Asiatischer Moschusbockkäfer

Obstbaum-Schädling fliegt wieder

Die Käfer sind bis zu vier Zentimeter groß, haben einen schwarzen, lackartig glänzenden Körper und einen roten Halsschild. Bis in den Herbst können bei warmer Witterung noch Käfer gefunden werden. Foto re

Die Käfer sind bis zu vier Zentimeter groß, haben einen schwarzen, lackartig glänzenden Körper und einen roten Halsschild. Bis in den Herbst können bei warmer Witterung noch Käfer gefunden werden. Foto re

Der Asiatische Moschusbockkäfer fliegt wieder – davor warnt die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und bittet gleichzeitig die Kolbermoorer Bevölkerung um Mithilfe. Denn: Der aus Asien eingeschleppte Schädling befällt Kirsch- und Pflaumenbäume und macht ihnen den Garaus. Durch gezielte Fällungen soll er ausgerottet werden.


Kolbermoor
– Im Sommer 2016 waren die ersten Käfer, deren Larven sich durch die Stämme fressen und die Bäume langsam absterben lassen, in Kolbermoor entdeckt worden, südlich der Staatsstraße – bayern- und deutschlandweit die ersten Funde; in Europa ist der Asiatische Moschusbockkäfer bis dato nur in Italien noch aufgetreten (wir berichteten).

Um sein weiteres Ausbreiten einzudämmen, ist das Bayerische Landesamt für Landwirtschaft (LfL), Institut für Pflanzenschutz in Freising, in Alarmbereitschaft: Quarantänezonen mit einem Radius von zwei Kilometern wurden erlassen, wo erhöhte Wachsamkeit gefragt ist; seitdem finden zudem regelmäßige Kontrollen durch Behördenvertreter im Stadtgebiet statt. Werden verdächtige Funde gemacht, wie Einbohrlöcher oder gar lebendige Käfer, finden konzertierte Fällaktionen statt.

Jetzt ist es wieder so weit: Die Flugzeit des Asiatischen Moschusbockkäfers (Aromia bungii) hat begonnen und das LfL bittet deshalb um Aufmerksamkeit und Mithilfe der Kolbermoorer Bürger. Sie sollen ihre Steinobstgehölze auf Befall kontrollieren und auf fliegende Käfer achten. Die Entwicklung der Larven im Holz ist laut LfL abgeschlossen, sodass die wärmeliebenden Käfer aktuell schlüpfen und auf Partnersuche gehen. In Kolbermoor wurden seit dem 11. Juli bereits sieben Käfer entdeckt. Der Asiatische Moschusbockkäfer ist etwa 2,5 bis vier Zentimeter lang. Auffällig sind neben den langen Fühlern der schwarze Kopf, der rote Halsschild und die schwarzen Flügeldecken.

Die trägen Asiatischen Moschusbockkäfer sind laut LfL leicht zu fangen, zum Beispiel in einem Marmeladenglas mit Löchern im Deckel. So kann man sie dann gut fotografieren.

Der gefährliche Quarantäneschädling befällt sämtliche Gehölze der Gattung Prunus, das heißt vor allem Kirsch-, Pflaumen-, Zwetschgen-, Aprikosen-, Mirabellen- und Pfirsichbäume sowie deren Kultur-, Zier- und Wildformen. Er befällt vorgeschädigte und gesunde Bäume.

Nach der Eiablage am Baum erfolgt der Schlupf der Larven, die sich für zwei bis drei Jahre ins Holz hinein fressen und breite Gänge hinterlassen. Typische Befallssymptome sind insbesondere rund zwölf Millimeter große Ausbohrlöcher und Bohrmehlauswurf am Stamm oder stärkeren Ästen. Da sich folgende Käfergenerationen am selben Baum niederlassen, kommt es langfristig zu einer starken Schädigung bis hin zum Absterben des befallenen Baumes.

Die LfL wurde nach den Funden des Asiatischen Moschusbockkäfers im Jahr 2016 in Rosenheim und Kolbermoor als zuständige Pflanzenschutzbehörde aktiv. Gemäß den rechtlichen Vorgaben des Bundes und der EU wurde eine Allgemeinverfügung über Maßnahmen zur Bekämpfung des Asiatischen Moschusbockkäfers erlassen.

Im Jahr 2017 führten die Experten der LfL schwerpunktmäßig Kontrollen in Kolbermoor durch. Dabei fanden sie etwa 100 befallene und befallsverdächtige Gehölze. Im Sinne der Allgemeinverfügung gilt ein Baum als offiziell befallen, wenn eine DNA-Analyse (zum Beispiel des Larven- oder Puppenmaterials) den Befall zweifelsfrei bestätigt. Im Rahmen der Käferbekämpfung wurden diese Bäume gefällt, gehäckselt und verbrannt.

Für anfallendes Schnittgut von Gehölzen der Gattung Prunus sind für die gesamte Quarantänezone Sammelstellen eingerichtet: Schnittgut aus den Gebieten der Städte Kolbermoor und Bad Aibling ist am Bauhof in Kolbermoor, Schnittgut aus der Stadt Rosenheim am Wertstoffhof der Stadt Rosenheim und Schnittgut aus der Gemeinde Stephanskirchen an der Sammelstelle an der Grandauer-Au-Straße abzugeben.

Gefundene Käfer, Verdachtsfälle, Neuanpflanzungen sowie Fällung von Prunus-Gehölzen in der Quarantänezone sind dem LfL im Institut für Pflanzenschutz zu melden unter Telefon 0174/ 7981593 oder E-Mail Aromia@LfL.bayern.de. Weitere Informationen unter www. LfL.bayern.de.rg/re

<p>Typische Ausbohrlöcher an einem befallenen Baumstamm. Fotos Hampel/Lfl</p>

Typische Ausbohrlöcher an einem befallenen Baumstamm. Fotos Hampel/Lfl

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Samstag, 11. Juli 2026
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