von Redaktion

„Aus Neugierde wächst politische Bildung“, so sehen es die Macher der U18-Wahlen, die am heutigen Freitag erstmals auch in Kolbermoor durchgeführt werden.

„Kann ich Angela Merkel wählen?“

Kolbermoor – Es gehe darum, die jungen Menschen für Demokratie und Wahlen zu sensibilisieren, so Sozialpädagoge Christian Spatzier vom Jugendtreff Kolbermoor im Gespräch mit unserer Zeitung. Spürbar sei eine „gewisse Unsicherheit“ der jungen Leute. Gängige Fragen im Vorfeld lauteten zum Beispiel, was denn eigentlich eine Landtagswahl sei und warum man Angela Merkel in Bayern nicht wählen könne.

Anlass genug, sich dem weitverzweigten Netzwerk der Landesjugendringe und der vielen Jugendverbände anzuschließen und Wahllokale zu eröffnen.

In Kolbermoor stehen den Jugendlichen am U18-Wahltag zwei Wahllokale zur Verfügung: Von 10 bis 14 Uhr kann im Büro der Jugendsozialarbeit der PaulineThoma-Schule, ab 14 Uhr bis 18 Uhr kann im Jugendtreff gewählt werden.

„Ob U18-Wahl oder Wahl-O-Mat, Tabu-Karten oder Planspiel zum Wahlsystem: Junge Menschen lernen durch die Angebote des Bayerischen Jugendrings (BJR) spielerisch, ihre politischen Interessen und Anliegen zu formulieren. Demokratiebildung steht nicht immer auf den Angeboten der außerschulischen Jugendarbeit, aber sie ist immer drin. Verantwortung übernehmen und unser Gemeinwesen gestalten – das lernen Kinder und Jugendliche im Miteinander in Jugendverbänden und Jugendringen, so der Präsident der bayerischen Jugendringe, Matthias Fack.

Mit der U18-Wahl, dem Wahl-O-Mat und vielen weiteren Materialien zur politischen Bildung motiviere man junge Menschen, sich mit Politik zu beschäftigen und wählen zu gehen, ist sich Fack sicher.

Bereits 256 Wahllokale sind zur U18-Wahl am heutigen Freitag in ganz Bayern angemeldet (zur Bundestagswahl 2017 waren 182 registriert). Neun Tage vor der Landtagswahl können alle Menschen unter 18 Jahren ihre Stimme abgeben und sich mit den Parteien und ihren Programmen auseinandersetzen. „Die U18-Wahl bringt die Meinung junger Menschen ins öffentliche Bewusstsein, denen das Wahlrecht bisher verwehrt ist.

Sie macht Kinder und Jugendliche neugierig auf parteipolitische Unterschiede und sorgt für demokratsches Engagement“, so Regina Renner, Referentin für Partizipation des BJR und Koordinatorin der U18-Wahl in Bayern. Die Hürden für die Teilnahme an der U18-Wahl sind niedrig, dafür ist Eigeninitiative gefragt: Kinder und Jugendliche bereiten Wahlkabinen und Wahlurne vor. Wahllokale öffnen etwa in Jugendclubs, Räumen von Jugendverbänden, Schulen, Fußgängerzonen oder auf Sportplätzen. Im Vorfeld beschäftigen sich die jungen Menschen intensiv mit Parteiprogrammen und dem demokratischen System. Am Wahlabend werden die Stimmzettel ausgewertet und Ergebnisse, Analysen und Berichte veröffentlicht.

Viele Gespräche im Vorfeld hätten gezeigt, dass die Jugendlichen durchaus Interesse an dieser Form der Beteiligung haben, so Spatzier. Sein Fazit: „Viele finden es cool, schon jetzt wählen zu können!“

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