelt: Pastoralreferentin Martina Mauder beim „letzten Hammerschlag“.

<p>Blick in den Empfangsbereich des komplett neu gestalteten Pfarrbüros.</p>

Blick in den Empfangsbereich des komplett neu gestalteten Pfarrbüros.

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Samstag, 11. Juli 2026
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