Senioren, Kinder und Jugendliche legen miteinander die Mosaikbänder, die in Tische und Bänke eingelassen werden.
Den eigenen Lebensraum gestalten, stolz sein auf das Geschaffene – hinter dem Projekt mit dem sperrigen Namen „Stadtmöblierung“ verbirgt sich eine echte Erfolgsgeschichte. Kinder, Jugendliche und Senioren sind daran gleichermaßen beteiligt.
Jedes Mosaikband birgt etwas von dem, der es gelegt hat – so werden die Bänke und Tische einzigartig.Fotos ge
Michael Zuber, Silke Fischer und Dagmar Badura (von links) begleiten seit Jahren das Gemeinschaftsprojekt.
Mosaiksteine fördern Miteinander
Kolbermoor – In der Cafeteria des Bürgerhauses türmen sich lange Bänder, belegt mit bunten Mosaiksteinen. Jedes Band ist anders gestaltet – „ist so Ausdruck der jeweiligen Persönlichkeit“, sagt Michael Zuber, Projektleiter, Er setzt die Maßnahme künstlerisch und handwerklich um. Seit einer Woche ist er mit den Jugendlichen am Werk: Die massiven Betonteile für die Tische und Bänke müssen in Handarbeit gegossen und vorbereitet werden, die Rückenlehnen aus Holz gefertigt. Es gilt, die Wangen auszuschliefen, die Mosaikbänder einzukleben und zu verfügen.
Unterstützt wird Zuber dabei von sechs Jugendlichen der P-Klasse. Ihre anfangs vorsichtige Herangehensweise an das Projekt hat sich inzwischen in Begeisterung gewandelt.
Voll nett sei Zuber und die Sache mache voll Spaß, so ihr Fazit. Sozialpädagogin Silke Fischer von der PKlasse der Pauline-Thoma-Schule betont, dass das Projekt auch unter dem Geschichtspunkt der Berufsorientierung zu sehen sei. In einem geschützten Umfeld könnten die Jugendlichen ihre handwerklichen Fähigkeiten erproben.
Nicht hoch genug könne man in diesem Zusammenhang die Unterstützung des städtischen Bauhofs einordnen, unterstreicht Dagmar Badura, Leiterin des Bürgerhauses.
Im Bauhof können die Arbeitsmaterialien, die Arbeitskleidung und die gefertigten Teile problemlos in einer Garage gelagert werden – „und auch beim Aufstellen der Bänke und Tische ist der Bauhof zur Stelle.“
Das neue Stadtmöbiliar wird in einer Woche im Bürgerpark gemeinsam aufgestellt – auch ein Symbol für die große Wertigkeit der Gegenstände. Der eigene Lebensraum in der Stadt Kolbermoor werde selbst gestaltet, von Menschen, die vor Ort leben, so Michael Zuber. Die Bänke und Tische – sie werden in diesem Jahr übrigens zum ersten Mal gemacht – werden von den Bürgern der Stadt dann in Besitz genommen. Und so werkeln in der Cafeteria die Kleinsten vom Kindergarten „Momo, die Jugendlichen der P-Klasse und Seniorinnen emsig und verlegen die Mosaiksteine. Über Mosaiksteine ins Gespräch kommen – auch so entsteht Gemeinschaft.