Mit dem Aerotrim des Jugendtreffs

Schwerelos wie im All

Dreidimensional in der Luft unterwegs: Der Aerotrim funktioniert nur mit dem eigenen Gewicht. Fotos Fleindl

Dreidimensional in der Luft unterwegs: Der Aerotrim funktioniert nur mit dem eigenen Gewicht. Fotos Fleindl

Die ganze Welt dreht sich um mich: Ähnlich wie in der Schwerkraft sind im Aerotrim Körperbewegungen in allen erdenklichen Himmelsrichtungen möglich. Vier Tage lang machte das Gerät jetzt Station im Kolbermoorer Freibad; aufgestellt und betrieben vom Jugendtreff.

von Sabine Fleindl

Kolbermoor – Das Abenteuer im Aerotrim ist kostenlos – und doch nicht für alle: Eine Mindestkörpergröße von etwa 1,50 Meter ist erforderlich, so Christian Spatzier, der Leiter des Jugendtreffs Kolbermoor. Nur dann kann man genügend Schwung holen, um im Zentrum der
drei Reifen dreidimensional durch die Luft zu gondeln, Schrauben und Salti zu produzieren und den Zuschauern den Atem zu rauben. Möglich ist dies, weil die drei Stahlringe ineinander um jeweils 90 Grad versetzt drehbar gelagert sind. Mit Schwung und mit Gewichtsverlagerungen bringt man die Sache in Bewegung. Bewegt man sich nicht mehr, kommt auch der Aerotrim wieder zur Ruhe. Mit einem Sicherungshebel wird dann alles wieder arretiert. Das Ganze funktioniert ohne Strom.

Snowboardschuhe und -bindungen für die Füße und Klettverschlussmanschetten für die Arme sichern die Abenteuerlustigen. Christian Spatzier weist die Teilnehmer mit viel Geduld in das Spektakel ein. Heißt es „du bist zu klein“ ist die Enttäuschung bei den Buben und Mädchen groß. Viele kennen den Aerotrim schon vom Bürgerfest Kolbermoor, wo er auch heuer aufgestellt war. Sein Besitzer ist das Diakonische Werk Rosenheim, der Arbeitgeber Spatziers. „Vorgänger“ des Aerotrims im Angebot der Diakonie war eine Kletterwand.

Viele der Teilnehmer müssen beim ersten Mal, so Spatzier, durchaus ein bisschen Höhenangst überwinden. Vielen ist dann doch etwas mulmig zumute. Erst, wenn man dieses Gefühl überwunden hat, kann man dieses „Astronautentraining“ auch cool finden.

Auch einige Erwachsene waren diesmal wieder dabei, die sich in den „Ring“ trauten. „Das war die höchste Gaudi“, lacht Christian Spatzier – und lässt offen, ob für die Teilnehmer oder die Zuschauer…

Einer, der garantiert aber nicht mehr mitfährt, ist allerdings Schwimmmeister Helmut Eggerl: „Ich hab´s vor zwei Jahren einmal ausprobiert. Nach drei Minuten musste ich aufhören. Mir macht keine Achterbahn was aus, aber da war mir richtig schlecht. Den ganzen Tag anschließend auch noch.“

<p>Aus Sicherheitsgründen auch im Sommer unerlässlich: Snowboardstiefel.</p>

Aus Sicherheitsgründen auch im Sommer unerlässlich: Snowboardstiefel.

<p>Christian Spatzier gibt genaue Erklärungen, wie man sich bewegen muss, um etwa einen Salto zu schaffen.</p>

Christian Spatzier gibt genaue Erklärungen, wie man sich bewegen muss, um etwa einen Salto zu schaffen.

Pizza und Lagerfeuer

Mit fast 30 Angeboten bereichert der Jugendtreff heuer das Ferienprogramm von Stadt und Stadtjugendforum Kolbermoor. Außer zum Aerotrim lud, beziehungsweise lädt der Jugendtreff noch ein zum Italienischlernen, zum Nähen von Handytaschen, zum Pizzabacken, Bumerangwerfen, Origamibasteln, zum Obsttag, zum Jonglieren, zum Gestalten von Blumentöpfen oder Gipsmasken, zum Muffinbacken, Slackline-Turnen, Fußballspielen, Filmclipbasteln, Hüttenbauen, T-Shirt-Gestalten, Schmuckherstellen, Cocktailmixen, Partyfeiern, Pasta-Kochen, zum Produzieren einer Radiosendung, zum Eisherstellen, zum „Upcycling“ (also: aus alt mach neu), zum Besuch einer Schokoladenfabrik, zu Lagerfeuer, Tontopftier-Basteln und Turnbeutel-Nähen, zur Schnitzeljagd, ins Tonstudio und zum Arbeiten mit Window Colors.

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Samstag, 11. Juli 2026
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