Stadtrat befürwortet Entwurfsplanung Sanierung Feuerwache und Schulturnhalle

Freudentag mit Wermutstropfen

Auch in der Sitzung eine Bank: In Uniform und in großer Zahl verfolgten die Kolbermoorer Feuerwehrmänner und -frauen die Ausführungen zur Entwurfsplanung „ihrer“ Feuerwache.Foto gruber

Auch in der Sitzung eine Bank: In Uniform und in großer Zahl verfolgten die Kolbermoorer Feuerwehrmänner und -frauen die Ausführungen zur Entwurfsplanung „ihrer“ Feuerwache.Foto gruber

Es war ein Freudentag für die Feuerwehr, der jedoch aufgrund einer Kostenmehrung von rund 500000 Euro auf 8,3 Millionen Euro mit einem Wermutstropfen versehen wurde. Der Stadtrat stimmte trotzdem der Entwurfsplanung zur Sanierung der Feuerwache und der Schulturnhalle einstimmig zu – und freut sich auf den möglichen Baubeginn April 2019.

Von Eva-MariA gruber

Kolbermoor – Architekt Hans Romstätter vom Architekturbüro Zeller und Romstätter aus Traunstein erläuterte dem Stadtrat – und den vielen Feuerwehrmännern und -frauen, die zur Sitzung gekommen waren – nochmals das umfangreiche Zahlenwerk und Planungskonzept. Die Planung erfolgte in enger Abstimmung mit den Fachprojektanten und den Kommandanten der Wehr. Hans Romstätter lobte hier vor allem das große Engagement von Franz Wudy und Armin Hörl.

Die Kostensteigerung um rund 500 000 Euro sei vor allem auf die umfangreiche Sanierung sowie Erneuerung der Haustechnik und die erforderliche statische Ertüchtigung des Dachs und der Fundamente des Gesamtgebäudes zurückzuführen. Romstätter erläuterte etwa mit Blick auf den Keller, dass dort vorhandene Feuchtigkeit nur mit entsprechender Be- und Entlüftung entzogen werden könne. Dem Boden fehle eine sogenannte Dampfsperre. Romstätter: „Die feuchte Luft muss aus den Böden raus. Das gelingt durch abdichten und isolieren.“ Als weiteres Beispiel ging er auf die Fassadengestaltung ein. Hier war zunächst an Betonplatten zur Dämmung gedacht. Doch nach Prüfung stellte sich heraus, dass das Mauerwerk hierfür nicht geeignet ist. Man bräuchte im Falle eines Einbaus 16000 Klebeanker, was Mehrkosten von etwa 400000 Euro verursachen würde. Statt dieser immens teuren Plattenfassade entschied man sich jetzt für ein Wärmeverbundsystem.

Hinsichtlich der Kostensicherheit betonte Romstätter ausdrücklich, dass die „Pläne Bestand haben“ und aufgrund der aufwendigen Vorarbeiten schon als Ausschreibungsgrundlage dienten. Auch der Brandschutznachweis sei fertig.

Die Gesamtkosten stellen sich nun so dar: Für die Feuerwache wurden genau 5984986 Euro berechnet, für die Schulturnhalle genau 2345361 Euro. In Summe sind dies genau 8330347 Euro. Er sah im Hinblick auf frühere Diskussionen, ob es nicht günstiger wäre, die Feuerwache sozusagen auf freiem Feld zu errichten, eine Sanierung als gerechtfertigt an. Allein die Baukosten für einen Neubau der Feuerwache lägen geschätzt bei über 7,4 Millionen Euro. Nicht in den Kosten enthalten sind zusätzliche Maßnahmen, über deren Umsetzung noch nicht entschieden wurde. Hinsichtlich der geplanten Atemschutzwerkstatt (Kosten 278138 Euro) prüft die Feuerwehr derzeit eine Fremdvergabe der Atemschutzgerätepflege – ein Vorschlag, der in der Sitzung auch von Bürgermeister Peter Kloo für gut befunden wurde. Nicht in der Generalsanierung fließt die Schlauchwaschanlage ein (Kosten 132804 Euro). Dieser Betrag wird separat im Haushalt berücksichtigt. An den Kosten für die Kücheneinrichtung von 80000 Euro will sich die Feuerwehr beteiligen. Über eine Ausführung wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Die Sanierung der Außenanlagen (Kostenpunkt rund 106000 Euro) wird empfohlen, auch darüber soll später entschieden werden.

„Die Kostenmehrung gefällt uns allen nicht“, so Dagmar Levin-Feltz bei der Beratung. Die Vorarbeiten hätten jedoch deutlich aufgezeigt, was alles kaputt ist. Ihr Hauptvorwurf richte sich an die vorherigen Planer. Durch die Sanierung der Turnhalle werde jedoch auch der Breitensport gestärkt.

Georg Kustermann (Grüne Liste) unterstrich, dass man mit der Sanierung keine „abgehobenen Dinge“ umsetze, sondern Sachzwängen unterliege. Zudem befinde sich das Handwerk nicht in einer Niederkostenphase.

Dieter Kannengießer (Freie Wähler) zeigte sich erfreut über die solide Planung. Hinsichtlich der von ihm angefragten zeitlichen Umsetzung geht Architekt Hans Romstätter von zwei Jahren aus.

Markus Schiffmann (CSU) befasste sich mit dem Zuschusswesen. Nach Worten von Baudirektor Andreas Meixner ist für die Schulturnhalle mit einer Förderung von etwa 25 Prozent der Kosten zu rechnen. Alle Stadträte stimmten der vorgelegten Entwurfsplanung zu. Die Verwaltung wurde beauftragt, das Baugenehmigungsverfahren einzuleiten und die Baumaßnahme für 2019 vorzubereiten.

<p>Ansicht des Bestands von der Nordostseite.</p>

Ansicht des Bestands von der Nordostseite.

<p>So wird die Feuerwache künftig aussehen.zeller/Romstätter</p>

So wird die Feuerwache künftig aussehen.zeller/Romstätter

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Samstag, 11. Juli 2026
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