Mit Nationalhymne des Vogtlands

von Redaktion

Stefanie Hertel stellt ihr Buch „Über jeden Bach führt eine Brücke“ vor

Kolbermoor – „Über jeden Bach führt eine Brücke“– davon ist Sängerin und Entertainerin Stefanie Hertel überzeugt. In der Kolbermoorer Modefiliale „Adler“ gab sie aus ihrem gleichnamigen Buch eine Leseprobe. Und die wollten viele ihrer Anhänger hören, denn alle Tische und Bänke waren dicht besetzt voller nicht mehr ganz so junger Fans, die gespannt auf ihr Idol warteten. Fesch, im bayerischen Dirndl, kam sie dann auf die Bühne, mit einem kleinen Willkommensstrauß einer Anhängerin liebevoll bedacht.

„Ich habe keine komplette Biografie geschrieben, sondern ich erzähle spannende, amüsante und auch prägende Geschichten aus meinem Leben“, so der Anfang ihrer Lesereise, die sich um „Heimatgefühl“ drehte, für ihr sächsisches Vogtland, in dem sie geboren wurde und aufgewachsen ist, sowie ihre neue Heimat, den Chiemgau, wo sie jetzt mit ihrer Familie lebt. Prägend waren für Stefanie Hertel zum einen ihre Großeltern, die sie liebevoll Oma Erna und Opa Kurt nennt und denen das erste Kapitel ihrer Biografie gewidmet ist.

Liebe und Aufgeschlossenheit vermittelten ihr die beiden sowie ausgeprägte Sparsamkeit, „wenn die Oma Erna sogar die leere Zahnpastatube aufschnitt, um auch wirklich das Letzte aus ihr rauszuholen“. Opa Kurt war evangelischer Diakon und Leiter eines Heimes für schwer erziehbare Kinder in der DDR. Die Großeltern durften als Rentner schon in den „Westen“ reisen und „brachten immer etwas für uns mit, manchmal sogar etwas Verbotenes“. Von ihrer Oma rührt auch die Beziehung zu Kräutern und Wurzeln, aus denen man „allerlei Gesundes machen kann und auf die ich heute noch schwöre, wie zum Beispiel meinen Brennnesseltee“.

Zu ihren Eltern hatte sie „eine tolle Beziehung“ und vor allem ihr Vater hat ihr „die Musik schon früh ans Herz gelegt, denn er war in der DDR ein gefragter Jodler und Stimmungssänger“. Im Zeitalter der Wende, als sich Deutschland wiedervereinigte und sich auch die Künstler aus Ost und West näher kamen, „fuhr ich zum ersten Mal nach München, im Wartburg (DDR-Kultauto) meines Vaters“. Dort hatte sie ihren ersten Auftritt im Bayerischen Fernsehen, bei Caroline Reiber. „Über jedes Bacherl führt a Brückerl“ war ihr erster großer Hit und nicht umsonst auch der leicht abgewandelte Titel ihres ersten Buches.

Im weiteren Verlauf ihrer Lesung ging die Autorin auf ihre Kindheitserlebnisse in der DDR genauer ein, sie erzählte von den Irrungen und Wirrungen des täglichen Lebens, über allem aber standen lustige Anekdoten, von denen sie mit Herzblut erzählte. Beispielsweise ihre Urlaube an der Ostsee, zu sechst im Trabi, der mit Gepäck vollgestopft war. Zur Überraschung stimmte sie zum Ende der Lesung die „Nationalhymne des Vogtlands“ an, a cappella und mit zarter Stimme vorgetragen. hko

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