Kolbermoorer Feuerwehrmänner bei Einsatz massiv Beleidigt
Entsetzt über Welle der Respektlosigkeit
Mehr und mehr sind Hilfs- und Rettungskräfte bei ihren Einsätzen von Respektlosigkeit bedroht. Erstmals mussten dies jetzt die Kolbermoorer Feuerwehrmänner im Einsatz erleben – und sie sind entsetzt.
Kolbermoor – Man sei entsetzt und werde dieses Verhalten auch zur Anzeige bringen. Beim Hilfseinsatz für die verunglückte Motorroller-Fahrerin am vergangenen Mittwoch wurden die Feuerwehrler von einer Welle der Respektlosigkeit erfasst – auch Gewalt wurde von manchem wartenden Autofahrer angedroht.
Wie berichtet ereignete sich am vergangenen Mittwoch gegen 17.45 Uhr auf der Staatsstraße Höhe Pfarrer-Birnkammer-Straße ein Verkehrsunfall zwischen einem PKW und einem Motorroller. Die Feuerwehr Kolbermoor wurde zur Verkehrsabsicherung und Reinigung der Fahrbahn alarmiert. Während die Männer mit dem Kommandowagen, dem Kleinalarmfahrzeug und einem Löschgruppenfahrzeug an der Einsatzstelle eintrafen, wurde die verletzte Rollerfahrerin bereits vom Rettungsdienst versorgt. Umgehend sicherten die Kolbermoorer die Unfallstelle ab. Auch ein Sichtschutz für die verletzte Person kam zum Einsatz. Zusätzlich rückte noch das Mehrzweckfahrzeug aus, um die Verkehrsregelung auf der stark befahrenen Staatsstraße im Berufsverkehr zu unterstützen. Nachdem der Rettungsdienst mit der verletzten Person die Einsatzstelle verlassen hatte, mussten die Umleitmaßnahmen trotzdem aufrecht erhalten werden, um der Polizei die zeitaufwendige Aufnahme und Vermessung der Unfallstelle zu ermöglichen. Dabei schlug den Kolbermoorer Feuerwehrmännern und den Einsatzkräften eine bisher nicht gekannte Welle von Respektlosigkeit, Beleidigungen und Gewalt von Bürgern entgegen.
Franz Wudy: „Zahlreiche Autofahrer zeigten wenig bis gar kein Verständnis für die geringfügigen Umleitungsmaßnahmen und zeigten unseren Einsatzkräften den Mittelfinger, sprachen Beleidigungen aus oder drohten sogar mit körperlicher Gewalt.“
Der Kommandant wie auch seine Feuerwehrkollegen zeigten sich im Gespräch mit unserer Zeitung entsetzt: „Wir opfern unsere Freizeit für die Sicherheit unserer Mitmenschen und machen das auch gerne. Deswegen sind wir umso mehr enttäuscht, wenn uns solche Dinge widerfahren.“ Deshalb seine Frage an die „schwarzen Schafe“ unter den Autofahrern: „Möchten Sie sich beleidigen lassen, wenn Sie anderen unentgeltlich helfen oder sich selbst in einer Notsituation befinden und Ihre Helfer beleidigt oder bedroht werden?“
Um die rabiate Art und Weise einzelner Verkehrsteilnehmer nicht ausufern zu lassen, werde man dieses Verhalten, soweit möglich, zur Anzeige bringen.
Wudy betont aber ausdrücklich, dass es Gott sei Dank noch viele Menschen gebe, die die Arbeit der Feuerwehr anerkennen würden.
Feuerwehrkommandant Franz Wudy hat sowas zum ersten Mal erlebt.